Herzlich willkommen beim Versöhnungsbund

Radtour für eine Friedenskirche
Radtour für eine Friedenskirche (und gegen die Verdammung der Täufer)

Der deutsche Zweig ist seit über 100 Jahren gewaltfrei aktiv gegen Krieg und Unrecht. Er vereint Menschen aller Generationen, die sich aus ihrem Glauben oder ihrer sonstigen inneren tiefen Überzeugung heraus für die Gewaltfreiheit einsetzen und auf unterschiedlichsten Wegen Schritte suchen, gewaltsame Strukturen zu bekämpfen und friendensfördernde zu schaffen.

Schauen Sie sich auf der Seite um - wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie unsere Anliegen aktiv unterstützen könnten.

vom 29. Juli - 9. August 2017 im Rahmen der Kampagne "Büchel ist überall - atomwaffenfrei.jetzt"

In diesem Jahr wird die internationale öffentliche Fastenaktion für eine atomwaffenfreie Welt und den Abzug der amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland/Büchel an verschiedenen Orten in Deutschland ihr Fastenzelt aufschlagen.

Wir laden herzlich dazu ein, an den Gedenkfeiern/Andachten teil zu nehmen. Sie finden unter freiem Himmel statt. Bei schlechtem Wetter können wir in Krefeld in die Alte Kirche gehen.

Veranstalter ist der Internationaler Versöhnungsbund - Initiativkreis gegen Atomwaffen/Regionalgruppe Cochem/Zell.

Für Gespräche und Diskussionen am Fastenzelt besteht reichlich Gelegenheit. 



Hier die Übersicht über die Orte und Zeiten:


1. Station: MUTLANGEN GMÜND, Spitalmühle, 73525 Schwäbisch-Gmünd, Spitalhof 3
Samstag, den 29.7. 


- 20.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht

Sonntag, den 30.7. 

- 8.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht
- 10.00 Uhr Gottesdienst, Mitwirkung

2. Station: STUTTGART-VAIHINGEN, EUCOM, 70563 Stuttgart-Vaihingen, Katzenbachstr.
Sonntag, den 30.7.


- 20.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht

Montag, den 31.7.

- 8.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht

3. Station: WIEHL, Weiherpark am Friedensgedenkstein, 51674 Wiehl, Weiherpark
Montag, den 31.7.


- 20.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht

Dienstag, den 1.8.

- 8.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht
- 20.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht

Mittwoch, den 2.8.

- 8.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht
- 20.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht

Donnerstag, den 3.8.

- 8.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht
- 20.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht

Freitag, den 4.8.

- 8.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht
- 20.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht

Samstag, den 5.8.

- 8.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht

4. STATION: KREFELD, Alte Kirche, 47798 Krefeld, Quarteln 13
Samstag, den 5.8.


- 18.00 Uhr Ökumenische Friedensandacht

Sonntag, den 6.8.

- 8.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht
- 10.00 Uhr Evangelischer Gottesdienst in der Alten Kirche
- 12.00 Uhr Gedenkfeier anlässlich der Zerstörung Hiroshimas durch eine Atombombe der Vereinigten Staaten von Amerika am 6. August 1945

5. Station: KÖLN-PULHEIM, Evangelische Kirche, 50259 Pulheim, Gustav-Heinemann-Str. 28
Sonntag, den 6.8.


- 20.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht anlässlich der Zerstörung Hiroshimas durch eine Atombombe der Vereinigten Staaten von Amerika am 6. August 1945

Montag, den  7.8.

- 8.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht
- 20.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht

Dienstag, den 8.8.

- 8.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht

6. Station: ATOMWAFFENLAGER BÜCHEL, Haupttor, 56828 Alflen, Kreisverkehr L52
Dienstag, den 8.8.


- 20.15 Uhr Gedenkfeier/Andacht

Mittwoch, den 9.8.

- 11.02 Uhr Gedenkfeier anlässlich der Zerstörung Nagasakis durch eine Atombombe der Vereinigten Staaten von Amerika am 9. August 1945 zugleich Abschluss der 20-Wochen-Aktion im Rahmen der Kampagne "Büchel ist überall - atomwaffenfrei.jetzt"

im Anschluss: Fastenbrechen

Interessenten die gerne ganz oder teilweise an dieser Fastenaktion  teilnehmen oder mitwirken möchten wenden sich bitte an mwEngelke@t-online.de.

Weitere Informationen unter: http://fastenkampagne.blogspot.de/.

Termin: 
29.07.2017 bis 09.09.2017

SZ-Kommentar von Heribert Prantl: Ueberwachungsgesetz im Bundestag-Der Staatstrojaner ist ein Einbruch ins Grundrecht / Do.,29.6.2017: Protest in Berlin

Di, 27/06/2017 - 21:34 - Clemens Ronnefeldt

Liebe Friedensinteressierte,

am 1.7.2017 beginnt ein neues Zeitalter der staatlichen Überwachung in Deutschland.

Die Bundesregierung hat diese Woche die Vorratsdatenspeicherung beschlossen, wonach die Kommunikationsanbieter verpflichtet werden, alle Orte, Telefonate und Kontakte per Handy und Computer zu speichern.

Am kommenden Donnerstag findet in Berlin eine Protestkundgebung gegen dieses neue Gesetz statt. Mehr dazu am Ende dieser e-mail.

Mit freundlichen Grüßen

Die Mitgliederversammlung des deutschen Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes in Arendsee wendet sich mit einem dringenden Appell zu mehr Mitmenschlichkeit gegenüber Schutzsuchenden an die Bundesregierung. Dabei sind ihr aktuell folgende Aspekte besonders wichtig:

  • Sofortiger Abschiebestopp nach Afghanistan
    Es gibt in Afghanistan keine sicheren Orte. Rückkehrer als angebliche „Verräter“ und „Ungläubige“ sind einer besonderen Gefährung ausgesetzt, verfolgt und ermordet zu werden. „Rückkehrende Flüchtlinge haben dort oft nur eine Chance zu überleben, wenn sie sich dem IS oder den Taliban anschließen“, sagt Achim Schwabe, Mitglied der Kommission „Flucht und Asyl“ des Versöhnungsbundes. „Selbst Straftäter abzuschieben ist unter diesen Umständen nicht zu verantworten.“
  • Deutliche Erleichterung und Beschleunigung des Familiennachzugs
    Die gegenwärtige Praxis bedeutet für Partner*innen, Eltern und Kinder jahrelange Trennung und ist eine grausame Verschlimmerung ihres eh schon schweren Schicksals. Während sie hier sehnsüchtig erwartet werden, ertrinken viele auf der Flucht, da ihnen ein legaler Weg verweigert wird: Die Fristen zur Beantragung des Familiennachzuges betragen meist mehr als 18 Monate. Gegenüber Griechenland hat die Bundesrepublik beispielsweise erklärt, dass maximal 70 Personen pro Monat zwecks Familiennachzug nach Deutschland überstellt werden dürfen. „Und die neuen Leitlinien des Auswärtigen Amtes vom 20. März verhindern praktisch völlig, dass minderjährige Kinder zusammen mit ihren Eltern zu ihren minderjährigen Geschwistern nach Deutschland einreisen dürfen“, kritisiert Achim Schwabe.
  • Anerkennung von Kriegsdienstverweigerung und Desertation als Asylgrund
    Vor allem aufgrund des skandalösen Urteils des Verwaltungsgerichts Münster vom Mai 2017, in welchem einem syrischen Deserteur der volle Flüchtlingsschutz verwehrt wurde, erwarten wir eine Klarstellung der Bundesregierung, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein universales Menschenrecht ist. „Der Schutz und die Aufnahme derjenigen, die sich nicht an Kriegshandlungen beteiligen wollen, wären ein sehr wirksamer Beitrag zum Frieden“, betont Mechthild Geue, Koordinatorin der Kommission „Flucht und Asyl“.
  • Bleiberecht für Roma und Sinti in Deutschland
    Viele Menschen, die aus dem Südosten Europas zu uns kommen, haben nie einen Ort gefunden, in dem sie in Würde und ohne Diskriminierung leben können. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern geht die Anerkennungsqote für sie in Deutschland aber gegen null. Neben der angemessenen Berücksichtigung der persönlichen und gruppenspezifischen Fluchtgründe erwarten wir die Gewährung des Status als Kontingentflüchtlinge als längst fälllige Konsequenz aus der deutschen Verantwortung für den Völkermord an Sinti und Roma während des Nationalsozialismus.

Der Internationale Versöhnungsbund ist eine Bewegung von Menschen, die sich mit den Mitteln der Gewaltfreiheit für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Umwelt einsetzen. Weltweit haben Mitglieder des Versöhnungsbundes immer wieder zu friedlichen Umbrüchen beigetragen. Der Internationale Versöhnungsbund ist in rund 40 Ländern vertreten und zählt sechs Friedensnobelpreisträger zu seinen Mitgliedern. Der Deutsche Zweig hat zahlreiche Organisationen der deutschen Friedensbewegung mitgegründet, z.B. Eirene, den Bund für Soziale Verteidigung und das Forum Ziviler Friedensdienst. Er hat rund 840 Mitglieder.

Weitere Infos:
Mechthild Geue, Tel. 0221-8701847 und 0151-23380812
Achim Schwabe, Tel. 021632638 und 0173-95 63 114

und über unsere Geschäftsstelle.

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Die internationale Presseagentur Pressenza hat auf der Jahrestagung 2017 vier sehenswerte Videos mit Interviews erstell mit

Video: Pazifismus vor neuen Herausforderungen

Video Ullrich Hahn: Pazifismus aktiv leben

Interview mit Lucas Johnson

Interview mit Clemens Ronnefeldt

 

 

 

 

Tags: 

Friedensbildung stärken statt Gewaltdenken fördern!
pax christi und Internationaler Versöhnungsbund fordern „Tag der Friedensbildung“

Angesichts zunehmender zwischenstaatlicher und innerstaatlicher Konflikte fordert die pax christi-Kommission Friedensbildung gemeinsam mit dem deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes eine deutliche Stärkung der Friedensbildung in Schulen und außerschulischen Einrichtungen sowie der internationalen Zusammenarbeit - durch Friedensdienste, Projekte für Gewaltprävention und Friedensförderung.

Am kommenden Wochenende wird die Bundeswehr wieder an verschiedenen Standorten den „Tag der Bundeswehr“ durchführen: Er biete diesmal unter dem Motto „Willkommen Neugier“ „den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm mit Truppe und Technik, Mitmachaktionen und Information, Militärmusik und Spitzensport“, so das Bundesministerium der Verteidigung in seinem aktuellen Portal.

„Diese Form der Werbung leugnet das Scheitern der militärischen Einsätze der letzten Jahre und ihre Opfer. Sie stellt die Bundeswehr als ein modernes Unternehmen wie jedes andere dar und verharmlost das Töten und Sterben beim Soldat-Sein als eine Mischung aus Gemeinschaft, Technik und Spaß“, kritisiert Achim Schmitz, Sprecher der Kommission Friedensbildung im Deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes.

„Es ist reine Ideologie, dass Gewalt einen nachhaltigen Beitrag zum Frieden leisten könne“, betont Peter Heim, der Sprecher der pax christi-Kommission Friedensbildung. „Gewalt schafft immer neue Gewalt. Und diese Gewalt beginnt in den Köpfen. Was wir brauchen ist eine präventive Friedenspolitik. Und die beginnt mit Friedensbildung auf allen Ebenen“, so Peter Heim.

Deshalb fordern die Organisationen von den zuständigen Verantwortlichen

  • eine offensive, unserem Verfassungsauftrag gemäße, deutlich aufgestockte öffentliche Förderung der Friedensbildung in Deutschland
  • die Etablierung eines bundesweiten „Tag der Friedensbildung“, der ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für gewaltfreie Konfliktlösungen, insbesondere im internationalen Kontext, setzen soll.
  • ein Aussetzen der kostspieligen und irreführenden Werbekampagnen für die Bundeswehr unter Kindern und Jugendlichen wie am „Tag der Bundeswehr“, auf Berufsmessen oder in den Schulen

Zum Hintergrund:

Allein von 2014 bis 2015 stiegen die Kosten für Nachwuchswerbung von 29,9 Mio.€ auf über 35,26 Mio €, also um 17,9% , die Kosten allein des Tags der Bundeswehr beliefen sich 2015 auf rund 2,5 Millionen. Der Etat des Bundesministeriums der Verteidigung steigt von 2016 bis 2017 um 2,6 Mrd€ bzw. 7,7%; der Etat für Öffentlichkeitsarbeit prozentual noch stärker. Nun steht die Forderung nach Erhöhung des Wehretats bis 2024 auf 2% des Bruttoinlandsprodukts im Raum.

Die Kritik am Tag der Bundeswehr entzündet sich auch am Zulassen des Spielens von Kindern mit Handfeuerwaffen. Die Kritik war einhellig, als 2016 Fotos davon in den Medien kursierten. Die Verteidigungsministerin war in Erklärungsnot und untersagte dies schließlich.

Bis heute darf die Bundeswehr gegen das Votum des UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes und trotz der Kritik zahlreicher Organisationen Jugendliche bereits unter 18 Jahren vertraglich binden und in den Dienst übernehmen.8

Inzwischen übernimmt die Bundeswehr sogar Aufgaben, die eigentlich den öffentlichen Schulen vorbehalten sind. Ein Schulabschluss ist an sich Voraussetzung für die Übernahme in die Bundeswehr als Zeitsoldat. So berichtet der NDR über einen Jugendlichen, der in sechs Monaten (!) den Hauptschulabschluss nachholen soll, damit er anschließend seinen Dienst in der Marine leisten darf.910. Schulbildung ist originäre Aufgabe der Zivilgesellschaft!

Köln / Berlin / Minden, den 8.6.2017

Kontakt für die Medien

 Peter Heim
pax christi-Kommission Friedensbildung
0221-94658008, 0151-28227400

Berthold Keunecke, Vorsitzender VB
0176- 28 99 80 63
Dr. Achim Schmitz (s.o.)
Kommission Friedensbildung VB 

Ein Interview mit Berthold Keunecke, dem Vorsitzenden des Versöhnungsbundes, zu diesem Thema: https://www.freie-radios.net/83479

Die Belege zu den Zitaten und weitere Kontaktdaten finden sich in der beigefügten pdf-Datei, die die Presseerklärung noch einmal formatiert enthält.

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Bei dieser Jahrestagung im KIEZ in Arendsee ging es um das Thema, das zur Gründung des Versöhnungsbundes geführt hatte, und das noch immer die meisten seiner Mitglieder bewegt: Wie können wir klar und erfolgreich dafür eintreten, dass Krieg auf dieser Erde verhindert wird?

Andreas Zumach, Eva Maria Willkomm, Ulrike Laubenthal, Ullrich Hahn
Andreas Zumach, Eva Maria Willkomm, Ulrike Laubenthal, Ullrich Hahn

Genau diese Fragestellung war auch Thema bei der einleitenden Podiumsdiskussion unter dem Ttiel „Pazifismus zwischen Fundamentalismus und Pragmatismus“ mit Andreas Zumach, Ulrike Laubenthal und Ullrich Hahn. Dabei gab es große Einigkeit darüber, dass Kriege i.d.R. kein Mittel sind, um Probleme dieser Welt konstruktiv zu lösen, sondern dass sie unendlich viel Leid verbreiten und ihre Vorbereitung bzw. alle Formen der Rüstung große Ressourcen an Geld und Kraft verschlingen, die allen Anstrengungen fehlen, bessere Lebensbedingungen für die Mehrheit der Menschen unseres Planetens herzustellen. Dementsprechend wurde auch von allen die Notwendigkeit betont, immer wieder darauf hinzuweisen, wie jämmerlich der seit nun mehr als 15 Jahren andauernde „Kireg gegen den Terror“ gescheitert sei. Trotz des immensen Einsatzes von Geld und trotz der immensen Verluste von Menschenleben gäbe es nicht weniger, sondern mehr Terror als 2001.

Strittig hingegen war der Vorschlag von Andreas Zumach, im Falle eines nachgewiesenen (und nicht nur behaupteten!), unmittelbar bevorstehenden Völkermords militärisch einzugreifen und zwar mit einer Truppe, die von der Vollversammlung der UNO mit qualifizierter Mehrheit beauftragt würde und so strukturiert sei, dass sie komplett eigene Kommandostrukturen hätte, also nicht den Interessen von Einzelstaaten unterworfen sei. Er sah das als eine Chance, Menschenleben zu retten, während die anderen beiden große Zweifel daran hegten, dass der Aufbau so einer Truppe realisierbar sei und sie nicht doch schnell wieder eine Kriegspartei wie jede andere würde.

Susanne LuithlenIn ihrem abendlichen Vortrag, forderte Susanne Luithlen die Friedensbewegung auf, deutlich zu machen, dass ihr Pazifismus kein geduldig hinnehmender, sondern ein aktiver, „wehrhafter“ sei, der die Bereitschaft zur Auseinandersetzung und Spaß am Erfolg mit einschließe - insbesondere, wenn es darum gehe, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu gewinnen. Die Gegenseite würde unter dem Stichwort „Framing“ viel Geld für die Frage aufwenden, wie sich politische Begriffe so definieren lassen, dass die gewünschten Antworten unmittelbar einleuchteten und wir müssten uns darauf einstellen und eigene Strategien finden.

Wahrlich eine Herausforderung, wie auch die anschließende lebhafte Diskussion zeigte!

Egon SpiegelMut machen wollte hingegen der Vortrag von Egon Spiegel am nächsten Morgen. Er vertrat die These, dass Krieg weltweit zunehmend ein Tabu werde, so wie im letzten Jahrhundert die Sklaverei. Das schließe zwar nicht aus, dass er immer noch stattfinden könnte, so wie auch immer noch Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen lebten. Trotzdem sinke die Bereitschaft, Krieg zu führen zunehmend - auch weil die Menschen immer weniger dazu bereit und in der Lage seien, das Leid, dass Krieg immer bedeute, mitzutragen und auszuhalten. Als Belege nannte er z. B. die hohe Zahl an Suiziden von Kriegsheimkehrern. Spannend war auch, dass er diese Thesen zusammen mit seinem chinesischen Kollegen Chen Liu entwickelt hatte und sie auch in China öffentlich vertreten konnte.

Lucas JohnsonErmutigend waren auch die Reden unserer internationalen Gäste: Lucas Johnson, Geschäftsführer des Internationalen Versöhnungsbundes, berichtete von der Friedensbewegung im Weltmaßstab und wies  dabei z. B. auf die Erfolge der Zweige im Sudan und im Südsudan hin, die sich immer wieder mit großem Engagement dafür einsetzten, einen drohenden Bürgerkrieg zu verhindern. Tina Shubhamoorty, die unsere Tagung zusammen mit ihrem Vater Shubhamoorty Kumar,  Minister für Landreform im indischen Bundesstaat Bihar besuchte, berichtete über den Aufbau eines internationalen Gandhi-Zentrums im ländlichen Bihar. Tina Shubhamoorty

Die Impulse aller dieser Beiträge konnten nun  durch ganze andere Aspekte der Friedensarbeit ergänzt in den anschließenden Arbeitsgruppen aufgenommen werden.

Ein schöner abendlicher Ausklang war das Erzählcafe, wo in vier Runden Mitglieder des Versöhnungsbundes und anderer Friedensorganisationen berichteten, wie sie zum Pazifismus gekommen waren und was er ihnen bedeutet.

Am Samstagvormittag teilte sich die Gruppe. Während sich die einen  in Schnupperkursen mit Themen wie Mediation, Gewaltfreie Kommunikation, Anit-Bias-Arbeit oder "Großeltern für den Frieden" beschäftigten, fuhren die anderen mit einem Bus nach Magdeburg, um sich im Rahmen des "Kirchentags auf dem Weg" an einem Friedensweg zu beteiligen und mit vielen selbstgemachten Plakaten das Thema in die Innenstadt zu tragen. Am Ende lauschten sie der Proklamation des Magedeburger Friedensmanifestes, das von verschiedenen Kirchenvertreterinnen und -vertretern am Tage vorher verabschiedet worden war.

Friedensweg

Am Nachmittag wurden in Diskussionsforen erneut viele Aspekte der Friedensarbeit beleuchtet, bevor der Abend dann festlich ausgleiten konnte: Zuerst mit einem Gottesdienst, zu  dem Heidemarie Langer bibliodramatische Elemente beisteuerte, dann mit einem Rückblick auf 25 Jahre hauptamtliche  Friedensarbeit von Clemens Ronnefeldt im Versöhnungsbund und schließlich mit Tanzen, Essen, Trinken und Klönen bis tief in die Nacht.

Und wenn sich das Ganze jetzt alles sehr kopflastig anhört, daneben gab es wie immer auch die Mosaikgruppen am Anfang, den Tagesauskling für Kinder, das Jugendforum, das morgendliche Yoga und 1000 Begegnungen im Sonnenschein auf dem schönen Gelände des KIEZ in Arendsee.

Die folgenden Dokumente geben einen kleinen Einblick in das Tagungsgeschehen:

Weitere Berichte auch zur Mitgliederversammlung finden sich auch im Heft 2017/2 der VERSÖHNUNG.

Einen schönen Bericht mit Bildern und einem kurzen Film hat auch die Argentur Pressenza erstellt, die die ganze Tagung begleitet hat, ebenso Interviews  mit Ullrich Hahn, Lucas Johnson und Clemens Ronnefeldt.

Auf der anschließenden Mitgliederversammlung wurden auch zwei Presseerklärungen beschlossen

Hier noch einige Impressionen:

Jugendrat

Tagung des Jugendrats im Freien

Mit über 100 noch dabei!

Clemens Ronnefel wird  von  Bernadette Ackve und Berthold Keunecke für 25 Jahre Friedensarbeit im Auftrag des Versöhnungsbundes geehrt

Viel Spaß mit der Band Senor Morales

 

Für die Förderung der Tagung bedanken wir uns bei:

Evangelische Kirche Mitteldeutschlands

BMWZ

die schwelle

Rosa-Luxemburg-Stiftung

 

 

 


Logo Kath. Fonds
 

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Ostermarschrede und Liste von humanitären Syrien-Hilfe-Organisationen - layoutet als Druckversion auf 4 Seiten / Attac droht Aberkennung der Gemeinnützigkeit: Unterstuetzungsaktion

Fr, 19/05/2017 - 22:36 - Clemens Ronnefeldt

Liebe Friedensinteressierte,

im Anhang findet sich meine diesjährige Ostermarschrede layoutet, gernezum Weitergeben und Verteilen auch auf Papier.

Ebenso lege ich eine layoutete Liste mit humanitären Organisationen bei, die sich für Menschen engagieren, die Opfer des Syrienkrieges geworden sind - ebenso zum Verteilen und Weitergeben auf Papier.

Der nachfolgende Vorgang beleuchtet den Konflikt um die Organisation Attac und deren drohende Aberkennung der Gemeinnützigkeit.

Verlautbarung der EUFOR-Versammlung in Wien am 28. bis 30. April 2017

Die Versammlung von EUFOR, dem Zusammenschluss der europäischen Zweige des Internationalen Versöhnungsbundes (IFOR) hat folgende Erklärung beschlossen:

Vor 50 Jahren, am 4. April 1967, hielt Dr. Martin Luther King Jr. eine bemerkenswerte Rede in der Riverside Church in New York City: “​Beyond Vietnam. A Time to Break Silence​1, „Jenseits von Vietnam“2. Darin wendet er sich an seine eigene Nation, die Vereinigten Staaten von Amerika, und seine eigene Bevölkerung und spricht über die Notwendigkeit, „den Verrat meines eigenen Schweigens“ über den Vietnamkrieg „zu durchbrechen“. Dann aber geht er weiter zu dem Aufruf zu einem „grundsätzlichen tiefen Wandel (…) in Leben und Politik Amerikas (…), einem Wandel von einer ‚sachorientierten‘ Gesellschaft zu einer ‚an der Person orientierten‘ Gesellschaft (…) Wenn Maschinen und Computer, Profitbestrebungen und Eigentumsrechte für wichtiger gehalten werden als Menschen, dann wird die schreckliche Dreier-Allianz von Rassenwahn, extremem Materialismus und Militarismus nicht mehr besiegt werden können.“ Und er macht geltend, dass nur eine „radikale Revolution der Werte“ die Probleme Ungleichheit, Armut und Krieg überwinden wird.<--break->

Wir, der europäische Zweig des IFOR, des internationalen Versöhnungsbundes, haben uns dieses Wochenende in Wien getroffen. Kurz bevor der neue Zyklus der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages beginnt und wenige Wochen nach dem Beginn der Verhandlungen in den UN in New York über ein Instrument zu Verbot und Verbannung aller Kernwaffen wird es jetzt für uns Zeit, die Stimme zu erheben. Wir wenden uns an unsere, die europäischen Länder, unsere Regierungen ebenso wie an unsere Bevölkerungen. Wir glauben, dass Waffen, besonders Massenvernichtungswaffen, nicht auf legitime Weise bereitgehalten oder verteidigt werden können. Da wir an die aktive Gewaltfreiheit als die einzige Macht glauben, die in der Lage ist, den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen und friedliche Lösungen für bestehende Konflikte zu finden, weisen wir jede Möglichkeit des Einsatzes von Kernwaffen aus folgenden Gründen zurück:

● Kernwaffen sind moralisch und ethisch verwerflich, da sie das Leben von Millionen Menschen, wenn nicht der gesamten Menschheit bedrohen.

● Die humanitären Folgen eines jeden Einsatzes von Kernwaffen wären katastrophal. Daran haben uns viele Untersuchungen und Appelle der drei „humanitären Konferenzen“ (in Oslo, Nayarit und Wien, 2013 und 14) aufs Neue gemahnt.

● Darüber hinaus wären die ökologischen Folgen eines jeden Einsatzes von Kernwaffen in seiner unmittelbaren und Langzeit-Wirkung verheerend.

● Der Einsatz (die Drohung mit dem Einsatz) von Kernwaffen ist nach internationalem humanitären Recht illegal.

● Durch Kernwaffen wird der absolute Wert eines jeden Lebens negiert und ihr möglicher Einsatz ist nicht an Personen („menschlicher Sicherheit“) orientiert.

Wir begrüßen die Entscheidung von mehr als 130 Staaten, nach Jahrzehnten des Stillstandes bei der nuklearen Abrüstung das Schweigen zu brechen und in Verhandlungen über einen Vertrag einzutreten, in dem Kernwaffen für illegal erklärt werden. Wir möchten alle Staaten, die bisher noch nicht an den Verhandlungen teilnehmen, dazu ermutigen, an der zweiten Sitzung im Juni und Juli 2017 teilzunehmen. Wir möchten alle Staaten ermutigen, sich gleichzeitig auch an allen entsprechenden Maßnahmen zu beteiligen, um im Rahmen der vorhandenen Verträge die Gefahren, die mit Kernwaffen verbunden sind, und die Abschreckung durch Kernwaffen wenigstens zu verringern, am besten aber zu beseitigen.

Hinsichtlich des europäischen Zusammenhanges erkennen wir die verschiedenen Rollen der beteiligten Akteure und fordern sie auf, folgendermaßen vorzugehen:

● Wir sind dafür dankbar, dass einige europäische Länder eine aktive Rolle im Verhandlungsprozess über die Beseitigung aller Atomwaffen übernommen haben (Österreich, Irland, Schweden, die Schweiz u. a.) und möchten sie dazu ermutigen, ihre Bemühungen fortzusetzen.

● Wir begrüßen die Teilnahme weiterer Länder an den Verhandlungen in New York, besonders der Niederlande als dem einzigen NATO-Mitgliedsland, das daran teilnimmt.

● Wir appellieren an alle europäischen Länder, die zur Militärallianz (NATO) und/oder der Europäischen Union gehören, sich nicht auf eine Militär-Doktrin einzulassen, die die Option der Abschreckung durch Kernwaffen oder ihren Einsatzes enthält.

● Wir appellieren an alle europäischen Länder, auf deren Boden Kernwaffen stationiert sind (Belgien, Deutschland, Italien, die Niederlande und die Türkei), angemessene Maßnahmen zu ergreifen, diese Waffen aus ihren Ländern zu entfernen.

● Wir appellieren an die beiden offiziellen Atom-Mächte in Europa, Frankreich und Britannien, ihre Verpflichtung zur nuklearen Abrüstung gemäß den bestehenden Verträgen (vor allem Art. VI des Atomwaffensperrvertrages) zu erfüllen und in Verhandlungen über einen Verbots-Vertrag einzutreten.

Uns ist bewusst, dass Appelle allein nicht ausreichen, um nukleare Abrüstung und die Abschaffung aller Atomwaffen zu erreichen. Wir gestehen außerdem ein, dass wir nicht genug getan haben, um bei den Menschen in unseren Ländern das Bewusstsein der ständigen Bedrohtheit der Menschheit anzuheben. Deshalb verpflichten wir uns dazu, miteinander und mit anderen Akteuren in unseren Gesellschaften zusammenzuarbeiten, um mit gewaltfreien Mitteln und Strategien für unsere Vision einzutreten: eine Welt ohne Kernwaffen. Das wollen wir auf folgende Weise tun:

● Wir wollen weiterhin die laufenden politischen Entwicklungen unserer Regierungen daraufhin beobachten, ob sie für oder gegen einen Fortschritt in der nuklearen Abrüstung sind.

● durch Befürwortung gegenüber unseren Regierungen, die Sperrvertrags-Verhandlungen im Juni/Juli in New York vorwärtszubringen,

● durch die Aufklärung der Öffentlichkeit über die herrschenden Risiken und Gefahren von Kernwaffen,

● durch die Fortsetzung gewaltfreier Aktionen wie Blockaden und Banner-Aktionen an Orten, wo Kernwaffen in Deutschland und Italien stationiert sind, Aktionen während des NATO-Gipfels im Mai in Brüssel und Aktionen am Hiroshima-Tag in verschiedenen Ländern,

● dadurch, dass wir als IFOR-Mitglieder bei derartigen Aktivitäten Solidarität miteinander und gegenseitige Unterstützung beweisen,

● durch das Abhalten von Aktionen am 26. September 26, dem „Internationalen Tag für die vollständige Beseitigung der Kernwaffen (A/RES/68/32)“3

Martin Luther King schloss 1967 seine Rede mit den folgenden Worten: „Heute haben wir noch die Wahl: gewaltlose Koexistenz oder gemeinsame Vernichtung durch Gewalt. Wir müssen aus der Unentschlossenheit heraus- und zum Handeln kommen. (…) Wenn wir jetzt nicht handeln, wird man uns in jene dunklen und schrecklichen Verliese der Zeit werfen, die für jene bestimmt sind, die Größe ohne Mitleid, Macht ohne moralische Verantwortung und Stärke ohne Weitsicht besitzen.“ Wenn wir uns dem Thema Kernwaffen stellen, hallen diese Worte noch nach 50 Jahren wieder.

 

Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler

1 http://www.americanrhetoric.com/speeches/mlkatimetobreaksilence.htm

2 Deutscher Text: http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/001713.html. Die Übersetzungen der Zitate habe ich mit leichten Veränderungen - diesem Text entnommen. IvHei

Wahrhaftigkeit und Gewaltfreiheit sind Geschwister, so sagt man. Doch ein bisschen Fake kann nicht nur lustig sein, sondern auch zu Debatten anregen: http://www.cdu-mit-gefuehl.de/

Die Frage scheint interessant, was mehr Auswirkung haben wird, diese schöne Aktion moderner Kommunikationsguerilla oder die eher klassischen Verfahren der Friedensbewegung (u.a. Unterschriftensammlungen, Petitionen etc.). Nun muss sich die CDU distanzieren, ohne dabei als cdu-ohne-gefuehl zu erscheinen. Da wünsche ich viel Glück !

(Thomas Nauerth in Kommentierung einer Mail der Vernetzungs-Mailliste des VB)

 

Zitat:

"Deutschlands Rolle in der Produktion und Ausfuhr von Kriegsgerät stellt für unsere Gesellschaft und uns Christen in ihr ein Dilemma dar. Das beliebte Argument „wenn wir nicht liefern, liefern andere“ sollte uns nicht unseren moralischen Kompass verlieren lassen. In der Nachfolge Jesu Christi sollten wir den Mut finden, diese Logik zu hinterfragen. Wenn wir Barmherzigkeit und Nächstenliebe zur Maxime unseres Tuns erheben, müssen wir auf den Export von Kleinwaffen verzichten."

Kann das Fake sein , ist das nicht die reine Wahrheit ?

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