Der Vorstand

Laut Satzung leitet der Vorstand die Arbeit des Versöhnungsbundes, vertritt ihn in der Öffentlichkeit und sorgt für die Umsetzung der Beschlüsse der Mitgliederversammlung.

Dazu trifft er sich etwa fünfmal im Jahr jeweils für ein Wochenende. Entscheidungen, die zwischen diesen Sitzungen getroffen werden müssen, trifft der Geschäftsführende Vorstand, der aus dem Vorsitzenden, der Schatzmeisterin und einem weiteren Vorstandsmitglied besteht und auch einen engen Kontakt zur Geschäftstelle hält.

Ziel ist es, dass der Vorstand zwar die Gesamtverantwortung für die Arbeit des Verbandes trägt, dass aber Impulse genausogut von seinen anderen Mitgliedern ausgehen können und wichtige Aufgaben (sowohl inhaltlicher Art wie auch in der Kommunikation zur Öffentlichkeit) von ihnen übernommen werden.

Der auf der Mitgliederversammlung im Mai 2016 gewählte Vorstand:

Ullrich Hahn, Copyright: Benjamin Pütter

Ullrich Hahn (Präsident)

Jahrgang 1950, wohnhaft in Villingen-Schwenningen.

Rechtsanwalt mit Schwerpunkt im Ausländer- und Flüchtlingsrecht sowie als Fachanwalt für Strafrecht

Mitglied im Versöhnungsbund seit 1973 nach vorangegangener Kriegsdienstverweigerung als Reservist; Mitarbeit in der seit 1977 bestehenden Vb-Gruppe Schwarzwald-Baar und dem hieraus entstandenen "Lebenshaus" Trossingen mit dem angeschlossenen Nudelhaus.

Neben dem praktischen und politischen Eintreten für die Rechte von Flüchtlingen, Straftätern und anderen sozial ausgegrenzten Gruppen beschäftigen mich die geistigen (philosophischen und theologischen) Grundlagen gewaltfreien Lebens und Handelns, die Verknüpfung von Gerechtigkeit und Frieden, insb. die Kritik an den Strukturen der Gewalt in den internationalen und gesellschaftlichen Beziehungen, die Tradition des Widerstandsrechts bis hinein in die Verteidigung von Aktionen und Akteuren des zivilen Ungehorsams.

 

Berthold Keunecke

Berthold Keunecke  (Vorsitzender)

Jahrgang 1961, wohnhaft in Herford.

"Ich bin in Bielefeld aufgewachsen und habe dort 1980 meine ersten Schritte in der Friedensbewegung getan, als wir eine Friedensgruppe in unserer Kirchengemeinde gründeten. Während meines Theologiestudiums habe ich dann den Versöhnungsbund kennengelernt und dort meine geistige Heimat gefunden.

Als Möglichkeit, gewaltfreien Druck aufzubauen, habe ich dann den Zivilen Ungehorsams entdeckt und mich an verschiedensten direkten Aktionen beteiligt. Mir war dabei immer wichtig, durch Konsens und Gewaltfreiheit in unseren Aktionen schon jetzt die Welt anbrechen zu lassen, die wir anstreben.

Ich habe mich intensiv am Konziliaren Prozeß für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung beteiligt. Als der Versöhnungsbund mit anderen Friedensverbänden gemeinsam den „Bund für Soziale Vereidigung“ (BSV) 1988 gründete, habe ich dort aktiv mitgewirkt, z.B. in der Kampagne „1000 Leute lernen Gewaltfreis Handeln“ und in den  Diskussionen um die Gründung eines Zivilen Friedensdienstes. Von 2003 bis 2009 bin ich Co- Vorsitzender dieses Fachverbandes für gewaltfreie Konfliktbearbeitung und Militärkritik  gewesen. In letzter Zeit waren mir neben dem Einsatz für von Abschiebung bedrohte Geflüchtete insbesondere Aktionen gegen die Atombomben in Büchel und das zentrale Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in der Altmark wichtig."

 

Bernadette Ackva

Bernadette Ackva

1959 geboren, wohnend in Schöffengrund/Taunus

Pastoralreferentin in Schule und Gemeinde, VB Kommission Flüchtlinge, Naturpädagogin

Das philosophisch - theologische Studium in St. Georgen / Frankfurt und der weite ökumenische Horizont des Versöhnungsbundes brachten mich Anfang der 80iger Jahre zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der kleinen Schrift von Hildegard Goss - Mayr „Der Mensch vor dem Unrecht“, sowie mit Raimund Schwager und René Girard. Seitdem sehe ich mein Engagement im Sinne der Gewaltfreien Aktion als ein neugieriges und mutiges Voranschreiten mit und für den biblischen Schalom. Wir gründeten die VB Ortsgruppe Frankfurt.

Die Friedensarbeiterausbildung im internationalen Freundschaftsheim Bückeburg bereicherte mich seit 1981. Während meiner Erziehungszeit kam eine tief gehende Ausbildung zur Naturpädagogin an der Naturschule Freiburg e. V.  hinzu. Die Gedanken von Joseph Cornell und Dr. Sigrid Lechner-Knecht  räumten den vielfältigen Beziehungsreichtum, durch und mit dem wir als Menschen leben, endlich die ihm angemessenen Sprachformen ein. Ich entdeckte die Natur wieder neu als eine Lehrmeisterin, von der Bonaventura bereits sagte, sie sei „das erste Buch - von Gottes Hand“ geschrieben. Sie weist uns mit ihrer nahen und zugleich globalen Sprache auf die Wege aus unseren fahrlässig tötenden ökonomischen Sackgassen.

In demselben Anliegen bot ich von 2006 – 2009 als Dozentin an der PH Heidelberg im Fächerverbund Naturwissenschaft und Religion Outdoorseminare an zum Thema: „Vom Mythos zum Logos – Mit der Schöpfung nachhaltig leben lernen.“

Seit 2009 setze ich mich als Botschafterin für die Erd-Charta ein - mit dem Ziel einer weltweiten, nachhaltigen, verbindlichen Ethik, die auch den natürlichen Geschöpfen einen Eigenwert und ein ursprüngliches Recht zuerkennt. 

Da sich der Versöhnungsbund dem uralten biblischen Schalomauftrag verpflichtet hat, möchte ich im Vorstand meinen Teil dazu beitragen, eine Sprache wieder zu beleben, die im Kampf um mehr Gerechtigkeit jedem und jeder eine Stimme gibt  –  den großen und den kleinen Geschöpfen, so aber auch den verletzten Gewalttätigen, den Schüchternen und den Verstummten.

 

Veronica Geue

Veronica Geue

Jahrgang 1987, wohnhaft in Köln.

Studiert Humanmedizin und Kulturwissenschaften (mit dem Schwerpunkt Philosophie) in Köln und an der Fernuniversität in Hagen. Zudem seit fünf Jahren Ausbildung in Chinesischer Medizin bei der Sociatas medicinae sinensis in München. Mitglied im Versöhnungsbund seit 2004 - dort Mitbegründung des Jugendrates. Mitintitiatorin der Hochschulgruppe der Kritischen Medizinstudierenden in Köln. Auslandserfahrungen im Rahmen von medizinischen Praktika, einem Studiensemester in Frankreich und Reisen.

Durch die Besuche der Jahrestagung des Versöhnungsbundes seit meiner frühen Kindheit begleiten mich Ideen gewaltfreien politischen Engagements schon fast mein ganzes Leben lang. Während meines Studium der Humanmedizin kamen u.a. Interessen und Aktivitäten zur Bildungspolitik, Gesundheitspolitk (im Besonderen die medizinische Versorgung Geflüchteter) und Klimapolitik hinzu. Mit dem Zweitstudium der Philosophie erhoffe ich mir eine besseres Verständnis von Hintergründen. Ein besonderes Anliegen ist mir die internationale Zusammenarbeit mit anderen IFOR-Zweigen.

 

Miriam Klemm

Miriam Klemm

Jahrgang 1986, wohnhaft in Aachen

Als Friedens- und Konfliktforscherin (MA) arbeite ich in der Entwicklungszusammenarbeit und bin als Referentin für die Große Seen Region Afrika bei der Frauenrechts- und Hilfsorganisation medica mondiale e.V. tätig. 

Mit dem Versöhnungsbund bin ich seit meiner verbunden. War es in der Kindheit vor allem die Vorfreude auf die alljährliche Jahrestagung und das Erlebnis, dass sich wie ein großes Familienfest anfühlte, begann ich mich seit meiner Jugend mit den Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung auch inhaltlich auseinanderzusetzen. Mein großes Interesse galt jeher den internationale Konflikten und ihre globalen wie lokalen Wurzeln. Durch mein Interesse für die internationale Zusammenarbeit begann ich zunächst als Jugendvertreterin, später als reguläre Vertreterin den Deutschen Versöhnungsbund auf europäischen und internationalen Treffen zu vertreten und begleitete zudem internationale Gäste des Deutschen Versöhnungsbundes auf Vortragsreisen.

Von 2008 bis 2012 war ich  bereits einmal für zwei Legislaturperioden Mitglied des Vorstands, wobei ich dort schwerpunktmäßig die internationale Arbeit des Versöhnungsbundes vertrat. Jetzt möchte ich zudem stärker meine Erfahrungen im Begleiten von Veränderungs- und Organisationsentwicklungsprozessen einbringen.

 

Samya Korff

Samya Korff

Jahrgang 1990, wohnhaft in Hamburg

Studiert im Master Psychologie an der Uni Hamburg. Seit ihrer Kindheit ist sie bei den Jahrestagungen dabei und ist damit ein Stück weit mit den Ideen der Gewaltfreiheit aufgewachsen.
Samya war für vier Jahre im Jugendrat aktiv und hat dabei auch besonders die internationale Arbeit des Versöhnungsbundes kennen gelernt.

Besonders interessieren sie die Arbeit gegen Atomwaffen und die Arbeit gegen Rassismus und Ausgrenzung. Anfang 2016 hat sie die Campapeace Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und ist nun mit den Grundlagen der Kampagnenarbeit und Kampagnenmoderation vertraut.
   

Melina Matzanke

Melina Matzanke (im Tandem mit Anna Wetzel)

Jahrgang 1993, wohnhaft in Berlin.

Studiert Kunst und Politikwissenschaften auf Lehramt an der UdK und FU Berlin. Durch das Projekt "Lutherix für XertifiX", kam Melina 2006 in Kontakt mit dem Versönungsbund.

Ihr Interesse liegt vorallem bei der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Indien. Dabei beschäftigt sie sich sehr mit dem Thema Kinderarbeit in Indien, wobei das Augenmerk auf Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen liegt. Sie ist aktiv im Verein Yamuna e.V., der seine Arbeit auf die Bekämpfung von Kinder- und Sklavenarbeit in Indien ausgelegt hat.

Seit diesem Jahr im Tandem mit Anna Wetzel die Vertreterin für die Jugend.

 

Annette Nauerth

Jahrgang 1958, wohnhaft in Bielefeld

"Ich bin ausgebildete Krankenschwester, Ärztin und arbeite als Professorin an der Fachhochschule Bielefeld im Bereich Pflege und Gesundheit.

Den Versöhnungsbund habe ich während des Studiums in Münster kennengelernt und bin Mitglied geworden, als ich nach dem Studium festmachen wollte, dass ich an den Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung weiter arbeiten will.

Seit dieser Zeit habe ich in den Regionalgruppen Minden, Münster und Bielefeld mitgearbeitet. Regelmäßig habe ich an den Jahrestagungen teilgenommen und vor allem in der Genderkommission mitgearbeitet. Ein wichtiges Anliegen war, die Jahrestagung so zu gestalten, dass Menschen unterschiedlicher Prägung, unterschiedlichen Alters und in unterschiedlichen sozialen Situationen, mit ihren jeweiligen Anliegen sich willkommen fühlen können und einen Raum finden, sich einzubringen.

Dass es im Versöhnungsbund bisher gelungen ist, so verschiedene individuell geprägte Menschen über eine so lange Zeit an einem großen Thema zusammen zu halten, ist für mich sehr beeindruckend und ein echtes Hoffnungszeichen."

 

Anna Wetzel

Anna Wetzel (im Tandem mit Melina Matzanke)

Jahrgang 1993, wohnhaft in Berlin.

Studiert zur Zeit Deutsch und Politik auf Lehramt und kann sich soziales Engagement aus ihrem Leben nicht mehr wegdenken.

Seit 2006 ist sie aktives Mitglied einer Gruppe junger Menschen gegen Kinderarbeit in Indien. Aus der anfänglichen Jugendgruppe ist nun ein Verein geworden, bei dem Anna ebenfalls einen Vorstandssitz innehat. Als Jugendvertreterin im Versöhnungsbundvorstand im Tandem mit Melina Matzanke freut sie sich auf die vielen neuen Möglichkeiten und darauf, die Ideen der Jugendlichen im Verband verbreiten zu können.

 

Eva-Maria Willkomm

Eva-Maria Willkomm

1953 geboren, wohnhaft in Villingen.
 Als Diplom-Pädagogin (mit den Schwerpunkten Erwachsenenbildung und Sonderpädagogik) und Trainerin für Konfliktbearbeitung und gewaltfreies Handeln arbeite ich bei dem Verein gewaltfrei handeln e.V. (früher Oekumenischer Dienst Schaomdiakonat). Dort plane, organisiere und leite ich Kurse in Konfliktbearbeitung und für Gewaltfreiheit. Ein wichtiger Aufgabenbereich ist die Vernetzung und politische Arbeit innerhalb der Kirche und Organisationen.
 
 In den 80er Jahren begann mein Engagement für Frieden, Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit und Bewahrung der Schöpfung  als Reaktion auf den Nato-Doppelbeschluss. Ich konnte es nicht ertragen, mir vorzustellen, dass meine Kinder in einer Welt aufwachsen, die voller Waffen ist und in der gleichzeitig Menschen verhungern. Da es leider immer noch Kriege und Waffen gibt, mache ich weiter und leiste Widerstand, wo ich es für nötig halte.
 
Kontakte und Dialog mit Menschen sind mir ganz wesentlich - ich versuche, das zu praktizieren, was Martin Buber so ausdrückt: "Alles wirkliche Leben ist Begegnung".
Seit 2011 organisiere ich die Treffen einer Versöhnungsbundgruppe in Kassel, die sich monatlich zum Austausch politischer Themen trifft.
 
 ...und wenn ich noch Zeit habe, dann schwimme ich, fahre Rad, tanze, wandere und genieße das Leben.