Bittner ("Die Zeit"-Autor) kritisiert pazifistisches Deutschland in NYT/ SWP-Autoren fuer Enthauptungsschlaege in Afghanistan / S. Harrison: Statement

Do, 07/11/2013 - 21:33 - Clemens Ronnefeldt

mit Antwortadressen

Liebe Friedensinteressierte,

Jochen Bittner, Autor der Wochenzeitung "Die ZEIT", kritisierte am 4.11.2013 in der New York Times das seiner Wahrnehmung nachpazifistische Deutschland:

"Would the Germany of today help liberate the Germany of 1944? You don’t need to tap Angela  Merkel’s phone to find the answer: It’s no."

"Würde das Deutschland von heute das Deutschland von 1944 befreien helfen? Sie müssen nicht Angela Merkels Telefon abhören, um die die Antwort zu finden: Sie ist Nein." (Übersetzung: Clemens Ronnefeldt).
  
Der Artikel ist überschrieben: Rethinking German Pacifism


http://www.nytimes.com/2013/11/05/opinion/bittner-rethinking-german-paci...


Der nachfolgende Beitrag im "Schattenblick"

http://www.schattenblick.de/infopool/politik/kommen/prop1474.html

setzt sich ausführlich mit diesem Artikel in der NYT auseinander.

Leserbriefe an die New York Times können Herrn Bittner etwas entgegen setzen und deutlich machen: Es gibt in Deutschland Menschen, die sich mit sehr guten Gründen gegen Krieg als Mittel der Politik wenden: Briefe an die Herausgeber der NYT an: letters@nytimes.com


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In der SWP-Studie "Foresight - Ungeplant bleibt der Normalfall", hg. von Volker Perthes und Barbara Lippert, werden verschiedene Zukunftsszenarien beschrieben - u.a. die geplanten Wahlen in Afghanistan 2014, die von Nils Wörmer und Markus Kaim in einem Artikel behandelt werden:

http://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/studien/2013_S16_p...

Afghanistan nach den gescheiterten Präsidentschaftswahlen im April 2014

Nils Wörmer / Markus Kaim

Dort heißt es auf S. 23:
(...)
"Daneben ist zu erwägen, Nato-Kampftruppen bis April 2014 offensiv im Land einzusetzen, damit diese am Wahltag die einheimischen Sicherheitskräfte unterstützen können. Ergänzt werden könnte dies durch einen »Enthauptungsschlag« gegen die Führungen der afghanischen Aufstandsgruppen (Quetta-Shura, Haqqani-Netzwerk und Hezb-e Islami). Ziel dabei wäre, die militante Opposition im Vorfeld der Wahlen signifikant zu schwächen.

Würden Figuren wie Mulla Omar, Jalaluddin Haqqani und Gulbuddin Hekmatyar getötet oder festgenommen, fielen damit identifikationsstiftende Persönlichkeiten weg, von denen die einzelnen Organisationen zusammengehalten werden. In der Folge käme es möglicherweise zur Führungskrise um die Nachfolge oder gar zum Zerfall der Gruppen.

Mögliche Option vor den Wahlen ist schließlich auch eine militärische Großoffensive der afghanischen Streitkräfte (mit Unterstützung der Nato) gegen Rückzugsräume der Aufstandsbewegung in Afghanistan." (...)

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Kritik an dieser m.E. gefährlichen - weitgehend völkerrechtlichen Grundlagen entledigter - Politikberatung für die Bundesregierung  kann geäußert werden an:

swp@swp-berlin.org
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Die Journalistin Sarah Harrison, Mitarbeiterin von WikiLeaks, unterstützt sowohl Julian Assage als auch Edward Snowden, dessen Vater von einem Asylantrag in Deutschland abgeraten hat, weil er um die Sicherheit seines Sohnes fürchtet, sollte dieser nach Deutschland reisen.

Sarah Harrison hat ein mutiges und ermutigendes Statement veröffentlicht, das zeigt, wie einzelne Menschen durch ihre Zivilcourage Unglaubliches bewegen können:

http://www.tagesschau.de/inland/harrisson-erklaerung100.html