Der Vorstand

Laut Satzung leitet der Vorstand die Arbeit des Versöhnungsbundes, vertritt ihn in der Öffentlichkeit und sorgt für die Umsetzung der Beschlüsse der Mitgliederversammlung.

Dazu trifft er sich etwa fünfmal im Jahr jeweils für ein Wochenende. Entscheidungen, die zwischen diesen Sitzungen getroffen werden müssen, trifft der Geschäftsführende Vorstand, der aus dem Vorsitzenden, der Schatzmeisterin und einem weiteren Vorstandsmitglied besteht und auch einen engen Kontakt zur Geschäftstelle hält.

Ziel ist es, dass der Vorstand zwar die Gesamtverantwortung für die Arbeit des Verbandes trägt, dass aber Impulse genausogut von seinen anderen Mitgliedern ausgehen können und wichtige Aufgaben (sowohl inhaltlicher Art wie auch in der Kommunikation zur Öffentlichkeit) von ihnen übernommen werden.

Der auf der Mitgliederversammlung im Mai 2018 gewählte Vorstand:

Ullrich Hahn, Copyright: Benjamin Pütter

Ullrich Hahn (Präsident)

Jahrgang 1950, wohnhaft in Villingen-Schwenningen.

Rechtsanwalt mit Schwerpunkt im Ausländer- und Flüchtlingsrecht sowie als Fachanwalt für Strafrecht

Mitglied im Versöhnungsbund seit 1973 nach vorangegangener Kriegsdienstverweigerung als Reservist; Mitarbeit in der seit 1977 bestehenden Vb-Gruppe Schwarzwald-Baar und dem hieraus entstandenen "Lebenshaus" Trossingen mit dem angeschlossenen Nudelhaus.

Neben dem praktischen und politischen Eintreten für die Rechte von Flüchtlingen, Straftätern und anderen sozial ausgegrenzten Gruppen beschäftigen mich die geistigen (philosophischen und theologischen) Grundlagen gewaltfreien Lebens und Handelns, die Verknüpfung von Gerechtigkeit und Frieden, insb. die Kritik an den Strukturen der Gewalt in den internationalen und gesellschaftlichen Beziehungen, die Tradition des Widerstandsrechts bis hinein in die Verteidigung von Aktionen und Akteuren des zivilen Ungehorsams.

 

Annette Nauerth

Annette Nauerth (Vorsitzende)

Jahrgang 1958, wohnhaft in Bielefeld

"Ich bin ausgebildete Krankenschwester, Ärztin und arbeite als Professorin an der Fachhochschule Bielefeld im Bereich Pflege und Gesundheit.

Den Versöhnungsbund habe ich während des Studiums in Münster kennengelernt und bin Mitglied geworden, als ich nach dem Studium festmachen wollte, dass ich an den Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung weiter arbeiten will.

Seit dieser Zeit habe ich in den Regionalgruppen Minden, Münster und Bielefeld mitgearbeitet. Regelmäßig habe ich an den Jahrestagungen teilgenommen und vor allem in der Genderkommission mitgearbeitet. Ein wichtiges Anliegen war, die Jahrestagung so zu gestalten, dass Menschen unterschiedlicher Prägung, unterschiedlichen Alters und in unterschiedlichen sozialen Situationen, mit ihren jeweiligen Anliegen sich willkommen fühlen können und einen Raum finden, sich einzubringen.

Dass es im Versöhnungsbund bisher gelungen ist, so verschiedene individuell geprägte Menschen über eine so lange Zeit an einem großen Thema zusammen zu halten, ist für mich sehr beeindruckend und ein echtes Hoffnungszeichen."

 

Bernadette Ackva

Bernadette Ackva

1959 geboren, wohnend in Schöffengrund/Taunus

Pastoralreferentin in Schule und Gemeinde, VB Kommission Flüchtlinge, Naturpädagogin

Das philosophisch - theologische Studium in St. Georgen / Frankfurt und der weite ökumenische Horizont des Versöhnungsbundes brachten mich Anfang der 80iger Jahre zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der kleinen Schrift von Hildegard Goss - Mayr „Der Mensch vor dem Unrecht“, sowie mit Raimund Schwager und René Girard. Seitdem sehe ich mein Engagement im Sinne der Gewaltfreien Aktion als ein neugieriges und mutiges Voranschreiten mit und für den biblischen Schalom. Wir gründeten die VB Ortsgruppe Frankfurt.

Die Friedensarbeiterausbildung im internationalen Freundschaftsheim Bückeburg bereicherte mich seit 1981. Während meiner Erziehungszeit kam eine tief gehende Ausbildung zur Naturpädagogin an der Naturschule Freiburg e. V.  hinzu. Die Gedanken von Joseph Cornell und Dr. Sigrid Lechner-Knecht  räumten den vielfältigen Beziehungsreichtum, durch und mit dem wir als Menschen leben, endlich die ihm angemessenen Sprachformen ein. Ich entdeckte die Natur wieder neu als eine Lehrmeisterin, von der Bonaventura bereits sagte, sie sei „das erste Buch - von Gottes Hand“ geschrieben. Sie weist uns mit ihrer nahen und zugleich globalen Sprache auf die Wege aus unseren fahrlässig tötenden ökonomischen Sackgassen.

In demselben Anliegen bot ich von 2006 – 2009 als Dozentin an der PH Heidelberg im Fächerverbund Naturwissenschaft und Religion Outdoorseminare an zum Thema: „Vom Mythos zum Logos – Mit der Schöpfung nachhaltig leben lernen.“

Seit 2009 setze ich mich als Botschafterin für die Erd-Charta ein - mit dem Ziel einer weltweiten, nachhaltigen, verbindlichen Ethik, die auch den natürlichen Geschöpfen einen Eigenwert und ein ursprüngliches Recht zuerkennt. 

Da sich der Versöhnungsbund dem uralten biblischen Schalomauftrag verpflichtet hat, möchte ich im Vorstand meinen Teil dazu beitragen, eine Sprache wieder zu beleben, die im Kampf um mehr Gerechtigkeit jedem und jeder eine Stimme gibt  –  den großen und den kleinen Geschöpfen, so aber auch den verletzten Gewalttätigen, den Schüchternen und den Verstummten.

 

Portrait

Birgit Ahlborn

Jahrgang 1964, wohnhaft in Wiesen

Lehrerin, Genderkommission

 

 

 

 

 

 

Portrait

Barbara Bürger

Jahrgang 1951, wohnhaft in Magdeburg

Evangelische Pfarrerin im Ruhestand

Geboren wurde ich in Nebra an der Unstrut in der Nähe der damals noch unentdeckten sogenannten Himmelsscheibe. Bis zur gewaltfreien Revolution 1989 war mein Leben stark geprägt von der Auseinandersetzung zwischen Kirche und DDR - Staat.  Mit dem Fall der Mauer taten sich ungeahnte Türen für mich auf: Ich hatte die Möglichkeit als Schulpfarrerin zu arbeiten und mit Kindern und Jugendlichen meine Lieblingsthemen von Spiritualität und gesellschaftlichem Engagement zu besprechen. Ich wurde Mitglied im VB. In den Jahren 2000/ 2001 absolvierte ich die Ausbildung zur Schalomdiakonin bei "gewaltfrei handeln e.V." und ging anschließend für 1 Jahr  nach Chile in ein Frauenprojekt.  Heute  liegt mir am Herzen, in Magdeburg und in der Nähe Leute zu finden und zu vernetzen, die sich dem gesellschaftlichen Wandel stellen in ihrem eigenen Leben und  in ihrer Umgebung.

Nachdem ich von 2012-2014  schon einmal im Vorstand gearbeitet habe, wünsche ich mir für die nächsten 2 Jahre, dass ich die Situation der östlichen Bundesländer stärker einbringen kann. Ich hoffe, dass wir im Bereich Spiritualität reifen können, dass wir Zeit und Raum finden, die Vielfalt und Schönheit verschiedener Traditionen, die durch unsere Mitglieder vorhanden ist, lebendig werden lassen können. Ich wünsche mir, dass unser Verband zu aktuellen Entwicklungen deutliche Zeichen setzt und wegweisende Vorschläge macht.

 

Portrait

Leah Hablitzel (im Tandem mit Jakob Stahl)

Jahrgang 1996, wohnhaft in Bremen

Studentin der Soziologie in Bremen

Ich kenne den Versöhnungsbund über Familienmitglieder schon sehr lange, habe mich für die Friedensarbeit in Theorie und Praxis interessiert und seitdem die Teilnahme an den Jahrestagungen immer sehr genossen.

Seit einigen Jahren bin ich im Jugendrat aktiv und interessierte mich vor allem für soziale Ungleichheit, Diskriminierungsmechanismen und politisch-soziologische Themen, wie der Konflikt- und Friedensforschung.

Durch meine Arbeit im Jugendrat und jetzt auch im Vorstand hoffe ich, Zukunftsvisionen, Ideen und Projekte mitentwickeln und -gestalten zu können und zusammen mit Jakob die Perspektive der jüngeren Menschen im Versöhnungsbund einbringen und vertreten zu können.

 

Berthold Keunecke

Berthold Keunecke

Jahrgang 1961, wohnhaft in Herford.

"Ich bin in Bielefeld aufgewachsen und habe dort 1980 meine ersten Schritte in der Friedensbewegung getan, als wir eine Friedensgruppe in unserer Kirchengemeinde gründeten. Während meines Theologiestudiums habe ich dann den Versöhnungsbund kennengelernt und dort meine geistige Heimat gefunden.

Als Möglichkeit, gewaltfreien Druck aufzubauen, habe ich dann den Zivilen Ungehorsams entdeckt und mich an verschiedensten direkten Aktionen beteiligt. Mir war dabei immer wichtig, durch Konsens und Gewaltfreiheit in unseren Aktionen schon jetzt die Welt anbrechen zu lassen, die wir anstreben.

Ich habe mich intensiv am Konziliaren Prozeß für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung beteiligt. Als der Versöhnungsbund mit anderen Friedensverbänden gemeinsam den „Bund für Soziale Vereidigung“ (BSV) 1988 gründete, habe ich dort aktiv mitgewirkt, z.B. in der Kampagne „1000 Leute lernen Gewaltfreis Handeln“ und in den  Diskussionen um die Gründung eines Zivilen Friedensdienstes. Von 2003 bis 2009 bin ich Co- Vorsitzender dieses Fachverbandes für gewaltfreie Konfliktbearbeitung und Militärkritik  gewesen. In letzter Zeit waren mir neben dem Einsatz für von Abschiebung bedrohte Geflüchtete insbesondere Aktionen gegen die Atombomben in Büchel und das zentrale Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in der Altmark wichtig."

 

Portrait

Jakob Stahl (im Tandem mit Leah Hablitzel)

Jahrgang 1994, wohnhaft in Lübeck

Nach meiner Ausbildung zum Rettungsassistenten habe ich in Lübeck angefangen Humanmedizin zu studieren und bin mittlerweile im 6. Semester.

Ich wurde in den Versöhnungsbund hineingeboren. In jungen Jahren von meinen Eltern mitgenommen, befasste ich mich schon früh mit den Werten und Zielen der Friedensbewegung und konnte mich mit zunehmendem Alter mehr und mehr damit identifizieren.

Lange engagierte ich mich im Jugendforum bis ich mich zusammen mit Leah dafür entschied die Ideen und Wünsche der Jugend in den Vorstand zu tragen.

 

Portrait

Reinhard Stahl

Jahrgang 1963, wohnhaft in Horstmar

Arzt.

 

 

 

 

 

 

 

Eva-Maria Willkomm

Eva-Maria Willkomm

1953 geboren, wohnhaft in Villingen.
 Als Diplom-Pädagogin (mit den Schwerpunkten Erwachsenenbildung und Sonderpädagogik) und Trainerin für Konfliktbearbeitung und gewaltfreies Handeln arbeite ich bei dem Verein gewaltfrei handeln e.V. (früher Oekumenischer Dienst Schaomdiakonat). Dort plane, organisiere und leite ich Kurse in Konfliktbearbeitung und für Gewaltfreiheit. Ein wichtiger Aufgabenbereich ist die Vernetzung und politische Arbeit innerhalb der Kirche und Organisationen.
 
 In den 80er Jahren begann mein Engagement für Frieden, Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit und Bewahrung der Schöpfung  als Reaktion auf den Nato-Doppelbeschluss. Ich konnte es nicht ertragen, mir vorzustellen, dass meine Kinder in einer Welt aufwachsen, die voller Waffen ist und in der gleichzeitig Menschen verhungern. Da es leider immer noch Kriege und Waffen gibt, mache ich weiter und leiste Widerstand, wo ich es für nötig halte.
 
Kontakte und Dialog mit Menschen sind mir ganz wesentlich - ich versuche, das zu praktizieren, was Martin Buber so ausdrückt: "Alles wirkliche Leben ist Begegnung".
Seit 2011 organisiere ich die Treffen einer Versöhnungsbundgruppe in Kassel, die sich monatlich zum Austausch politischer Themen trifft.
 
 ...und wenn ich noch Zeit habe, dann schwimme ich, fahre Rad, tanze, wandere und genieße das Leben.