VB-Archiv

Hier finden sich Artikel, die zwar nicht mehr tagesaktuell sind, die wir es aber für wert halten, noch immer gelesen zu werden. Bitte das Jahr auswählen.
  •  Stop the bombing!

     Bund für Soziale Verteidigung (BSV) und Versöhnungsbund

     An das Bundeskanzleramt und das Auswärtige Amt
     Protestnote - Pressemitteilung
     Minden, 17. Dezember 1998
     
    Stoppt nicht die Amtsenthebung von Clinton
     Stoppt die Bombardierung des Irak

    Der Bund für Soziale Verteidigung und der Internationale Versöhnungsbund deutscher Zweig protestieren entschieden  gegen die völkerrechtswidrige Bombardierung des Iraks.

    Offensichtlich um die drohende Einleitung eines  Amtsenthebungsverfahrens abzuwenden, hat der  US-amerikanische Präsident Bill Clinton den Krieg gegen  den Irak neu entfacht. Aus puren  Machterhaltungsinteressen wird das Elend der irakischen  Bevölkerung, das durch das internationale Embargo schon  den hunderttausendfachen Tod unschuldiger Kinder im Irak  verursacht hat, weiter verschärft.

     Deshalb fordern wir:

    • die Amtsenthebung des US-amerikanischer  Präsidenten, nicht wegen seiner Sex-Affären,  sondern wegen der völkerrechtswidrigen  Bombardierung des Irak
    • den sofortigen Stop der Bombardierungen
    • das Ende des internationalen Embargos gegen den  Irak, das nur die irakische Bevölkerung ins Elend  stürzt
    • die Unterstützung der irakischen Bevölkerung,  damit sie sich vom Diktator Saddam Hussein  befreien kann
    • die Wiederaufnahme diplomatischer und ziviler  Konfliktaustragungsmöglichkeiten

     Wir sind enttäuscht über die schwachen Äußerungen der  rot-grünen Bundesregierung zum Militärangriff der USA auf  irakisches Territorium. Die deutsche Regierung hat sich  in der Koalitionsvereinbarung unter XI. 1+7 den Maßstab  für eine humane Friedenspolitik gesetzt. "Grundlage sind  ... die Beachtung des Völkerrechts... Dialogbereitschaft,  Gewaltverzicht ..." sowie "Die Vereinten Nationen sind  die wichtigste Ebene zur Lösung globaler Probleme ...".  Vor diesem Hintergrund hat sie die Aufgabe, für die  Einhaltung des Völkerrechts auch bei politischen Freunden  einzutreten und sich von jeder Mißachtung des  Sicherheitsrats zu distanzieren.
     
    Ulrich Stadtmann
    (Geschäftsführer des Internationalen  Versöhnungsbundes, deutscher Zweig)

    VERSÖHNUNGSBUND e.V. Deutscher Zweig des Internationalen
     Versöhnungsbundes,
    Ringstr. 9 a, 32427 Minden,
    Tel.: 0571/850875
    e-mail: geschaeftsstelle@versoehnungsbund. de

    Konrad Tempel
    (Vorsitzender des Bund für Soziale  Verteidigung)
     
    BSV,
    Bund für Soziale Verteidigung,
    Ringstr. 9 a, 32427  Minden,
    Tel.: 0571/29456,
    Fax: 0571/23019,
    e-mail:
    soziale_verteidigung@t-online.de

  • Dritter Golfkrieg - es gibt noch einige Fragen und Ungereimtheiten.....

    Di, 22/12/1998 - 00:00 - Clemens Ronnefeldt

    Der inzwischen zur Institution gewordene Henry Kissinger, Ex-US-Außenminister, sagte in der US-TV-Talkshow "Charly Rose": Mit der "Bombardierung dieses inzwischen wehrlosen Irak" sei die Clinton-Regierung bis Ende der Woche "in einer Sackgasse angekommen, wenn sie das eigentliche Ziel, den Sturz Saddams, nicht schnell vorantreibt" (zit. nach jW, 19./20.12.).

  • "Die weiße Rasse unter Waffen" Kernpunkte des neuen strategischen NATO-Grundsatzdokumentes

    Mi, 23/12/1998 - 00:00 - Clemens Ronnefeldt

    von Andreas Buro und Clemens Ronnefeldt*

    " `Transatlantische Übereinkunft für eine euro-atlantische Gemeinschaft´  nennt NATO-Generalsekretär Janvier Solana den Kernpunkt der zum 50. Jahrestag der Allianz im April angekündigten Doktrin. `Die weiße Rasse unter Waffen´ nennt dies provozierend der Londoner Guardian" (zit. nach FR-Kommentar, 23.11.98).

  • Erklärung des Internationalen Versöhnungsbundes, deutscher Zweig, zum Krieg im Kosovo

    Sa, 01/05/1999 - 00:00 - Clemens Ronnefeldt

    Das erste Opfern jedes Krieges ist die Wahrheit: “Seit dem 24. März 1999 20 Uhr führt die NATO keinen Krieg gegen das serbische Volk; es werden nur militärische Ziele bombardiert, um das Morden zu beenden. Die Verantwortung tragen nicht wir, sondern der jugoslawische Präsident. Die NATO konnte nicht anders handeln, andere Lösungen wurden versucht und sie hatte den Einsatz schließlich oft genug angedroht.”

    1.Dagegen gilt es sich zu erinnern:1. Der Abwurf von Bomben auf Menschen ist Mord, unabhängig davon, ob Täter und Opfer Uniformen tragen oder nicht.

  • Entfesselte Weltordung: Stärkung des Rechts statt Recht des Stärkeren- Europa kann die amerikanische Politik korrigieren

    Di, 01/06/1999 - 00:00 - Clemens Ronnefeldt

    "Laßt sie laufen. Wozu den Dritten Weltkrieg wegen ein paar leerer Tanker anfangen”, entschied General Norman Schwarzkopf, US-Oberkommandierender der alliierten Truppen im 2. Golfkrieg, noch vor Beginn der Bombardierungen 1991.

    “Das weiße Haus hatte beschlossen, mit einer Seeblockade zu beginnen, obwohl der UN-Sicherheitsrat noch nicht die Erlaubnis erteilt hatte, das Embargo durch militärische Mittel durchzusetzen. ... Laut internationalem Recht ist eine Blockade ein kriegerischer Akt”, war sich Schwarzkopf der Dimension seines Handelns voll bewußt.

  • Der Aufruf des VB das Embargo gegen den Irak aufzuheben und Hilfe für die irakische Bevölkerung zu leisten (s. Gewaltfrei Aktiv gegen Krieg Nr. 7) fand ein erfreuliches Echo. Insgesamt 4060 DM kamen zusammen. Dieses Geld sollte über die dem amerikanischen Versöhnungsbund nahestehende Organisation "Voices in the Wilderness" zu den Menschen im Irak gelangen. "Voices" führt seit Jahren Delegationsreisen in den Irak durch, bei der durch direkte Lieferung insbesondere von Babynahrung und Medikamenten, die unsägliche Not und das vielfältige Sterben wenigstens etwas gelindert werden kann. Was in anderen Fällen von offizieller Seite als humanitäre Aktion begrüsst wird, sieht die US-Regierung in diesem Fall als einen Bruch des Embargos an und belegt die "Voices" mit enormen Geldstrafen, die sie natürlich nicht bezahlen können.

    Volker Grotefeld berichtet im folgenden über eine nicht ganz alltägliche Scheckübergabe in Chicago:

    "Die Spendenbereitschaft der Mitglieder und FreundInnen stellte den Versöhnungsbund auch vor die überaus willkommene Schwierigkeit, dass gesammelte Geld in die USA zu transferieren, ohne dass Uncle Sam es direkt beschlagnahmt. Da passte es gut, dass ich im November 1999 für einen Besuch von Freunden aus meiner Freiwilligenzeit beim "Farm Labor Organizing Committee" nach Florida fliegen und vorher noch an einer Hochzeit von Verwandten in Chicago teilnehmen wollte. Denn dort befindet sich auch das Büro von "Voices in the Wilderness".

    Nach meiner Ankunft in Chicago habe ich mich daher mit einem Freund, der aus Toledo, Ohio, gekommen war, auf den Weg zum ViW-Büro gemacht. Das Büro ist eigentlich die Wohnung der Hauptaktivistin von ViW, Kathy Kelly.

    Aber zunächst trafen wir dort nicht Kathy sondern Nicholas Arons an. Nicholas der übrigens voll des Lobes über Uli Sonn und die deutschen VB-Freiwilligen war hat früher beim amerikanischen Versöhnungsbund (FOR) gearbeitet. Obwohl er Not und Elend in Flüchtlingslagern und Slums aus Lateinamerika kannte, hatte ihn ein Besuch im Irak während einer FOR-Delegationsreise so schockiert, dass er sich entschloss, mit ganzer Kraft bei "Voices" mitzuarbeiten. Mit Nicholas und später auch mit Kathy hat sich dann noch ein sehr intensiver Austausch über ihre Arbeit, den deutschen Versöhnungsbund und gemeinsame Bekannte ergeben.

    Nach meiner Rückkehr hat sich Kathy erneut bei allen SpenderInnen bedankt und dem Versöhnungsbund angeboten, eine Delegationsreise in den Irak zu organisieren bzw. bei deren Vor-bereitung zu helfen. Darüber wird im Vorstand und auf der nächsten Jahrestagung intensiv nach-zudenken sein.
    Während ich diese Zeilen schreibe, haben die Freunde von "Voice in the Wilderness" ihren Kampf intensiviert: Seit dem 15. Januar dem Geburtstag von Martin Luther King Jr. und dem neunten Jahrestag des Beginns vom Golfkrieg II fasten sie für dreißig Tage auf den Stufen des Capitols. Mit dem Fasten wollen sie ihrer Entschlossenheit Ausdruck verleihen, das Leiden des irakischen Volkes in die Herzen und das Bewusstsein von "mainstream America" zu tragen.#2
     

    Wed, 23 Feb 2000 23:04:00 -0800 Von "Kate Reuer, FOR" <bsp@forusa.org>
    An: redaktion@versoehnungsbund.de

    86 protesters from across the United States and Canada were arrested at the US Mission to the UN, on Monday, February 14th, at 12:00 p.m. Their nonviolent resistance was confronting the US/UN Security Council sanctions against Iraq. Among those arrested were Kathy Kelly, Chicago, co-founder of Voices in the Wilderness and Reverend John Dear, executive director of the Fellowship of Reconciliation.


    MONDAY, FEBRUARY 14 2000 Voices in the Wilderness: 202-258-4958 (cell phone) Fellowship of Reconciliation: 914-358-4601

    In August 1999 UNICEF used the infant mortality rate from before the sanctions to estimate that 500,000 Iraqi children under the age of five have died due to the effects of sanctions. "They die from dysentery, typhus, cholera - and other epidemics of water-borne diseases which were created when the US bombed the civilian infrastructure of Iraq during the Gulf War the sanctions prevent infrastruc-ture repair and maintenance." noted Raed Battah from Kentucky, who recently traveled with Voices in the Wilderness to Iraq, in open and public violation of the sanctions.

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