Offener Brief und Aufruf von religiösen Führern der Muslime

Mi, 16/11/2011 - 14:16 - Thomas Nauerth

Es ist immer etwas schwierig, ein noch relativ aktuelles Ereignis schon historisch zu nennen. Wenn aber im Oktober 2007 erstmalig in der Geschichte des Islams überhaupt über 100 Gelehrte aus allen Ländern und allen Richtungen des Islam eine gemeinsame Erklärung an die christlichen Führer dieser Welt verfassen, dann dürfen wir schon  das Wort „historisch“ benutzen.

„Das Außergewöhnliche an „Ein gemeinsames Wort zwischen uns und euch“ liegt nicht darin, dass die Unterzeichner den kritischen Charakter des gegenwärtigen Zeitpunktes in der Beziehung zwischen Muslimen und Christen erkennen. Es liegt vielmehr in der tiefen Einsicht und dem Mut, mit dem sie den gemeinsamen Boden zwischen den religiösen Gemeinschaften der Christen und Muslime beim Namen nennen. Was uns gemeinsam ist, liegt nicht in irgendwelchen Randbereichen oder Dingen, die bloß bedeutsam für eine Seite wären. Es liegt vielmehr in etwas, das für beide absolut zentral ist: in der Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten.“ (www.yale.edu/faith/abou-commonword.htm)

Damit dieses außergewöhnliche Wort, dieser Brief aber nicht nur historisch bleibt, braucht er Boten. Er will gelesen werden - und beantwortet. Wo er auf den oberen kirchlichen Ebenen bereits geführt wurde, kann man sehr einfach nachlesen unter www.acommonword.com.

Man muss es bezüglich einer Antwort nicht unbedingt dem Papst gleichtun, der bereits im November 2007 den Verfassern persönlich antworten ließ um seine „tiefe Wertschätzung für diese Geste zum Ausdruck zu bringen; für den positiven Geist, der den Text inspiriert hat, und für den Ruf zum gemeinsamen Einsatz zur Förderung des Friedens in der Welt.“ Viel wichti­ger wäre es, dieses „Gemeinsame Wort zwischen uns und Euch“ auf die Dörfer zu tragen, in die Moscheen vor Ort, zu den muslimischen Gemeinschaften unserer Nachbarschaft. Dort muss der Dialog geführt werden, und mit diesem Papier kann er geführt werden.

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