Frank Farenski im Gespräch mit Clemens Ronnefeldt: Jordanien (2) / Nachdenkseiten zu Medien und Soleimani / Drei Flugzeug-Abschüsse durch Iran (2020), USA (1988), UdSSR (1983)

Mi, 15/01/2020 - 21:24 - Clemens Ronnefeldt

Liebe Friedensinteressierte,

im Rahmen von Transparenz TV und der Sendereihe „Friedensfragen mit Clemens Ronnefeldt“ sende ich nachfolgend eine Inhaltsangabe und den Link zu folgender Sendung:

Heute, Mittwoch, 15.1.2020 - 20.30 Uhr:

Jordanien (2)

Frank Farenski im Gespräch mit Clemens Ronnefeldt

Im zweiten Teil über Jordanien werden die Themen Flüchtlinge, Verhältnis der Religionen, Bildung und Ausbildung sowie die Verbindungen zwischen Deutschland und Jordanien behandelt werden.

Durch die Kriege in den Nachbarländer hat Jordanien in den letzten Jahren und Jahrzehnten jeweils mehrere Hunderttausend Flüchtlinge aufgenommen: Durch die arabisch-israelischen Kriege 1947/48 und 1967, den Irak-Krieg seit 2003 sowie den Syrienkrieg seit 2011. Durch diesen Bevölkerungszuwachs - auch durch eine relativ hohe Geburtenrate - ist Jordanien zu einem der wasserärmsten Staaten der Erde geworden.

Jordanien ist eines der Länder in der Region, in denen insbesondere das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen ziemlich konfliktarm und konstruktiv funktioniert.

Zahlreiche Privatuniversitäten prägen die Hochschullandschaft. Daneben gibt es auch Spezialschulen für Menschen mit Behinderungen in Irbid oder Salt, die vorgestellt werden.

Die Theodor-Schneller-Schule in Amman hat mehrere Ausbildungszweige, u.a. auch für verschiedene Gewerbe. Wer in Jordanien einen guten Ausbildungsplatz hatte, war nicht so leicht verführbar, z.B. vom IS angeworben zu werden und im Syrien-Krieg zu kämpfen.

Heute um 20.30 Uhr mit Livechat und danach dauerhaft unter:

https://www.youtube.com/watch?v=POHtutxzDW0

----------------

Zur Ermordung von General Qassim Soleimani sowie der Medienberichterstattung darüber finde ich diesen Artikel lesenswert:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=57634 "Der Mann war offenbar kein Heiliger. Warum war es dann falsch, ihn zu töten?“

13. Januar 2020 um 16:32

Ein Artikel von: Albrecht Müller

Christoph Heinemann, Leiter der Abteilung Aktuelles beim Deutschlandfunk, bringt den Zustand der bestimmenden Kräfte im deutschen Journalismus auf den Punkt: Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen; wir sind gewaltbereit; auch militärisch, auch heimtückisch. Auf ein juristisch abgesichertes Urteil warten wir nicht. Der Verdacht reicht. Im Zweifel orientieren wir uns an den Führern der USA. – Das in der Überschrift wiedergegebene Zitat stammt aus einem Interview des Deutschlandfunk-Redakteurs mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Mützenich vom 9. Januar. (…)

——

Nachfolgend sende ich Berichte zu drei unterschiedlichen Abschüssen von zivilen Verkehrsflugzeugen durch Iran (2020), die USA (1988) und die UdSSR (1983).

Allen gemeinsam ist der Wahnsinn militärischer Denkens - und wie in extrem angespannten Situationen eine auf Militär gestützte Sicherheitspolitik die Gefahr eines Weltkriegs mit sich bringen kann.

Dringend notwenig ist daher Friedenslogik, nicht Sicherheitslogik!

https://www.wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?dossierID=079

------

https://www.sueddeutsche.de/politik/innenpolitik-nach-der-luege-1.4753450

Nach der Lüge

Paul-Anton Krüger

(…) Von einem ungewollten Abschuss spricht er, (Anm. von C. Ronnefeldt: Der Luftwaffen-Befehlshaber der Revolutionsgarden, Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh, bei einer Pressekonferenz in Teheran) und davon, dass er lieber gestorben wäre, als dies erleben zu müssen. Höherstehende Institutionen und die Justiz würden über die Folgen bestimmen.

"Wir sind bereit, jede Entscheidung zu akzeptieren und übernehmen die volle Verantwortung", sagte er. Präsident Hassan Rohani entschuldigt sich für den "desaströsen Fehler", ruft den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij an, und den kanadischen Premier Justin Trudeau. (…)

------

https://www.sueddeutsche.de/politik/ermittlungen-ii-zehn-sekunden-zeit-1.4753446 Zehn Sekunden Zeit

Paul-Anton Krüger

12. Januar 2020, 18:39 Uhr Ermittlungen II: Zehn Sekunden Zeit

Wie der zuständige General der Revolutionsgarden öffentlich den Abschuss des ukrainischen Flugzeugs beschreibt.

Die Last der Verantwortung steht Brigadegeneral Amir-Ali Hadschisadeh ins Gesicht geschrieben, als er am Samstag in Teheran vor die Kameras tritt. (…)

Die Luftabwehrtruppen hatten die Sperrung des Luftraums für zivile Flüge beantragt, wie Hadschisadeh sagt; dies wurde abgelehnt. Warum, sagt er nicht; auch nicht, wer die Entscheidung traf. Nur dass die Militärführung verantwortlich war, nicht die zivile Luftverkehrsaufsicht. Er aber glaube, unter den Bedingungen eines drohenden Krieges "hätten die zuständigen Autoritäten das tun müssen“. (…)

——

https://de.wikipedia.org/wiki/Iran-Air-Flug_655 Iran-Air-Flug 655

Iran-Air-Flug 655 (IR655) war ein Linienflug der Iran Air von Teheran über Bandar Abbas, Iran nach Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Am 3. Juli 1988 wurde diese Route von einem Airbus A300B2 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen EP-IBU geflogen. Die Maschine wurde auf der zweiten Teilstrecke des Fluges über dem Persischen Golf nahe Qeschm von der Besatzung des US-Kriegsschiffs USS Vincennes (CG-49) abgeschossen, wobei alle 290 Menschen an Bord getötet wurden. Nach Angaben der US-Regierung war das Flugzeug von der Schiffscrew als eine angreifende feindliche F-14 Tomcat identifiziert worden.

Es handelt sich um das schwerste Unglück eines Flugzeugs der Marke Airbus sowie den opferreichsten Flugzeugabsturz im Iran. (…)

Der von Iran-Air-Flug 655 als Startpunkt genutzte Flughafen von Bandar Abbas wurde damals sowohl von Zivil- als auch von Militärflugzeugen genutzt.[1] Der Airbus wurde durch eine automatische Anfrage der Vincennes beim Transponder der Linienmaschine als Zivilflugzeug erkannt, jedoch identifizierte das Aegis-Kampfsystem der Vincennes eine F-14 Tomcat. Die Besatzung der Vincennes entschied sich, der Meldung des Aegis-Systems zu glauben. Nach Angaben der USA wurden sieben Warnungen auf verschiedenen militärischen Frequenzen an das Flugzeug gesendet, doch die vermutete Tomcat antwortete nicht.

Auf der zivilen Notfunkfrequenz seien drei Kontaktversuche unternommen worden, wobei sich die iranische Besatzung nicht angesprochen fühlte, da sie im Cockpit eine andere Geschwindigkeit ablas als das von der USS Vincennes angerufene „unidentifizierte iranische Flugzeug“ flog. David Carlson, Kommandant eines weiteren, in der Nähe befindlichen amerikanischen Kriegsschiffs, sagte, dass er sich wunderte, als die Vincennes ihre Absicht ankündigte, ein Flugzeug anzugreifen, bei welchem es sich eindeutig um eine zivile Linienmaschine handelte.[2]

Nachdem das Aegis-System gemeldet habe, das verdächtige Flugzeug sei schnell tiefer und „auf Abfangkurs“ gegangen, entschied Kapitän Rogers, zwei Flugabwehrraketen vom Typ SM-2 auf das Flugzeug abzufeuern. Diese trafen den Passagierjet und zerstörten ihn völlig. Alle 275 Passagiere, darunter 66 Kinder, sowie 15 Besatzungsmitglieder an Bord kamen ums Leben. (…)

Diplomatische Konsequenzen

(…) Der damalige US-Vize-Präsident George H. W. Bush verteidigte sein Militär vor den Vereinten Nationen, indem er sagte, dass es ein Zwischenfall in Kriegszeiten gewesen sei; die Crew an Bord der USS Vincennes habe der vorliegenden Situation angemessen gehandelt. Er lehnte es ab, sich im Namen der Vereinigten Staaten für den Abschuss zu entschuldigen.

Präsident Ronald Reagan entschuldigte sich informell am 5. Juli beim iranischen Volk und gab bekannt, dass man dem Iran ein Schreiben überreicht habe, in dem er sein großes Bedauern zum Ausdruck gebracht habe. Weiterhin gab er bekannt, dass man sich zukünftig über Entschädigungszahlungen auseinandersetzen müsse.[1]

1996 kamen die Vereinigten Staaten und der Iran vor dem internationalen Gerichtshof überein, dass die USA eine Entschädigungszahlung von 61,8 Mio. USD leisten würden. Dessen ungeachtet haben die USA nie die formelle Verantwortung für den Vorfall übernommen.[3]

Nachspiel in der US-Navy

Bei der Untersuchung des Unfalls wurde bekannt gegeben, dass drei Faktoren als Ursache für das Unglück angesehen wurden: Das Aegis-System der Vincennes arbeitete fehlerhaft Falsche nachrichtendienstliche Informationen Die zumindest fragwürdige Entscheidungsfindung in der Operationszentrale der USS Vincennes (…) Kapitän Rogers erhielt von George H. W. Bush 1990 den Legion-of-Merit-Orden „für außerordentliche Pflichterfüllung im Einsatz“ für sein Kommando an Bord der Vincennes von April 1987 bis Mai 1989.(5)

——

https://www.spiegel.de/geschichte/korean-airlines-kal-007-abschuss-durch-die-sowjetunion-a-981736.html Todesflug der KAL007

Absturz in den Kalten Krieg

1983 wurde eine koreanische Passagiermaschine im sowjetischen Luftraum unter mysteriösen Umständen abgeschossen. Der Vorfall schürte in den USA den Hass auf Moskau, stürzte die Welt in eine tiefe Krise - und gibt bis heute Rätsel auf.

Von Christoph Gunkel

19.07.2014, 17:46 Uhr

(…) Selbst der Präsident der Uno-Vollversammlung zog eine Parallele zum Sarajewo-Attentat von 1914, das die Menschheit in den Ersten Weltkrieg gestürzt hatte.

Die Empörung war verständlich. Zu eindeutig schien auf den ersten Blick die Schuldfrage zu sein: Die Sowjetunion hatte ein unbewaffnetes und eindeutig gekennzeichnetes Verkehrsflugzeug, das durch einen technischen Fehler versehentlich vom Kurs abgekommen war, abgeschossen. Und zwar kaltblütig, ohne Warnung. (…)

1993, zehn Jahre nach dem Unglück, wurde die Schuldfrage zumindest offiziell geklärt. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO machte die koreanischen Piloten zu den Hauptverantwortlichen der Tragödie. Sie hätten nach der Zwischenlandung in Anchorage falsche Daten in das Navigationssystem eingegeben und den Fehler offenbar auch dann nicht bemerkt, als die Maschine schon weit vom Kurs abgekommen war. (…)

——

Noch frischer in Erinnerung ist MH 17:

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/warum-flug-mh17-ueber-ukraine-abstuerzte-der-abschlussbericht-13854357.html

Abschlussbericht der Ermittler :

Das geschah an Bord von MH17

Von Oliver Georgi -Aktualisiert am 13.10.2015

Der Absturz der malaysischen Maschine MH17 über der Ukraine am 17. Juli 2014 sorgte auf der ganzen Welt für Entsetzen. Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben. Nach monatelangen Untersuchungen haben niederländische Ermittler nun ihren offiziellen Abschlussbericht des Unglücks vorgestellt - und vor allem die schon lange geäußerte Vermutung bestätigt, dass eine bodengestützte Luftabwehrrakete des russischen Typs Buk zu dem Absturz geführt hat. (…)

——

Hier noch der Hinweis auf eine Mitmachaktion von campact zu einem ganz anderen Thema:

Australien brennt. Doch Siemens will die Klimakrise weiter anheizen – und dort zusammen mit dem Adani-Konzern die größte Kohle-Mine der Welt bauen. Auf der Siemens-Hauptversammlung am 5. Februar in München wollen wir das Klimakiller-Projekt stoppen.

Unterzeichnen Sie jet

Liebe Friedensinteressierte,

im Rahmen von Transparenz TV und der Sendereihe „Friedensfragen mit Clemens Ronnefeldt“ sende ich nachfolgend eine Inhaltsangabe und den Link zu folgender Sendung:

Heute, Mittwoch, 15.1.2020 - 20.30 Uhr:

Jordanien (2)

Frank Farenski im Gespräch mit Clemens Ronnefeldt

Im zweiten Teil über Jordanien werden die Themen Flüchtlinge, Verhältnis der Religionen, Bildung und Ausbildung sowie die Verbindungen zwischen Deutschland und Jordanien behandelt werden.

Durch die Kriege in den Nachbarländer hat Jordanien in den letzten Jahren und Jahrzehnten jeweils mehrere Hunderttausend Flüchtlinge aufgenommen: Durch die arabisch-israelischen Kriege 1947/48 und 1967, den Irak-Krieg seit 2003 sowie den Syrienkrieg seit 2011. Durch diesen Bevölkerungszuwachs - auch durch eine relativ hohe Geburtenrate - ist Jordanien zu einem der wasserärmsten Staaten der Erde geworden.

Jordanien ist eines der Länder in der Region, in denen insbesondere das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen ziemlich konfliktarm und konstruktiv funktioniert.

Zahlreiche Privatuniversitäten prägen die Hochschullandschaft. Daneben gibt es auch Spezialschulen für Menschen mit Behinderungen in Irbid oder Salt, die vorgestellt werden.

Die Theodor-Schneller-Schule in Amman hat mehrere Ausbildungszweige, u.a. auch für verschiedene Gewerbe. Wer in Jordanien einen guten Ausbildungsplatz hatte, war nicht so leicht verführbar, z.B. vom IS angeworben zu werden und im Syrien-Krieg zu kämpfen.

Heute um 20.30 Uhr mit Livechat und danach dauerhaft unter:

https://www.youtube.com/watch?v=POHtutxzDW0

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Zur Ermordung von General Qassim Soleimani sowie der Medienberichterstattung darüber finde ich diesen Artikel lesenswert:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=57634 "Der Mann war offenbar kein Heiliger. Warum war es dann falsch, ihn zu töten?“

13. Januar 2020 um 16:32

Ein Artikel von: Albrecht Müller

Christoph Heinemann, Leiter der Abteilung Aktuelles beim Deutschlandfunk, bringt den Zustand der bestimmenden Kräfte im deutschen Journalismus auf den Punkt: Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen; wir sind gewaltbereit; auch militärisch, auch heimtückisch. Auf ein juristisch abgesichertes Urteil warten wir nicht. Der Verdacht reicht. Im Zweifel orientieren wir uns an den Führern der USA. – Das in der Überschrift wiedergegebene Zitat stammt aus einem Interview des Deutschlandfunk-Redakteurs mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Mützenich vom 9. Januar. (…)

——

Nachfolgend sende ich Berichte zu drei unterschiedlichen Abschüssen von zivilen Verkehrsflugzeugen durch Iran (2020), die USA (1988) und die UdSSR (1983).

Allen gemeinsam ist der Wahnsinn militärischer Denkens - und wie in extrem angespannten Situationen eine auf Militär gestützte Sicherheitspolitik die Gefahr eines Weltkriegs mit sich bringen kann.

Dringend notwenig ist daher Friedenslogik, nicht Sicherheitslogik!

https://www.wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?dossierID=079

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https://www.sueddeutsche.de/politik/innenpolitik-nach-der-luege-1.4753450

Nach der Lüge

Paul-Anton Krüger

(…) Von einem ungewollten Abschuss spricht er, (Anm. von C. Ronnefeldt: Der Luftwaffen-Befehlshaber der Revolutionsgarden, Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh, bei einer Pressekonferenz in Teheran) und davon, dass er lieber gestorben wäre, als dies erleben zu müssen. Höherstehende Institutionen und die Justiz würden über die Folgen bestimmen.

"Wir sind bereit, jede Entscheidung zu akzeptieren und übernehmen die volle Verantwortung", sagte er. Präsident Hassan Rohani entschuldigt sich für den "desaströsen Fehler", ruft den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij an, und den kanadischen Premier Justin Trudeau. (…)

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https://www.sueddeutsche.de/politik/ermittlungen-ii-zehn-sekunden-zeit-1.4753446 Zehn Sekunden Zeit

Paul-Anton Krüger

12. Januar 2020, 18:39 Uhr Ermittlungen II: Zehn Sekunden Zeit

Wie der zuständige General der Revolutionsgarden öffentlich den Abschuss des ukrainischen Flugzeugs beschreibt.

Die Last der Verantwortung steht Brigadegeneral Amir-Ali Hadschisadeh ins Gesicht geschrieben, als er am Samstag in Teheran vor die Kameras tritt. (…)

Die Luftabwehrtruppen hatten die Sperrung des Luftraums für zivile Flüge beantragt, wie Hadschisadeh sagt; dies wurde abgelehnt. Warum, sagt er nicht; auch nicht, wer die Entscheidung traf. Nur dass die Militärführung verantwortlich war, nicht die zivile Luftverkehrsaufsicht. Er aber glaube, unter den Bedingungen eines drohenden Krieges "hätten die zuständigen Autoritäten das tun müssen“. (…)

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https://de.wikipedia.org/wiki/Iran-Air-Flug_655 Iran-Air-Flug 655

Iran-Air-Flug 655 (IR655) war ein Linienflug der Iran Air von Teheran über Bandar Abbas, Iran nach Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Am 3. Juli 1988 wurde diese Route von einem Airbus A300B2 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen EP-IBU geflogen. Die Maschine wurde auf der zweiten Teilstrecke des Fluges über dem Persischen Golf nahe Qeschm von der Besatzung des US-Kriegsschiffs USS Vincennes (CG-49) abgeschossen, wobei alle 290 Menschen an Bord getötet wurden. Nach Angaben der US-Regierung war das Flugzeug von der Schiffscrew als eine angreifende feindliche F-14 Tomcat identifiziert worden.

Es handelt sich um das schwerste Unglück eines Flugzeugs der Marke Airbus sowie den opferreichsten Flugzeugabsturz im Iran. (…)

Der von Iran-Air-Flug 655 als Startpunkt genutzte Flughafen von Bandar Abbas wurde damals sowohl von Zivil- als auch von Militärflugzeugen genutzt.[1] Der Airbus wurde durch eine automatische Anfrage der Vincennes beim Transponder der Linienmaschine als Zivilflugzeug erkannt, jedoch identifizierte das Aegis-Kampfsystem der Vincennes eine F-14 Tomcat. Die Besatzung der Vincennes entschied sich, der Meldung des Aegis-Systems zu glauben. Nach Angaben der USA wurden sieben Warnungen auf verschiedenen militärischen Frequenzen an das Flugzeug gesendet, doch die vermutete Tomcat antwortete nicht.

Auf der zivilen Notfunkfrequenz seien drei Kontaktversuche unternommen worden, wobei sich die iranische Besatzung nicht angesprochen fühlte, da sie im Cockpit eine andere Geschwindigkeit ablas als das von der USS Vincennes angerufene „unidentifizierte iranische Flugzeug“ flog. David Carlson, Kommandant eines weiteren, in der Nähe befindlichen amerikanischen Kriegsschiffs, sagte, dass er sich wunderte, als die Vincennes ihre Absicht ankündigte, ein Flugzeug anzugreifen, bei welchem es sich eindeutig um eine zivile Linienmaschine handelte.[2]

Nachdem das Aegis-System gemeldet habe, das verdächtige Flugzeug sei schnell tiefer und „auf Abfangkurs“ gegangen, entschied Kapitän Rogers, zwei Flugabwehrraketen vom Typ SM-2 auf das Flugzeug abzufeuern. Diese trafen den Passagierjet und zerstörten ihn völlig. Alle 275 Passagiere, darunter 66 Kinder, sowie 15 Besatzungsmitglieder an Bord kamen ums Leben. (…)

Diplomatische Konsequenzen

(…) Der damalige US-Vize-Präsident George H. W. Bush verteidigte sein Militär vor den Vereinten Nationen, indem er sagte, dass es ein Zwischenfall in Kriegszeiten gewesen sei; die Crew an Bord der USS Vincennes habe der vorliegenden Situation angemessen gehandelt. Er lehnte es ab, sich im Namen der Vereinigten Staaten für den Abschuss zu entschuldigen.

Präsident Ronald Reagan entschuldigte sich informell am 5. Juli beim iranischen Volk und gab bekannt, dass man dem Iran ein Schreiben überreicht habe, in dem er sein großes Bedauern zum Ausdruck gebracht habe. Weiterhin gab er bekannt, dass man sich zukünftig über Entschädigungszahlungen auseinandersetzen müsse.[1]

1996 kamen die Vereinigten Staaten und der Iran vor dem internationalen Gerichtshof überein, dass die USA eine Entschädigungszahlung von 61,8 Mio. USD leisten würden. Dessen ungeachtet haben die USA nie die formelle Verantwortung für den Vorfall übernommen.[3]

Nachspiel in der US-Navy

Bei der Untersuchung des Unfalls wurde bekannt gegeben, dass drei Faktoren als Ursache für das Unglück angesehen wurden: Das Aegis-System der Vincennes arbeitete fehlerhaft Falsche nachrichtendienstliche Informationen Die zumindest fragwürdige Entscheidungsfindung in der Operationszentrale der USS Vincennes (…) Kapitän Rogers erhielt von George H. W. Bush 1990 den Legion-of-Merit-Orden „für außerordentliche Pflichterfüllung im Einsatz“ für sein Kommando an Bord der Vincennes von April 1987 bis Mai 1989.(5)

——

https://www.spiegel.de/geschichte/korean-airlines-kal-007-abschuss-durch-die-sowjetunion-a-981736.html Todesflug der KAL007

Absturz in den Kalten Krieg

1983 wurde eine koreanische Passagiermaschine im sowjetischen Luftraum unter mysteriösen Umständen abgeschossen. Der Vorfall schürte in den USA den Hass auf Moskau, stürzte die Welt in eine tiefe Krise - und gibt bis heute Rätsel auf.

Von Christoph Gunkel

19.07.2014, 17:46 Uhr

(…) Selbst der Präsident der Uno-Vollversammlung zog eine Parallele zum Sarajewo-Attentat von 1914, das die Menschheit in den Ersten Weltkrieg gestürzt hatte.

Die Empörung war verständlich. Zu eindeutig schien auf den ersten Blick die Schuldfrage zu sein: Die Sowjetunion hatte ein unbewaffnetes und eindeutig gekennzeichnetes Verkehrsflugzeug, das durch einen technischen Fehler versehentlich vom Kurs abgekommen war, abgeschossen. Und zwar kaltblütig, ohne Warnung. (…)

1993, zehn Jahre nach dem Unglück, wurde die Schuldfrage zumindest offiziell geklärt. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO machte die koreanischen Piloten zu den Hauptverantwortlichen der Tragödie. Sie hätten nach der Zwischenlandung in Anchorage falsche Daten in das Navigationssystem eingegeben und den Fehler offenbar auch dann nicht bemerkt, als die Maschine schon weit vom Kurs abgekommen war. (…)

——

Noch frischer in Erinnerung ist MH 17:

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/warum-flug-mh17-ueber-ukraine-abstuerzte-der-abschlussbericht-13854357.html

Abschlussbericht der Ermittler :

Das geschah an Bord von MH17

Von Oliver Georgi -Aktualisiert am 13.10.2015

Der Absturz der malaysischen Maschine MH17 über der Ukraine am 17. Juli 2014 sorgte auf der ganzen Welt für Entsetzen. Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben. Nach monatelangen Untersuchungen haben niederländische Ermittler nun ihren offiziellen Abschlussbericht des Unglücks vorgestellt - und vor allem die schon lange geäußerte Vermutung bestätigt, dass eine bodengestützte Luftabwehrrakete des russischen Typs Buk zu dem Absturz geführt hat. (…)

——

Hier noch der Hinweis auf eine Mitmachaktion von campact zu einem ganz anderen Thema:

Australien brennt. Doch Siemens will die Klimakrise weiter anheizen – und dort zusammen mit dem Adani-Konzern die größte Kohle-Mine der Welt bauen. Auf der Siemens-Hauptversammlung am 5. Februar in München wollen wir das Klimakiller-Projekt stoppen.

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Alle Beiträge von Clemens Ronnefeldt finden sich in unserem FriedensBlog.

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