Neues Dossier: "Der Mali-Konflikt oder: Der Kampf um die Kontrolle von Nord- und Westfafrika"

So, 21/07/2013 - 08:43 - Clemens Ronnefeldt

Am 18.7.2013 erschien das von Andreas Buro und Clemens Ronnefeldt verfasste  Dossier VI:  "Der Mali-Konflikt oder: Der Kampf um die Kontrolle von Nord-und Westafrika" des Monitoring-Projektes  "Zivile Konfliktbearbeitung - Gewalt- und Kriegsprävention", hg. von der Kooperation für den Frieden.

Es ist auf der Webseite der Kooperation für den Frieden zu finden und zu bestellen unter:

http://www.friedenskooperative.de/cgi-bin/bestell.pl?matnr31artnr=di&bestaetigung=Produktinfo31#rubrik2

unter der Rubrik:  "Infomaterial Monitoring ZKB", Einzelpreis 1,20 Euro und auch hier als Anhang zum Download bereitgestellt.

Aus dem Vorwort:

Bei der militärischen Intervention Frankreichs in Mali im Januar 2013 handelt es sich nicht um ein kurzlebiges Ereignis, das vermutlich bald wieder in Vergessenheit gerät.

Was geschah bisher? Ein lange vorbereiteter und dann scheinbar plötzlicher Einsatz der französischen Truppen. Es folgten die begeisterte Zustimmung in Frankreich und die Beschwörung einer „natürlichen“ Gefolgschaftstreue in europäischen Medien. Und es wurde klar: Der Krieg um Mali soll nach dem Willen der herrschenden Kräfte eine Angelegenheit der Europäischen Union werden. Ferner deutet sich eine vorsichtige Aufgabenteilung der ‚Westmächte‘ an. Die US-Regierung wendet sich mehr Asien und dem Pazifik zu, und die EU soll „the white man’s burden“ („Die Bürde des weißen Mannes“) verstärkt für Afrika übernehmen. Dennoch wahrt die Regierung in Washington mit dem US-Africom-Militärkommando, mit zahlreichen US-Militärbasen und einem neuen US-Drohnenstützpunkt in Niger auch weiterhin ihre eigenen Interessen in Afrika.

Angeblich geht es wieder um die Verteidigung humaner Werte, doch wann war das je der Fall? Nicht in der französischen Kolonialzeit und auch nicht bei den vielen französischen postkolonialen Interventionen in Afrika.

Es ist offensichtlich: Dieser Konflikt wird die EU und damit auch die Bundesrepublik Deutschland als eine wichtige Führungsmacht Europas unmittelbar und langfristig betreffen. Wir sehen ferner die starken ökonomischen Interessen an Rohstoffen: Uran in Niger für die französischen Atomkraftwerke, das vom weltgrößten Atomanlagenbauer Areva dort abgebaut wird, Öl im angrenzenden Tschad und vermutlich Öl-, Gas- und andere Rohstoffvorkommen wie Gold, Diamanten und Phosphat in Mali selbst. Drogen aus Lateinamerika finden seit Jahrzehnten quer durch die Sahara ihren Weg nach Europa – mit allen kriminellen Begleiterscheinungen dieses „Geschäftszweiges“ wie Entführungen und Geld-Erpressungen.  Dazu kommen der Bau und die Sicherung von Transportrouten und Pipelines quer durch den Norden Afrikas.

Dieses Dossier zu Mali will die Hintergründe des Konfliktes und der Intervention beleuchten
und Vorschläge machen, was jetzt von den verschiedenen Akteuren getan werden könnte, um die
Situation im Sinne einer friedlichen Konfliktbearbeitung zu verändern.

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