Marion Küpker - neue Friedensreferentin im Versöhnungsbund

Schon vor einger Zeit konnte erfolgreich der Auftrag der Mitgliederversammlung erfolgreich umgesetzt werden: Wenn genügend Spendenzusagen eingehen, sei eine neue Hauptamtlichenstelle für die Arbeit gegen Atomwaffen einzurichten.

Weil viele Leute sich engagiert haben, weil Werbeflyer und Rundbriefartikel wahrgenommen wurden, und weil viele erfolgreiche Gespräche geführt wurden, war die Bedigung erfüllt und wurde Marion Küpper zum 1. November Marion Küpker bei uns mit einem Teilzeitauftrag (30 Stunden) angestellt.

Sie wird unsere Arbeit für die Abschaffung der Atomwaffen intensivieren: Konkret heißt das z.B., dass sie Aktionen für den Abzug der US-amerikanischen Atomwaffen organisiert, die im Rahmen der „nuklearen Teilhabe“ auf dem Bundeswehrfliegerhorst in Büchel stationiert sind, und mit inhaltlicher Arbeit für den Atomwaffenverbotsvertrag der UN wirbt.

Zwei Gedanken haben uns zu diesem Schritt veranlasst: Zum einen brauchen wir die kontinuierliche Arbeit gegen Atomwaffen - durch die Aufkündigung des INF-Vertrages durch Donald Trump und durch die zunehmenden Spannungen zwischen den Großmächten wächst die Gefahr des Einsatzes dieser Massenvernichtungswaffen. Die Atomrüstung wird von vielen Menschen abgelehnt, aber die Politik nimmt das noch nicht auf. Wir brauchen deshalb kompetente Hauptamtliche, die uns dabei unterstützen, informieren, koordinieren und organisieren.

Zum anderen wollen wir eine engagierte Frau unterstützen: Marion Küpker hat in diesem Bereich schon jahrezehnte lang gearbeitet. Sie hat sich eine hohe Kompetenz erarbeitet und ist Sprecherin der Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt. Namentlich wurde Marion gerade für die Kampagne für den Aachener Friedenspreis geehrt, für die sie bereits 2018 den Oberhausener Friedenspreis entgegen nehmen durfte. Der Trägerkreis der Kampagne, zu dem auch der Versöhnungsbund e.V. gehört,  ist Teil des internationalen Netzwerkes ICAN, das für seine Aktivitäten für ein Atomwaffenverbot im Jahr 2917 den Friedensnobelpreis erhielt.

Durch einen zweijährigen öffentlichen Zuschuss über 50 % und vieler Friedenspat*innen ist es nun möglich, ihr ein kontinuierliches Gehalt für diese Arbeit zu zahlen. Damit diese Arbeit auch mit ihren Nebenkosten abgesichert werden kann, benötigen wir aber weitere Spenden – und natürlich die aktive Teilnahme an dem Projekt, die Atomwaffen aus unserer Welt zu verbannen!

Hier ihre Selbstvorstellung:

Es ist mir eine große Freude jetzt seit dem 1. November 2019 den Versöhnungsbund als „Friedensreferentin mit Schwerpunkt Atomwaffen“ öffentlich repräsentieren zu dürfen. Es ist mein lang gehegter Wunsch, Friedensarbeiterin eines pazifistischen Verbandes zu sein, in dem auch Frauen gleichwertig vertreten sind. So beeindruckt mich die Frauen-Quotierung des VB-Vorstandes sehr, was leider immer noch keine Selbstverständlichkeit innerhalb der Friedensbewegung ist.

Mein neuer Arbeitsplatz wurde nur möglich, weil sich viele von Euch für eine kontinuierliche Spende für meinen Arbeitsplatz entschieden haben. Hierfür möchte ich mich bei Euch allen sehr herzlich bedanken!

Seit einigen Jahren bin ich Mitglied im Versöhnungsbund und stelle immer wieder überraschend fest, mit wie vielen VB-Mitgliedern ich bereits seit langem – mit einigen sogar bereits seit 20 Jahren – zusammen arbeite. Ich werde sie hier allerdings nicht aufzählen, da ich sehr wahrscheinlich jemanden vergessen könnte!

Ich glaube sehr stark daran, dass wir es in den kommenden Jahren schaffen können, den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland durchzusetzen. Diese Arbeit braucht Optimismus und einen langen Atem: So glaube ich auch an die baldige Unterzeichnung des Atomwaffen-Verbotsvertrages durch unsere Regierung. Immerhin haben aktuell bereits 1/3 aller deutschen Abgeordneten ihre Unterschrift zum Verbotsvertrag gegeben: die Bundestags-Abgeordneten von DIE LINKE sogar zu 100 %, Bündnis 90/Die Grünen Bundestags-Abgeordneten zu 98,5 %, gefolgt von der SPD mit 21 %. Eine verbindliche Festlegung im Grundsatzprogramm der Grünen könnte gewährleisten, dass die Frage der Atomwaffen in Deutschland bei den Koalitionsverhandlungen der kommenden Wahl nicht als Verhandlungsmasse geopfert werden kann.

Mittlerweile sind die Bürgermeister*Innen für den Frieden auf 650 Städte angewachsen: Deutschland steht damit – nach Japan und dem Iran – weltweit auf Rang 3. 55 Städte und zwei Landkreise (Berlin und Rheinland-Pfalz) haben seit der US-Aufkündigung des INF-Vertrages vom 2. März 2019, deren Aufkündigung Russland sofort folgte, den Städteappell unterzeichnet. Damit vertreten die Städte 15,6 Millionen Bundesbürger in ihrer Forderung nach einem Beitritt der Regierung zum Atomwaffen-Verbotsvertrag.

Zu den Bücheler Protesten der „20-wöchigen Aktionspräsenz“ wurden am 7. Juli 2019 durch die Projektgruppe „Kirchen gegen Atomwaffen“ (der auch VB-Mitglieder angehören) – und mit Beteiligung der prominenten ehemaligen Landesbischöfin Margot Käßmann – rund 1100 Menschen mobilisiert. Die Christ*Innen kamen aus sieben Evangelischen Landeskirchen, gemeinsam mit Mitgliedern der katholischen Friedensbewegung Pax Christi etc. Dieses stellte einen neuen Höhepunkt dar. Für den „Kirchlichen Aktionstag“ am 6. Juni 2020 wurde nun die evangelische Bischöfin Annette Kurschus gewonnen.

Das Jahr 2020 ist der 75. Gedenktag der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Im Laufe des Jahres 2020 wird – laut Beatrice Fihn von ICAN – der Atomwaffen-Verbotsvertrag durch 50 Länder ratifiziert und damit in Kraft treten. Dadurch werden anschließend Deinvestment-Kampagnen eine große Bedeutung bekommen. Unser Kampf am Symbolort Büchel – inklusive des gewaltfreien Zivilen Ungehorsams – wird sich zunehmend auch auf die anderen europäischen Atomwaffen-Standorte, wie Kleine Brogel/Belgien und Volkel/Niederlande ausweiten.

Alle Aktivitäten unseres bundesweiten Trägerkreises der Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ bedürfen einer weiteren Vernetzungs- und Einbindungsarbeit in viele weitere gesellschaftliche Gruppierungen. In diese Arbeit möchte ich den Versöhnungsbund stärker einbinden. Als Friedensarbeiterin vertrete ich damit jetzt offiziell den Versöhnungsbund in der Kampagne!

Für eine Welt ohne Atomwaffen!

Marion Küpker