Bericht Jahrestagung

Der zentrale Bericht von der Jahrestagung

Versöhnte Vielfalt - die Würde des Menschen ist antastbar - Das Thema dieser Jahrestagung hatte die Genderkommission vorgeschlagen und es war auf der letzten Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit akzeptiert worden. Ausgangspunkt war die Tatsache, dass Menschen in unserer Gesellschaft grundgesetztwidrig z.B. aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlecht, ihrer Religion, ihres Alter oder ihrer finanziellen Situation und ihres Status diskriminert und ausgegrenzt werden und zwar sowohl durch Machtstrukturen wie zunehmend auch wieder durch direkte Beleidigungen und tätliche Angriffe.Ziel war es, die eigene Wahrnehmung zu schärfen, diskriminierende Strukturen besser zu verstehen, sichtbar zu machen und Wege zu ihrer Überwindung zu suchen.

Dabei wurden auch das eigene Denken, Fühlen und Verhalten und die Strukturen in unserem Verand in den Blick genommen, sodass es immer wieder gerade auch jenseits des Plenums zu lebhaften Diskussionen kam.

Andreas Zumach, Eva Maria Willkomm, Ulrike Laubenthal, Ullrich Hahn
Samya Korff interviewt Rashmi Sharma , Bernd Reißmann, Evarossa Horz und Lucas Johnson zu ihren jeweiligen Erfahrungen von Ausgrenzung und Diskriminierung.

Die Tagung verfolgte dabei vor allem am ersten Tag das Konzept, besonders von Diskriminierung Betroffenen einen Raum für ihre Stimme zu geben, weil klar ist, dass nur sie die Experten für ihre Erfahrungen sind. Die damit verknüpfte Aufforderung an die Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft "Zuhören und Klappe halten" wurde allerdings von manchen als Zumutung empfunden und weckte bei einigen Menschen, die in der DDR aufgewachsen waren, schmerzhafte Erinnerungen an eigene Erfahrungen von Ausgrenzung und Bevormundung.

Adelheid BieseckerEinen Blick aufs Ganze warf hingegen am Freitagmorgen Prof. Dr. Adelheid Biesecker mit ihrem Vortrag "Vorsorgendes Wirtschaften:
Ökonomische Grundlage für ein gutes Leben in Vielfalt", in dem sie zum einen kritisch deutlich machte, dass die  kapitalistische Wirtschaftsweise so angelegt ist, dass sie die Vielfalt der Lebensgrundlagen unseres Planetens zerstört und zum anderen nachhaltige Alternativen aufzeigte und erzählte, wo diese jetzt schon gelebt werden.

Die Arbeitsgruppen des restlichen Freitags boten dann Raum für vielfältige Diskussionen und Vertiefungen, während bei einer Arbeitseinheit am Abend dann explizit die ausgrenzenden Strukturen im VB diskutiert wurden. Eine zentrale Frage war dabei die, was unser Verband dazu beiträgt, dass unsere Mitgliederstruktur so ist, wie sie ist, und was es Menschen mit anderen Voraussetzungen schwer macht, sich hier wohlzufühlen.

Am Beispiel des Umgangs mit Spiritualtiät wurde aber auch deutlich, dass es ein schmaler Grat ist, offen für alle Formen von Spiritutalität (und ggf. auch Nichtspiritualität) zu sein und zugleich das zu bewahren, was andere Mitglieder zum VB gebracht hat, nämlich einen Ort, wo diese ihren Glauben so leben können, dass religiöse Praxis und politisches Engagement gut zusammenkommen.

De facto war es auch auf dieser Tagung so, dass es keine einzige Veranstaltung gab, an der alle teilgeommen oder bei der sich alle wohlgefühlt hätten, was aber zumindest aus meiner Sicht der Verbindung und dem Gemeinschaftsgefühl keinen Abbruch getan hat.

Spiele für viele

Der spätere Freitagabend wie auch der Samstagvormittag standen unter dem Zeichen der Begegnung, sowohl in vielen informellen Gesprächen wie auch beim Mosaik der Friedensarbeit und den Spielen für vielen, bei denen Rainer Gertzen Menschen aller Generationen mit viel Witz und Engagement  zusammen in Bewegung brachte.

Am Nachmittag wurden in Diskussionsforen und Schnupperkurse erneut viele Aspekte der Friedensarbeit beleuchtet, bevor der Tag mit vielen unterschiedlichen festlichen Elementen ausklingen konnte: dem Fest der Vielfalt, das versuchte, jenseits spezifisch religiöser Formen unseren Geist und unsere Hoffnung lebendig werden zu lassen, eine Kästnerlesung mit Akkordeon und Klarinette, mit der Marie von Laer, Annette Weber und Gregor Lang-Wojtasik ihr Publikum verzauberten, aber auch mit Tanzmusik in der Kinowelt, dem guten Käse vom Untermühlbachof und Gesprächen bis weit in den nächsten Morgen.

Eingerahmt wurde die Tagung wie immer durch die Mosaikgruppen am Anfang, den Tagesauskling für Kinder, das Jugendforum, das morgendliche Yoga und 1000 Begegnungen im Sonnenschein rund um das Humboldt-Jugendgästehaus Bad Schussenried.

Die folgenden Dokumente (die in der nächsten Zeit noch ergänzt werden) geben einen kleinen Einblick in das Tagungsgeschehen:

  • die Einladung
  • das Grußwort von Tsepo Bollwinkel, der eigentlich auf dem Einganspodium seine Erfahrungen von Diskriminierung beschreiben wollte, aber erkrankt war (im Anhang)
  • die Eröffnungsthesen von Ullrich Hahn (im Anhang)
  • der Vortrag von Adelheid Biesecker (im Anhang) 
  • Ullrich Hahns Thesen: Mit Rechten Reden (im Anhang)
  • eine Dia-Show mit Fotoimpressionen von Tagung und Mitgliederversammlung

Bei dieser Jahrestagung im KIEZ in Arendsee ging es um das Thema, das zur Gründung des Versöhnungsbundes geführt hatte, und das noch immer die meisten seiner Mitglieder bewegt: Wie können wir klar und erfolgreich dafür eintreten, dass Krieg auf dieser Erde verhindert wird?

Andreas Zumach, Eva Maria Willkomm, Ulrike Laubenthal, Ullrich Hahn
Andreas Zumach, Eva Maria Willkomm, Ulrike Laubenthal, Ullrich Hahn

Genau diese Fragestellung war auch Thema bei der einleitenden Podiumsdiskussion unter dem Ttiel „Pazifismus zwischen Fundamentalismus und Pragmatismus“ mit Andreas Zumach, Ulrike Laubenthal und Ullrich Hahn. Dabei gab es große Einigkeit darüber, dass Kriege i.d.R. kein Mittel sind, um Probleme dieser Welt konstruktiv zu lösen, sondern dass sie unendlich viel Leid verbreiten und ihre Vorbereitung bzw. alle Formen der Rüstung große Ressourcen an Geld und Kraft verschlingen, die allen Anstrengungen fehlen, bessere Lebensbedingungen für die Mehrheit der Menschen unseres Planetens herzustellen. Dementsprechend wurde auch von allen die Notwendigkeit betont, immer wieder darauf hinzuweisen, wie jämmerlich der seit nun mehr als 15 Jahren andauernde „Kireg gegen den Terror“ gescheitert sei. Trotz des immensen Einsatzes von Geld und trotz der immensen Verluste von Menschenleben gäbe es nicht weniger, sondern mehr Terror als 2001.

Strittig hingegen war der Vorschlag von Andreas Zumach, im Falle eines nachgewiesenen (und nicht nur behaupteten!), unmittelbar bevorstehenden Völkermords militärisch einzugreifen und zwar mit einer Truppe, die von der Vollversammlung der UNO mit qualifizierter Mehrheit beauftragt würde und so strukturiert sei, dass sie komplett eigene Kommandostrukturen hätte, also nicht den Interessen von Einzelstaaten unterworfen sei. Er sah das als eine Chance, Menschenleben zu retten, während die anderen beiden große Zweifel daran hegten, dass der Aufbau so einer Truppe realisierbar sei und sie nicht doch schnell wieder eine Kriegspartei wie jede andere würde.

Susanne LuithlenIn ihrem abendlichen Vortrag, forderte Susanne Luithlen die Friedensbewegung auf, deutlich zu machen, dass ihr Pazifismus kein geduldig hinnehmender, sondern ein aktiver, „wehrhafter“ sei, der die Bereitschaft zur Auseinandersetzung und Spaß am Erfolg mit einschließe - insbesondere, wenn es darum gehe, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu gewinnen. Die Gegenseite würde unter dem Stichwort „Framing“ viel Geld für die Frage aufwenden, wie sich politische Begriffe so definieren lassen, dass die gewünschten Antworten unmittelbar einleuchteten und wir müssten uns darauf einstellen und eigene Strategien finden.

Wahrlich eine Herausforderung, wie auch die anschließende lebhafte Diskussion zeigte!

Egon SpiegelMut machen wollte hingegen der Vortrag von Egon Spiegel am nächsten Morgen. Er vertrat die These, dass Krieg weltweit zunehmend ein Tabu werde, so wie im letzten Jahrhundert die Sklaverei. Das schließe zwar nicht aus, dass er immer noch stattfinden könnte, so wie auch immer noch Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen lebten. Trotzdem sinke die Bereitschaft, Krieg zu führen zunehmend - auch weil die Menschen immer weniger dazu bereit und in der Lage seien, das Leid, dass Krieg immer bedeute, mitzutragen und auszuhalten. Als Belege nannte er z. B. die hohe Zahl an Suiziden von Kriegsheimkehrern. Spannend war auch, dass er diese Thesen zusammen mit seinem chinesischen Kollegen Chen Liu entwickelt hatte und sie auch in China öffentlich vertreten konnte.

Lucas JohnsonErmutigend waren auch die Reden unserer internationalen Gäste: Lucas Johnson, Geschäftsführer des Internationalen Versöhnungsbundes, berichtete von der Friedensbewegung im Weltmaßstab und wies  dabei z. B. auf die Erfolge der Zweige im Sudan und im Südsudan hin, die sich immer wieder mit großem Engagement dafür einsetzten, einen drohenden Bürgerkrieg zu verhindern. Tina Shubhamoorty, die unsere Tagung zusammen mit ihrem Vater Shubhamoorty Kumar,  Minister für Landreform im indischen Bundesstaat Bihar besuchte, berichtete über den Aufbau eines internationalen Gandhi-Zentrums im ländlichen Bihar. Tina Shubhamoorty

Die Impulse aller dieser Beiträge konnten nun  durch ganze andere Aspekte der Friedensarbeit ergänzt in den anschließenden Arbeitsgruppen aufgenommen werden.

Ein schöner abendlicher Ausklang war das Erzählcafe, wo in vier Runden Mitglieder des Versöhnungsbundes und anderer Friedensorganisationen berichteten, wie sie zum Pazifismus gekommen waren und was er ihnen bedeutet.

Am Samstagvormittag teilte sich die Gruppe. Während sich die einen  in Schnupperkursen mit Themen wie Mediation, Gewaltfreie Kommunikation, Anit-Bias-Arbeit oder "Großeltern für den Frieden" beschäftigten, fuhren die anderen mit einem Bus nach Magdeburg, um sich im Rahmen des "Kirchentags auf dem Weg" an einem Friedensweg zu beteiligen und mit vielen selbstgemachten Plakaten das Thema in die Innenstadt zu tragen. Am Ende lauschten sie der Proklamation des Magedeburger Friedensmanifestes, das von verschiedenen Kirchenvertreterinnen und -vertretern am Tage vorher verabschiedet worden war.

Friedensweg

Am Nachmittag wurden in Diskussionsforen erneut viele Aspekte der Friedensarbeit beleuchtet, bevor der Abend dann festlich ausgleiten konnte: Zuerst mit einem Gottesdienst, zu  dem Heidemarie Langer bibliodramatische Elemente beisteuerte, dann mit einem Rückblick auf 25 Jahre hauptamtliche  Friedensarbeit von Clemens Ronnefeldt im Versöhnungsbund und schließlich mit Tanzen, Essen, Trinken und Klönen bis tief in die Nacht.

Und wenn sich das Ganze jetzt alles sehr kopflastig anhört, daneben gab es wie immer auch die Mosaikgruppen am Anfang, den Tagesauskling für Kinder, das Jugendforum, das morgendliche Yoga und 1000 Begegnungen im Sonnenschein auf dem schönen Gelände des KIEZ in Arendsee.

Die folgenden Dokumente geben einen kleinen Einblick in das Tagungsgeschehen:

Weitere Berichte auch zur Mitgliederversammlung finden sich auch im Heft 2017/2 der VERSÖHNUNG.

Einen schönen Bericht mit Bildern und einem kurzen Film hat auch die Argentur Pressenza erstellt, die die ganze Tagung begleitet hat, ebenso Interviews  mit Ullrich Hahn, Lucas Johnson und Clemens Ronnefeldt.

Auf der anschließenden Mitgliederversammlung wurden auch zwei Presseerklärungen beschlossen

Hier noch einige Impressionen:

Jugendrat

Tagung des Jugendrats im Freien

Mit über 100 noch dabei!

Clemens Ronnefel wird  von  Bernadette Ackve und Berthold Keunecke für 25 Jahre Friedensarbeit im Auftrag des Versöhnungsbundes geehrt

Viel Spaß mit der Band Senor Morales

 

Für die Förderung der Tagung bedanken wir uns bei:

Evangelische Kirche Mitteldeutschlands

BMWZ

die schwelle

Rosa-Luxemburg-Stiftung

 

 

 


Logo Kath. Fonds
 

AnhangGröße
PDF Icon Magdeburger Friedensmanifest 20171.99 MB

Der Einladungsflyer gab dir Richtung vor:

Eine Haltung der Gewaltfreiheit zu leben bedeutet,  Verurteilungen und Urteile zu erkennen und sie zu wandeln; uns auf die Suche nach Verbindung, nach mehr Achtsamkeit für unsere Anliegen und die der anderen zu machen. Es geht darum, sich einzufühlen, zu vergeben und zu versöhnen – an einem „Ort jenseits von Richtig und Falsch“ .  [...] Die damit angesprochene Selbsttransformation ist hoch politisch; das wissen wir aus den unzähligen gewaltfreien Initiativen und Bewegungen der Geschichte bis heute. Und ein Wandel – ob politisch oder gesellschaftlich – fängt immer bei uns selbst an.

Das Ehepaar Lang erklärt die 4 Schritte der GFK

Es ging also um Gewaltfreie Kommunikation (kurz GFK)  - vor allem, aber keineswegs ausschließlich nach dem Modell von Marshall Rosenberg - so wie sie im einleitenden Vortrag von Prof. Dr. Gregor Lang-Wojtasik und seiner Frau Julia Lang vorgestellt wurde.  Für manche war das ein Einstieg, für andere eine prägnante Wiederholung von Dingen, an denen sie schon lange arbeiten.

In der ArbeitsgruppeDie Arbeitsgruppen am Freitag trugen genau dieser unterschiedlichen Ausgangslage Rechnung. Sie reichten von Einführungen in die GFK über Erfahrungsaustausch bezüglich ihres Einsatzes in Familie, Beruf und Politik bis hin zur Diskussion ihrer Risiken und Grenzen. So gab es unendlich viele angeregte Gespräche und Übungen und der strahlenden Sonnenschein eines früh hereingebrochenen Sommers tat ein Übriges, um eine schöne Atmosphäre zu schaffen.

Der Freitagabend war bunt: Markt der Friedensinitiariven, Filme zu Drohnen und der Voice of Peace, einen Piratensender, der sich 20 Jahre für die Aussöhnung von Israelis und Palästinensern eingesetzt hatte,  aber auch eine Gruppe mit der Frage: "Wohin geht der VB?" luden zu Austausch, Nach- und Weiterdenken ein, während das Gelände rund um das Jugendgästehaus Duderstadt zu kleinen Spaziergängen oder sportlichen Aktivitäten animierte.

Eine Andacht am Samstagmorgen gestalteten 2 Gäste aus Kenia: Ephraim Kadala (55), Pastor und Friedenskoordinator der Ekklesiyar Yan’uwa a Nigeria (EYN), und Hussaini Shuaibu (51), Fachhochschullehrer, Mediator und muslimischer Mitarbeiter der „Christian and Muslim Peace Initiative” (CAMPI). Sie setzen sich beide für Frieden und Dialog zwischen ihren Religionen ein und weisen alle Versuche von Boko Haram, ein Klima des gegenseitigen Misstrauens und der Gewalt zu schüren zurück. Sie erhalten dafür den Michael-Sattler-Friedenspreis und nutzten diese Andacht zu betonen, dass interreligiöse Gewalt gegen der Kerngedanken beider Religionen verstoße.

Vorbereitung zum TheaterAm Samstagvormittag ging es um die Umsetzung der GFK in gesellschaftliche Handlungsfelder, einmal in einem Großgruppenprozess mit Uli Wohland und zum anderen in einem kleineren Kreis mittels des Forumtheaters von Augusto Boal. Auf die verschiedenen Diskussionsgruppen am Nachmittag folgte dann ein fröhliches Fest, das in diesem Jahr von dem musikalischen Ressourcen der Teilnehmenden bereichert wurde (und durch den leckeren Käse des Untermühlbachhofes.

Am Sonntag leitete dann ein lebendiger Gottesdienst mit Agapefeier zum 2. Teil der Mitgliederversammlung über.

Weitere Elemente der Tagung waren die Mosaikgruppen zum Kennenlernen am Anfang, Yoga am Morgen, und ein spezielles  Programm für Kinder mit einem Tagesabschluss für Groß und Kleinund der Jugendrat am Abend.

Im Laufe der nächsten Zeit, werden wir Teile der Tagung auf dieser Seite dokumentieren. Bis jetzt vorhanden:

  • die Einladung
  • das einführende Wort von Matthias Engelke
  • Berichte in der VERSÖHNUNG (Heft 2/2016)
  • Berichte aus den Arbeitsgruppen (siehe Menü links, die mit Sternchen enthalten Übungen oder Arbeitsmaterialien)
  • Berichte aus den Kommissionen (siehe Menü links)

Finanziell gefördert wurde unsere diesjährige Tagung durch das BMZ/Engagement Global sowie durch D-A-CH deutsch sprechender Gruppen für Gewaltfreie Kommunikation e.V.

Herzlichen Dank!

Logo des BMZ

festliches KonzertKonzert beim Abschlussfest

viel war draußenViel konnte draußen stattfinden ...

AG draußenauch manche Arbeitsgruppe.

Drinnen aber die Plenumsveranstaltungen ...Drinnen aber die Plenumsveranstaltungen ...

Markt der Friedensinitiativenund der Markt der Friedensinitiativen.

"Den Mythos der Gewalt überwinden: Die Mächte kreativ verwandeln" - das Motto für die Jahrestagung 2015 spannte einen weiten Raum für die Analyse von Gewaltstrukturen und für Ansätze zu ihrer Überwindung auf.

Podium mit Clemens Ronnefeldt, Rolf Gösner, Harald GlosePodium mit Clemens Ronnefeldt, Rolf Gössner, Harald Gloede

Gerade in den einleitenden Referaten von Clemens Ronnefeldt zur Militarisierung in Deutschland, von Harald Gloede zur Militarisierung der europäischen Flüchtlingspolitik  und von Rolf Gösner zur Polizeigewalt wurde deutlich wie schnell der Glaube an die Unvermeidbarkeit  von Gewalt nicht nur das Handeln vieler politisch Verantwortlicher, sondern auch das Denken vieler BürgerInnen und Bürger bestimmt.

Dass umgekehrt pyhsische Gewalt nicht das einzige Mittel ist, Menschen zu herschaftskonformen Verhalten zu bringen, war  am nächsten Morgen die These des gemeinsamen Impulses von Ullrich Hahn und Markus Höning, die sich mit dem Buch "Psychopolitik" von Byung-Chul Han auseinandersetzten mit dem Hinweis darauf, dass viele scheinbar freiwillig sich immer mehr selbst ausbeuten und (z.B. über das Smartphone) immer mehr kontrollieren lassen, weil sonst die klare Botschaft ist, zu versagen und nicht dazu zu gehören. Dies ersetze die klassischen Gewaltmittel von Herrschaft - eine Aussage, die zumindest in den folgenden Arbeitsgruppen durchaus kontrovers diskutiert wurde.

In diesen Arbeitsgruppe kamen dann auch Elemente zur Überwindung der Gewalt zur Sprache: Das Buch Verwandlung der Mächte von Walter Wink, Soziale Verteidigung und Gewaltfreier Widerstand in verschiedenen Teilen der Welt, aber auch Witz und Tanz, um die innere Basis für Alternativen zu stärken.

Markt der Friedensinitiativen
Sahana Eliya auf dem Markt der Friedensinitiativen

Auch der Markt der Friedensinitiativen und ein Film über gewaltlosen Widerstand in Kolumbien zeugten von der Vielfalt der Methoden, dem Mythos der Gewalt Zeichen des Lebens entgegenzusetzen.

Um solche Zeichen ging es dann auch bei  den beiden Aktionen des Samstagvormittags. Zum einen zog sich ein langer Zug mit vielfältigen selbst gestalteten Plakaten durch die Bonner Innenstadt und lud Leute zum Nachdenken ein, zum anderen störte eine Blockadegruppe den geregelten Betrieb am letzten auf deutschem Boden verbliebenen Atomwaffenlager in Büchel. Für zwei Stunden kamen da keine Autos raus oder rein, Teil der Aktion Büchel 65.

Vor dem Haupttor in BüchelVor dem Haupttor in Büchel

Ein gelungener Ausklang des Samstags war der Auftritt des Bernstheyn-Trios auf dem Abschlussfest, dessen Klezmer-Musik und Hüsch-Interpretationen Jung und Alt begeisterten und der Auftakt zu vielen Gesprächen bis tief in die Nacht waren.

Weitere Elemente der Tagung waren Yoga und Jugendrat, das spezielle  Programm für Kinder mit einem Tagesabschluss für Groß und Klein und ein  Gottesdienst am Sonntagmorgen, an dem ebenfalls  alle Generationen ihre Freude haben konnten.

Eingerahmt wurde die Tagung wie immer durch die beiden Teile unserer Mitgliederversammlung.

Mehr zur Jahrestagung bieten folgende Links:

Das Protokoll der Mitgliederversammlung findet sich für eingeloggte Mitglieder im Mitgliederbereich.

Außerdem inspirierte die Tagung Hanno noch zu einem Beitrag und Bericht über eine AG in seinem Blog "Zur Freiheit berufen".

Programm für Kinder
Spiele mit Kindern

 Bernstheyn-Trio
Das Bernstheyn-Trio 

Ullrich Hahn (re.) nach dem Vortrag im Gespräch mit Eva Maria Willkomm und Karl-Heinz Bittl
Ullrich Hahn (re.) nach dem Vortrag im Gespräch
mit Eva Maria Willkomm und Karl-Heinz Bittl

Krieg abschaffen - ein hoher Anspruch, wie viele Teilnehmende an dieser Jahrestagung meinten. Lässt sich Krieg überhaupt abschaffen, etwas, was es seit vielen 1000 Jahren gibt, vielleicht seit Beginn der Zivilisation?

Kireg abzuschaffen, das beginnt in unseren Köpfen, so Ullrich Hahn in seinem einleitenden Vortrag. Krieg abzuschaffen erfordere die Absage an jegliche Kriegswaffen (also jegliche Rüstung und Rüstugnsproduktion), die Bereitschaft zum Gewaltverzicht, die Anerkennung der Grenzen des Handelns und letztlich eine annhähernd gerechte Weltgesellschaft. Dementsprechend sei die Arbeit im Frieden (im Lassen der Beteiligung an Unrecht und Gewalt) und im aktiven Tun vielfältig.

Damit war der Rahmen gesteckt, in dem sich die weitere Tagung entwickelte: Arbeitsgruppen zu Themen wie "Die Lügen der Kriegstreiber?", "Können soziale Bewegungen Kriege verhindern oder been den?", "Ist gewaltfreie Außenpolitik möglich?", aber auch "Aikido" oder "Theater gegen den Krieg" prägten den Freitag, der dann mit einem Vortrag zum Widerstand in der Colbitz-Letzlinger Heide, wo das modernste Gefechtsübungszentrum gebaut werden soll, und dem Markt der Friedensinitiativen abschloss.

Am Samstag gab es dann eine öffentliche Aktion in Salzwedel und einen Austausch in Gesprächsgruppen zu längerfristigen Fragen der Friedensarbeit. Krönender Abschluss war das Freiluftkonzert mit Les Soleils an einem wunderschönen Frühsommerabend, der so manche jungen und alten TeilnehmerInnen zum Tanzen animierte.

Weitere Elemente der Tagung waren Yoga und Jugendrat, dasspezielle  Programm für Kinder mit einem Tagesabschluss für Groß und Klein und ein  Gottesdienst am Sonntagmorgen, an dem auch alle Generationen ihre Freude haben konnten.

Eingerahmt wurde die Tagung wie immer durch die beiden Teile unserer Mitgliederversammlung.

Auf diesen Seiten wird  sich im Laufe der nächsten Tage und Woche weiteres Dokumenationsmaterial finden.

Bisher sind es:

Benjamin Pütter hat im übrigen noch mehr Fotos gemacht und ins Internet gestellt. Den Link schickt er Mitgliedern auf Anfrage gern.

Unsere Tagung wurde in Kooperation mit dem AKE-Arbeitskreis Entwicklung durchgeführt und von verschiedenen Organisationen gefördert:

  • Evangelische Kirche im Rheinland
  • Katholischer Fonds
  • Lothar-Kreyssig Ökumene-Zentrum der Ev. Kirche in Mitteldeutschland
  • Rosa-Luxemburg-Stiftung

Ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung!

Mosaikgruppe

Am Feuer

Nico Paech im GesprächAnders wirtschaften!? - Ein Evergreen. So erinnerte sich Benjamin Pütter, der seit 38 Jahren keine Jahrestagung verpasst hat, dass der Verband dieses Thema nun schon zum vierten Mal in dieser aufgegeriffen hat.

Trotzdem wurde den über 200 TeilnehmerInnen, die ihren Weg nach Arendsee gefunden hatten, schnell klar, dass das Thema nichts von seiner Brisanz verloren hatte. Genauso allerdings auch, dass es in 3 Tagen auch nicht annähernd umfassend zu behandeln ist.

Dennoch, die Begegnung mit anderen, die seit Jahren dran sind und kleinere oder größere Veränderungsmöglichkeiten erarbeitet haben, tat gut und machte Mut - genauso wie die Gemeinschaft mit Menschen aller Altersgruppen von den Ungeborenen bis zu den über 90jährigen.

Auf diesen Seiten wird  sich im Laufe der nächsten Tage und Woche weiteres Dokumenationsmaterial finden.

Bisher sind es:

Benjamin Pütter hat im übrigen noch mehr Fotos gemacht und ins Internet gestellt. Den Link schickt er Mitgliedern auf Anfrage gern.

Links zu Projekten, die auf dieser Tagung vorgestellt wurden

aus dem Gewächshaus der Alternativen:

Unsere Tagung wurde von verschiedenen Organisationen gefördert:

  • Katholischer Fonds - Kooperation Eine Welt
  • Stiftung Frieden lernen - Frieden schaffen
  • Evangelische Kirche in Mitteldeutschland - Lothar-Kreyssig Ökumenezentrum
  • AKE Arbeitskreis entwicklungspolitisches Bildungswerk

Ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung!

Mosaikgruppe

AnhangGröße
PDF Icon 2013-uh-thesen-wachstum.pdf43.9 KB

Zivilgesellschaftliche Wachsamkeit - Sehen – Hören – Widersprechen, das war der Titel des Jahrestagung, die vom 17. – 20. Mai 2012 in Arendsee/Altmark stattfand.

Über 190 Teilnehmende, darunter auch viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, waren gekommen, um sich auf verschiedene Weise dem Thema anzu nähern.

Beim Fest

Ein Impulsreferat von Björn Rohde-Liebenau zu „Zivil, gesellschaftlich und achtsam: von der Verantwortung zu antworten“ und eine Podiumsdiskussion zur „Zivilgesellschaftlichen Wachsamkeit“ mit VertreterInnen verschiedener Initiativen bildeten den Auftakt für den weiteren Tag mit der Arbeit in verschiedenen Gruppen zu Themen wie Zivilklausel an Universitäten, investigativer und konfliktsensitiver Journalismus, Verantwortung zurückgewinnen anhand von Thoreau, Dresden nazifrei, UN-Konvention für Rechte von Menschen mit Behinderungen, Strafvollzug, Energie selber machen, Blokadeaktionen, Sehen-Hören-Tanzen, Konflikte gewaltfrei lösen.

Diesen ganz verschiedenen Themenbereichen ist gemeinsam, dass sie ein Engagement brauchen, das achtsam (Sehen und Hören) und widerständig (Widersprechen) ist, weil sonst lebenswichtige Bereiche vernachlässigt oder behindert werden.

Der Abend stand dann im Zeichen des Dankes des IVB an seinen Friedensreferenten Clemens Ronnefeld für 20 Jahre unermüdliches Engagement und der Vorbereitung auf die Fahrt nach Gorleben am nächsten 'Vormittag.

Da nahmen vor dem Erkundungsbergwerk etwa 120 Tagungsteilnehmer an der Aktion „Gorleben 365“ teil: Mit dieser Veranstaltung wurde das Eingangstor für den Vormittag blockiert. Dabei erfuhren die Teilnehmenden von anderen Besonderheiten: vom Gorleben-Gebet, das seit 1989 jeden Sonntag 14 Uhr abgehalten wird, und von den vielen Aktionen zu „Gorleben 365“, die bisher zum Wachhalten und Blockieren beigetragen haben.

Vor dem Tor, Copyright Benjamin Pütter

Die Jahrestagung wurde am Nachmittag des 19. Mai mit der Arbeit von 13 Diskussionsgruppen zu Themen wie z.B. "Afghanistan - Gibt es noch eine Chance für eine Friedenslösung?", "Achtsamkeit bezüglich des Umgang des Staates mit Flüchtlingen", "Militärfreie Bildung" oder "Netzpolitik"  fortgesetzt und endete mit einem Fest am Abend, das durch den Auftritt von Matteo Capreoli eröffnet wurde.

Zum Angebot der Tagung gehörte auch die Möglichkeit, den Tag mit Yoga und mit Andachten zu beginnen und die Woche mit einem Gottesdienst zu beenden, der allabendliche Ausklang mit Kindern, die regelmäßigen Treffen des Jugendforums oder der Büchertisch zu Frieden, Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit und Herrschaftslosigkeit.

Eingerahmt wurde die Jahrestagung von der Mitgliederversammlung des Internationalen Versöhnungsbundes, Deutscher Zweig, auf der Berichte zur laufenden Arbeit, Finanzfragen, Anträge beraten wurden und die Wahl eines neuen Vorstandes erfolgte.

Im Anhang finden sich die Thesen von Ullrich Hahn zur zivilgesellschaftlichen Wachsamkeit.

Des weiteren hat Dagmar Schulte einen Radio-Beitrag über die Jahrestagung erstellt. Hier kann er (ganz oder inTeilen) gehört oder heruntergeladen werden.

Das Protokoll der Mitgliederversammlung findet sich im internen Mitgliederbereich.

AnhangGröße
PDF Icon jt12-thesen.pdf41.06 KB

Am 5.6. ging die Jahrestagung 2011 zu ende.

Wesentliche Teile sind davon im Heft 2011/2 der VERSÖHNUNG dokumentiert.

Hier finden sich:

sowie der Link zum Bericht des Göttinger Tageblatts über die Aktion „Mohn trifft Hopfen" am Samstagnachmittag.
 

Auf dem Weg zur Aktion

Flucht und Migration: Jahrestagung 2010

Sa, 16/10/2010 - 22:39 - Hanno Paul

Kinder vor Haus Venusberg

Flucht und Migration waren die Themen der Jahrestagung 2010, die vom 13.- 16. Mai wieder auf dem Venusberg in Bonn stattfand.

Und trotz des gleichzeitigen  Kirchentags waren über 240 Menschen gekommen, darunter auch viele Mitglieder europäischer Gemeinschaften, die der Cathlolic-Worker-Bewegung nachestehen und die ihr jährliches Treffen kurzerhand nach Bonn verlegt hatten.

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