Herzlich willkommen beim Versöhnungsbund

Radtour für eine Friedenskirche
Radtour für eine Friedenskirche (und gegen die Verdammung der Täufer)

Der deutsche Zweig ist seit über 100 Jahren gewaltfrei aktiv gegen Krieg und Unrecht. Er vereint Menschen aller Generationen, die sich aus ihrem Glauben oder ihrer sonstigen inneren tiefen Überzeugung heraus für die Gewaltfreiheit einsetzen und auf unterschiedlichsten Wegen Schritte suchen, gewaltsame Strukturen zu bekämpfen und friendensfördernde zu schaffen.

Schauen Sie sich auf der Seite um - wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie unsere Anliegen aktiv unterstützen könnten.

Mit dem Antikriegstag, dem 1. September 2016, startet die Kampagne „MACHT FRIEDEN. Zivile Lösungen für Syrien.“.

Wir laden ein, Kontakt mit den Bundestagsabgeorneten vor Ort aufzunehmen, um ein Gespräch vor der Mandatsverlängerung im Dezember zu bitten. Wir wollen sie in Erinnerung an ihre Verpflichtung, bei der Abstimmung über die  ihrem Gewissen zu folgen, darum bitten:

  • das Bundeswehrmandat für Syrien nicht zu verlängern,
  • sich stattdessen für eine Stärkung des Friedensprozesses unter UN-Verantwortung einzu  setzen,  in den die (vor allem syrische) Zivilgesellschaft angemessen einzubeziehen ist, und
  • die deutsche humanitäre Hilfe aufzustocken und gleichzeitig die Instrumente der Zivilen Konfliktbearbeitung auszubauen und einzusetzen.

„Dass unsere Beteiligung am Syrienkrieg die Terrorgefahr in unserem Land mindern könnte, glaubt nach 15 Jahren „Krieg gegen den Terror“ kaum noch jemand“ meint Berthold Keunecke, Vorsitzender des Versöhnungsbundes. „Statt dessen benötigen wir Unterstützung der zivilen Friedensinitiativen in Syrien und die Stärkung des Völkerrechts, das durch den Bundeswehreinsatz ohne UN- Mandat einmal mehr geschwächt wurde.“

mehr Infos: www.macht-frieden.de

Trump, Clinton und die US-Waffenlobby auch in Deutschland, Petition zum Schutz ausländischer Journalisten

Fr, 12/08/2016 - 07:42 - Clemens Ronnefeldt

Liebe Friedensinteressierte,

der US-Wahlkampf hat in den letzten Wochen eine neue Qualität bekommen.

Die Aussagen von Donald Trump vom Dienstag, 9.8., gegenüber Hillary Clinton sind auch vor dem Hintergrund der bereits eingeleiteten Ermittlungen gegen einen informellen Berater und Anhänger Donald Trumps zu sehen, der schon am 19. Juli 2016 im Rundfunk sagte, die derzeitige Präsidentschaftsbewerberin "gehöre in die Schusslinie" und sollte "wegen Verrats erschossen werden":

EU-Parlament und EU-Rat beschließen Kapitalanlage-Verbot in fossilen Energieunternehmen / R. Solnit: Warum wir Ölkonzernen (…) den Hahn zudrehen müssen

Do, 04/08/2016 - 21:25 - Clemens Ronnefeldt

Liebe Friedensinteressierte,

in meiner letzten Rundmail stellte ich das Buch von Bernd Sommer und Harald Welzer, "Transformationsdesign. Wege in eine zukunftsfähige Moderne", vor, in dem das Thema "Divestment" (Kapitalabzug) aus zerstörerischen Wirtschaftszweigen thematisiert wird.

Zum gleichen Thema veröffentlichte Le Monde Diplomatie (Juli 2016, S. 2) nun folgende kurze Meldung:

Divestment

Am 30. Juni haben das Europäische Parlament und der Rat der EU ihre Einigung auf neue Regeln für die betriebliche Altersvorsorge bekannt gegeben. Betriebliche Pensionsfonds, die derzeit europaweit Vermögenswerte von etwa 3500 Milliarden Euro verwalten, müssen ihre Investitionen künftig aus Unternehmen heraushalten, die ihre Gewinne mit schmutziger Energie machen. (…)

Im Camp

Initiiert vom Pfarrer Mathias Engelke, dem bisherigen Vorsitzenden des Internationalen Versöhungsbundes hat am 30. Juli eine eskalierende Fastenaktion begonnen. Sie dauert jedes Jahr einen Tag länger und endet in Büchel nach 10 Tagen in der Eifel, wo noch immer 20 Atomwaffen lagern, die durch neue technisch aufgerüstete ersetzt werden sollen.

In Dahlem bei der Jesus Christus Gemeinde haben die Fastenden ihre Zelte aufgeschlagen. Nur ein paar Schritte davon liegt die Freie Universität Berlin. Auf deren Gelände haben Otto Hahn, Fritz Straßmann und Liese Meitner die Kernspaltung, Grundlage für den Atomwaffenbau entdeckt.

Dort hat am 30.7. das Fasten begonnen.

Abrüstungspolitische Gespräche und Aktionen

Unterstützung erhalten sie von einem internationalen Workcamp von Jugendlichen aus Russland, Serbien, Italien und Deutschland. Die 15-köpfige Gruppe führt Gespräche über nukleare Abrüstung im Landtag von Brandenburg, dem Bundestag, Botschaften von Atomwaffenstaaten und dem Auswärtigen Amt. Sie setzen sich ein für den Stopp der technischen Aufrüstung von Atomwaffen und deren Weltweites Verbot. Mit Straßentheater vor der Gedächtniskirche in Berlin, am Fliegerhorst Büchel und in Cochem, machen sie auf ihr Anliegen aufmerksam.

Blog zur Fastenkampagne und zum Camp: http://fastenkampagne.global-zero-now.de/

Aktionen an der Gedächtniskirche:

  • Dienstag, den 2. August 12:00 bis 13:15
  • Mittwoch, den 3. August 12:00 bis 13:30

Friedensgebet in der Französisch Reformierten Kirche in Potsdam

Pfarrerin Hildegard Rogenstein fastet ebenfalls 10 Tage. Am Montag, den 1.August um 17:30 gestalten die Fastenden ein gemeinsam das dortige Friedensgebet. Mitglieder der an Gandhi orientierten Lebensgemeinschaft die Arche stoßen hinzu.

Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki

Das Workcamp und die Fastenden werden bei der Lichterzeremonie am Abend des 5. August im Volkspark Friedrichshain die Friedensglocke anschlagen. Die Zeremonie beginnt um 21:00 Uhr.

Umrundung des Fliegerhorstes

Zum 6. August, dem Hiroshima-Tag sind Fastende und die Jugendlichen des Workcamps am Atomwaffenstandort in Büchel. Die Zelte werden vor dem Haupttor aufgeschlagen. Am 7. August wird der Fliegerhorst zu Fuß umrundet. Am 9. August, dem Nagasaki-Tag, wird die Fastenaktion beendet, mit dem Wunsch, dass kein Ort auf der Welt mehr Ziel einer Atombombe wird.

Weitere Fastenaktionen

Fastengruppen über die Gedenktagen gibt es auch in Frankreich, Groß Britannien, den USA und anderen Ländern.

Kontakt: Matthias Engelke 0157 87 313 098  Wolfgang Schlupp-Hauck 0176 506 28 377

Die Fastenden

Buchvorstellung: Bernd Sommer und Harald Welzer, Transformationsdesign. Wege in eine zukunftsfaehige Moderne

Sa, 30/07/2016 - 07:45 - Clemens Ronnefeldt

Liebe Friedensinteressierte,

zur Bewältigung der gegenwärtigen Krisen scheint mir die Lektüre des nachfolgenden Buches sehr lohnend.

Bernd Sommer und Harald Welzer, Transformationsdesign. Wege in eine zukunftsfähige Moderne.

Buchvorstellung von Clemens Ronnefeldt

Nach seinem Bestseller "Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand", schrieb Harald Welzer, Professor für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg, zusammen mit Bernd Sommer, Leiter des Forschungsbereichs Klima, Kultur und Nachhaltigkeit am Flensburger Norbert Elias Center (NEC) ein weiteres inspirierendes Buch zur Bewältigung gegenwärtiger Krisen.

LogoDie Kooperation für den Frieden, deren Mitglied der VB ist ruft zum 8. Oktober 2016 zu einer Großdemonstration nach Berlin auf. Motto

DIE WAFFEN NIEDER!
Kooperation statt NATO-Konfrontation
Abrüstung statt Sozialabbau

der Aufruf dazu kann nun auch online über die dafür eingerichtete Homepage www.friedensdemo.org  unterzeichnet werden.

Dort gibt es auch weitere aktuelle Informationen zur laufenden Demo-Vorbereitung.
 

Termin: 
08.10.2016

Selbstmordanschlag in Ansbach / Kritik an Anti-IS-Koalition / Harald Welzer: Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand

Mi, 27/07/2016 - 21:22 - Clemens Ronnefeldt

Liebe Friedensinteressierte,

"Erster Selbstmordanschlag in Deutschland", titelte gestern (26.7.2016) die Süddeutsche Zeitung auf Seite 1 und schrieb über den syrischen Attentäter:

"Der Mann habe in dem Video seine 'Zugehörigkeit zum Anführer der Terrormiliz Islamischen Staat (IS), Abu Bakr- al Bagdadi, bekannt und von einem Racheakt gegen Deutsche gesprochen als Vergeltung für das Töten von Muslimen".

Vom 30. Juli bis zum 9. August findet in diesem Jahr das 7. öffentliche internationale Fasten für eine atomwaffenfreie Welt statt. Besonders in der Zeit zwischen 6. und 9. August - den Gedenktagen an die Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki durch Atomwaffen der Vereinigten Staaten von Amerika 1945 - fasten weltweit viele Menschen.

Diese Fastenaktion ist in Deutschland Teil der Kampagne "Büchel ist überall. atomwaffenfrei. jetzt", wesentlich mitgetragen von Mitgliedern des Internationalten Versöhnungbundes. Sie steht im Zusammenhang mit der Kampagne "20 Wochen gegen 20 Atombomben".

In diesem Jahr beginnt im unmittelbaren Vorfeld am 25. Juli in Berlin ein internationales Workcamp in Trägerschaft des Internationalen Versöhnungsbundes/deutscher Zweig und der Pressehütte Mutlangen.

Es werden Gespräche geführt mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung und Botschaften von atomwaffenführenden oder -besitzenden Staaten, es finden Mahnwachen, Straßentheater und Andachten statt. Zum vorläufigen Programm s. Anhang.

Seit dem ich zum ersten Mal zu dieser öffentlichen Fastenaktion für eine atomwaffenfreie Welt und den Abzug der Atomwaffen der Vereinigten Staataen von Amerika aus BÜchel in der Südeifel eingeladen habe, kündigte ich an, solange die Atomwaffe noch in Deutschland lagern und die nukleare Teilhabe aufrecht erhalten wird, jedes Jahr - so Gott will und ich lebe - einen Tag länger zu fasten indem ich einen Tag früher anfange; das ist in diesem Jahr der 30. Juli, abends mit der Andacht und Gedenkfeier am 30. Juli um 20.15 Uhr in Belrin-Dahlem, evangelische Christus-Kirche. Ab 5.8. um 20.15 Uhr bis zum 9.8. um 11.02 Uhr findet die Fastenaktion vor dem Atomwaffenlager Büchel/Südeifel statt.

Dieses öffentliche Fasten hat für mich zwei Zielrichtungen:

Es wirkt auf die Öffentlichkeit ein, mehr dafür zu tun, dass die Atomwaffen verschwinden. Es ist dafür nicht nötig nach Büchel zu kommen. Auch wenn das sicherlich sinnvoll ist. Es ist auch möglich bei sich zu Hause in der Öffentlichkeit auf dieses Unrecht hinzuweisen und Menschen zu bewegen, mehr dagegen zu tun.

Zugleich wirken wir auf die Verantwortlichen in Berlin und besonders in Büchel ein, mit uns zusammen umzukehren und gemeinsam das zu finden, was dem Leben dient und nicht länger Tod und Schrecken verbreitet. Konkret: Dass Soldaten in BÜchel erklären, dass sie völkerrechtsgemäß Abstand von Atomwaffen nehmen. Auch so kann die nukleare Teilhabe zu Ende gehen.

Weitere Informationen unter wwww.atomwaffenfrei.de durch den beigefügten Aufruf und Zeitplan

Matthias-W. Engelke

Liebe Friedensinteressierte,

die Türkei steht nach dem Putschversuch vom letzten Wochenende am Abgrund.

Günter Seufert und Rainer Hermann erläutern nachfolgend Hintergründe der aktuellen Situation in der Türkei.

Connection e.V., der Bund für Soziale Verteidigung (BSV) und der Internationale Versöhnungsbund haben gemeinsam im Juli 2016 eine sehr lesenswerte Broschüre veröffentlicht mit dem Titel "Stoppt den Kreislauf der Gewalt in der Türkei".

Einen Ausschnitt aus dem Vorwort von Rudi Friedrich füge ich bei, ebenso die Bestellmöglichkeit.

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http://www.swp-berlin.org/publikationen/kurz-gesagt/nach-dem-putschversuch-in-der-tuerkei.html

Berlin, 18.07.2016

Nach dem Putschversuch in der Türkei

Günter Seufert analysiert die Bedeutung des Putschversuches für das politische System der Türkei. Der große Gewinner sei Recep T. Erdogan. Sein Plan, ein Präsidialsystem einzuführen, könnte nun aufgehen.

Wie ein greller Scheinwerfer beleuchtet der gescheiterte Putschversuch in der Türkei die aktuelle politische Lage im Lande. So ist zu beobachten, dass höchstens zehn Prozent der Generäle und Offiziere sich am Putschversuch beteiligt haben. Dies verdeutlicht, dass die Führung des Militärs heute zur Regierung steht, mit gutem Grund, hat diese doch bereits vor einem Jahr lange erhobenen Forderungen des Militärs nach einem harten Vorgehen gegen die kurdische Guerilla-Truppe PKK nachgegeben. Erst vor wenigen Tagen hat Staatspräsident Recep T. Erdogan ein Gesetzespaket unterzeichnet, das den Generälen beim Kampf gegen die PKK im Innern erneut die Regie überträgt und den Angehörigen der Streitkräfte im Falle von Amtsmissbrauch strafrechtliche Immunität zusichert. Die erst vor einer Woche eingeleitete Normalisierung der Beziehungen mit Israel, Erdogans Entschuldigung bei Wladimir Putin und Signale einer Aussöhnung mit Ägypten sind ebenfalls im Sinne der Militärführung. Sie zeigen die Rückkehr zu einer klassischen kemalistischen Außenpolitik, die sich nicht in die Innenpolitik anderer Länder im Nahen Osten einmischt.

Ferner sieht man, dass die Putschisten das Unternehmen stümperhaft durchgeführt haben. Sie handelten offenbar unter extremem Zeitdruck. Zwar war schon lange bekannt, dass die Regierung schwarze Listen angelegt hatte und eine große Säuberung in der Armee plante. Doch dann entschied sie, die Aktion noch vor der Sitzung des Hohen Militärrats im August durchzuführen, bei der die Beförderungen entschieden werden. Offensichtlich ging es den Putschisten mehr um die Rettung ihrer eigenen Haut als um eine politische Vision für das Land.

(…)

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http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/tuerkei/militaerische-hintergruende-zum-putschversuch-14343716-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Türkei

Warum der Putsch scheiterte

Die türkische Geschichte ist reich an erfolgreichen Coups der Armee. Diesmal machten die Putschisten aber eine Menge Fehler. Deshalb konnte ihr Versuch nur scheitern.

16.07.2016

von Rainer Hermann

(…)

Die zunächst wichtigste Frage ist aber, wie es kommen konnte, dass eine Armee, die auf eine lange Geschichte „erfolgreicher“ Coups zurückblickt, einen solch dilettantischen Versuch unternimmt, die Macht an sich zu reißen. Bei den Coups der Jahre 1960, 1971 und 1980 hatten die Offiziere in jeweils kürzester Zeit die zivilen Institutionen ausgeschaltet; 1997 genügte ein Machtwort des Generalstabs, um den Islamisten Necmettin Erbakan zu stürzen.

In der Nacht auf Samstag deutete jedoch vieles schon früh darauf hin, dass dieser Versuch nicht generalstabsmäßig geplant sein konnte und daher scheitern musste. Zwar hatte sich ein Kreis aus der Luftwaffe und der Gendarmerie gegen Präsident Tayyip Erdogan und dessen AKP-Regierung verschworen. Ihr Vorgehen war jedoch derart plump, dass es Zweifel an der Professionalität der zweitgrößten Armee der Nato weckte.

Türkische Gesellschaft steht nicht hinter Putschisten

Die früheren Schläge hatten tief in der Nacht stattgefunden, wenn die Panzer ruhig rollen konnten und auf keinerlei Widerstand stießen; am späten Freitagabend waren dagegen noch viele Menschen unterwegs.

Frühere Putschisten schalteten als erstes die Präsidenten und Ministerpräsidenten aus und setzten sich an deren Stelle; diesmal konnte Präsident Erdogan aus seinem Urlaubsort Marmaris über sein Handy eine öffentliche Erklärung abgeben, auch Regierungschef Yildirim gab eine Erklärung ab. Beide riefen die Menschen auf die Straßen, wohin sie dann auch strömten. Erdogan-Anhänger hielten auf den Straßen Panzer auf, bis loyale Truppen die Putschisten neutralisieren konnten.

Ein entscheidender Unterschied zu früheren Coups ist zudem, dass in der türkischen Gesellschaft kaum jemand Partei für die Putschisten ergriffen hat. 1960, 1971, 1980 und auch 1997 hatten die Militärs jeweils eine große Mehrheit der Bevölkerung hinter sich.

Fehlkalkulationen und Planlosigkeit

Dieses Mal brachten die Putschisten vielmehr die Menschen gegen sich auf. Sollten die Bombardierung des Parlamentsgebäudes und die anhaltende Tiefflüge von Kampfflugzeugen über Ankara und Istanbul das Ziel gehabt haben, die Menschen einzuschüchtern, haben sie dieses Ziel nicht erreicht. Viele Türken, selbst wenn sie Kritiker des Präsidenten sind, sahen dieses Verhalten auch als Angriff gegen sich selbst.

Mehr unter; http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/tuerkei/militaerische-hintergruende-zum-putschversuch-14343716-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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Und hier noch eine Einschätzung von Walter Posch, Der Standard, Wien:

 
"Mit dem Mob die Macht weiter festigen"
 
 

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http://www.connection-ev.de/article-2299

Vorwort zur Broschüre "Stoppt den Kreislauf der Gewalt in der Türkei!"

von Rudi Friedrich

"Europa hat uns vergessen", das ist die bittere Aussage, die in diesen Tagen so oft im Südosten der Türkei zu hören ist. „Wir dachten, Europa stünde für Menschenrechte und Frieden. Aber im Gegensatz zum Krieg in der Türkei in den 90er Jahren, kümmert sich heute niemand darum, was bei uns geschieht.“

Wir, eine von der War Resisters‘ International (WRI) koordinierte Arbeitsgruppe, hörten dies während einer Delegationsreise, die wir Ende April nach Diyarbakr und Cizre unternahmen. Und tatsächlich spielt der Krieg in den kurdischen Gebieten der Türkei hier in Europa kaum eine Rolle. Die Europäische Union - und allen voran die deutsche Bundeskanzlerin - sucht vielmehr das Gespräch mit der türkischen Regierung und dem Präsidenten Tayyip Erdoğan, damit die Türkei Hunderttausende im Land gestrandete syrische Flüchtlinge davon abhält, in die EU zu kommen.

In dieser Broschüre dokumentieren wir Berichte über den Krieg, die Realität der Ausgangssperren und der Straßenkämpfe. Verschiedene Organisationen kommen zu Wort. Aber wir zeigen auch auf, welche zivilen Widerstandsformen, welche Solidaritätsarbeit und welche Aktivitäten es gegen den Krieg gibt.

(…)

Kampagne für ein Ende des Krieges

Die von den WRI koordinierte Arbeitsgruppe, in der u.a. Mitglieder der WRI aus der Türkei, Schweden und Spanien sowie VertreterInnen von Connection e.V., dem Bund für Soziale Verteidigung und dem Internationalen Versöhnungsbund - Österreichischer Zweig mitwirken, hatte angesichts der erneuten Eskalation der Gewalt im Januar 2016 ihre Arbeit aufgenommen. Wir starteten die Kampagne „Stoppt den Kreislauf der Gewalt in der Türkei“, die sich an den deutschen Bundesaußenminister, aber auch an die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, wendet. Tausende forderten in den Petitionen die europäischen Institutionen auf, die Parteien des Konflikts, insbesondere die türkische Regierung und die PKK zum sofortigen Waffenstillstand und zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche aufzurufen. Zudem sollen alle Waffenlieferungen in die Region gestoppt und die OSZE eingeschaltet werden, um eine Beobachtermission zu entsenden.

Um dem Nachdruck zu verleihen, entsandten die Organisationen zudem im Juni 2016 zwei MenschenrechtsexpertInnen aus der Türkei zu den internationalen und europäischen Institutionen. Und obwohl viele europäische Institutionen und Regierungen weiter schweigen: Erfreulich war, dass während der Lobbytour die Parlamentarische Versammlung des Europarates in der Resolution 2121 (2016) Stellung bezog: „Die Versammlung kommt zu dem Schluss, dass die jüngsten Entwicklungen bezüglich der Rede- und Pressefreiheit, der Aushöhlung des Rechtssystems und der Menschenrechtsverletzungen im Rahmen der Anti-Terror-Operationen der Sicherheitskräfte im Südosten der Türkei eine Bedrohung für das Funktionieren der demokratischen Institutionen darstellen und bezüglich der Verpflichtungen des Landes im Rahmen des Europarates.“

Einige Organisationen in Diyarbakır und Cizre zeigten großes Interesse an Möglichkeiten, wie ein ziviler und gewaltfreier Widerstand aufgebaut werden kann. Gemeinsam mit diesen Organisationen bereitet die War Resisters‘ International nun ein Nachfolgetreffen bzw. -seminar vor. Eine stärkere Zusammenarbeit mit den zivilgesellschaftlichen Organisationen in der Türkei, die sich gegen Krieg und für die Menschenrechte einsetzen, ist dringend geboten. Und es muss darum gehen, dass europäische und internationale Institutionen ihre Möglichkeiten nutzen, den Krieg zu beenden und eine Lösung über Friedensverhandlungen zu unterstützen.

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Die Broschüre vom Juli 2016 ist für 6 Euro zu beziehen unter:

office@connection-eV.org www.Connection-eV.org

Alle Beiträge von Clemens Ronnefeldt finden sich in unserem FriedensBlog.

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