Projekt „Peace and Development Foundation -Africa" in Gulu/Uganda

Seit dem Jahr 2009 pflegt ein Freundeskreis, bestehend aus Personen des Versöhnungsbundes, der Ev. Kirchengemeinde Berlin-Dahlem, des Martin Niemöller Hauses Berlin und weiteren Förderern regelmäßige Kontakte zu der ugandischen Organisation „Peace and Development Foundation-Africa“ (PDF-A).

 „Peace and Development Foundation-Africa“ (PDF-A) ist eine kleine ugandische „Nichtstaatliche Organisation“ im Norden des Landes. Sie wurde im Jahr 2007 durch einige ehrenamtliche engagierte Christen und Bürger gegründet. Seither kämpfen sie gegen die Folgen des bis 2006 zwanzig Jahre dauernden Bürgerkrieges in ihrer Region.

Die kriegerischen AuBild1seinandersetzungen zwischen den Regierungstruppen und den Rebellen haben die sozialen Strukturen der Gesellschaft im Norden von Uganda zerstört und eine ganze Generation entwurzelt und traumatisiert. Durch berufliche Zukunftsperspektiven für junge Menschen soll der fragile Frieden im Land stabilisiert werden. Desweiteren soll Sozial- und Friedensarbeit mit der jungen Generation zu einem friedlichen Zusammenleben in den Gemeinden beitragen.

PDF-A konzentriert sich bei ihrer Arbeit insbesondere auf Jugendliche bzw. Junge Erwachsene. Die Zielgruppe, die durch die Arbeit von PDF-A erreicht werden soll, sind zum einen ehemalige Kindersoldaten, die von der Rebellenarmee LRA („Lords Resistance Army“) entführt und im Busch zu Kindersoldaten ausgebildet wurden. Zum andern sind es Jugendliche, die als Binnenflüchtlinge zwar Schutz in Camps finden konnten, aber ebenfalls aufgrund der Kriegswirren keine Schulbildung oder Berufsausbildung erhalten konnten. Darüber hinaus konzentriert sich PDF-A auch auf Waisen und solche, deren Familien durch den Krieg zerrüttet wurden und die heute in absoluter Armut und am Rand der Gesellschaft leben.

Bild3Um die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der jungen Generation aufzubauen und den Frieden in den Dörfern zu stabilisieren, ist es von großer Bedeutung, die gesamte Generation, die durch den Krieg benachteiligt wurde zu adressieren. So werden bei PDF-A gleichermaßen ehemalige  Kindersoldaten und alle anderen Jugendlichen gefördert. Denn es ist eine gesamte Generation, die durch die Folgen des Krieges mit Perspektivlosigkeit, Frustration und einem geringen Bildungsgrad den sozialen Frieden gefährdet.

In der unmittelbaren Nachkriegssituation haben einige Personen von PDF-A die Initiative ergriffen und sich zunächst um die zurückgekehrten Kindersoldaten gekümmert, unter ihnen die junge, aus der selben Region stammende Sozialarbeiterin Beatrice Amony, die unentgeltlich und mit großem Engagement mit Maßnahmen zur Wiedereingliederung begonnen hat. Leider erlitt Beatrice im Jahr 2010 einen Schlaganfall, unter dem sie bis heute leidet, u.a. durch eine schwere Sprachstörung. Sie hat in jenen Jahren Pionierarbeit geleistet und maßgeblich zum Aufbau von PDF beigetragen.

Bild2Seit Winter 2010/11 werden von PDF-A regelmäßig verschiedene Kurse durchgeführt. Zum einen ein 10-monatiger Grundschulkurs, in dem die Jugendlichen die Grundschulbildung nachholen können. Sie schließen den Kurs mit dem „Primary Literacy Certificate“ ab, was eine gute Voraussetzung für weitere Bewerbungen und den Besuch der Sekundarschule ist. Zum anderen bietet PDF-A berufsbildende Kurse an. Hier werden den Jugendlichen eine handwerkliche Ausbildung zum Maurer/in, Schneider/in oder Friseu/se ermöglicht. Dies bildet die Voraussetzung für den Eintritt in den Arbeitsmarkt.

In Zukunft sollen zwei weitere Ausbildungszweige begonnen werden:

  1. Ein „Agricultural Project“ sieht den Anbau von Grundnahrungsmitteln  sowie den Aufbau einer Viehzucht  vor. Neben der landwirtschaftlichen Schulung soll durch die Nahrungsmittel den Schülern, die teils 5-20 km Schulweg zurücklegen müssen, eine warme Mahlzeit geboten werden.
  2. Ein „Motorbike Workshop“ soll eine Ausbildung zum Motorrad-Mechaniker anbieten. 

Da einige Schülerinnen oder Auszubildende bereits Mütter sind, gehört zu diesem Projekt auch ein kleiner Kindergarten. Dadurch soll jungen Eltern  Zugang zu Bildung ermöglicht und ein ungestörtes Lernen gewährleistet werden.

Zusätzlich zu den bereits genannten Kursen nehmen die Jugendlichen an zwei  weiteren Programm-angeboten teil, die insbesondere ihre Sozialkompetenzen und Persönlichkeitsbildung stärken. Die Vergangenheit der Schüler ist oft von Krieg und Gewalt geprägt. Das traditionelle Familienleben und damit die Vermittlung von sozialen Normen und Werten war während des Krieges nur begrenzt möglich. Durch die Workshops soll nun der Umgang mit Konflikten gelehrt und ein friedliches gewaltfreies Leben eingeübt werden.

Bei dem „Gewaltfreiheitstraining“ werden die Ursachen und Mechanismen von Gewalt erarbeitet. Außerdem werden Übungen zu Vertrauensbildung durchgeführt und die Grundlagen eines toleranten und demokratischen Zusammenlebens vermittelt. Ein weiterer Workshop zu verantwortlicher Lebensgestaltung („life skills“) beinhaltet Themen wie das Familienleben, der Umgang mit Geld, die Sexualität und Aids/HIV-Aufklärung sowie die Liebe und Leben als Gottes Ebenbild.

Kontakt über Uli Sonn.
Webseite des Projekts:www.pdfafrica.org

Spenden über den Versöhnungsbund mit dem Verwendungszweck: PDF Africa /Uganda
Eine Spendenquittung wird zum Jahresende erstellt.

International Peace Youth Work Camp, copyright pdf-africa

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