Schnoeggersburg: Eine Stadt zum Krieg ueben / Mali-Putschist in Deutschland ausgebildet / Koloniales Erbe: Ein Schein von Unabhaengigkeit / Sudan-Friedensabkommen

Gespeichert von Webmaster am Mi., 02.09.2020 - 21:59

Liebe Friedensinteressierte,

im Rahmen von Transparenz TV und der Sendereihe „Friedensfragen mit Clemens Ronnefeldt“ sende ich nachfolgend eine Inhaltsangabe und den Link zu folgender Sendung:

2.9.2020 - 20.30 Uhr

Thema: Schnöggersburg: Eine Stadt zum Krieg üben

Gast: Malte Fröhlich, Bürgerinitiative „Offene Heide“

Die Sendung - einen Tag nach dem Antikriegstag - wird die lange Geschichte des Truppenübungsplatzes Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide in Sachsen-Anhalt zum Inhalt haben.

Schnöggersburg war bis 1933 ein Luftkurort, wo sich Menschen aus der nahen Großstadt Magdeburg erholten. 1935 begann das Heereswaffenamt des NS-Regimes mit dem Bau der Heeresversuchsanlage Hillersleben in der Colbitz-Letzlinger Heide, unweit von Schnöggersburg. Dafür wurde eine ca. 30 Kilometer lange und 750 Meter breite Schneise in den Wald geschlagen, um schwere Waffen zu testen. Mehrere Dörfer wurden zwangsumgesiedelt, u.a. auch die Einwohnerschaft von Schnöggersburg.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges nutzte die Sowjetarmee das Gelände von 1945 bis zum Abzug 1994.

Ein Beschluss des Landtages von Sachsen-Anhalt zur ausschließlich zivilen Nutzung des Geländes 1991 wurde nicht umgesetzt. Statt dessen wurde die Heide Bundewehrtruppenübungsplatz und Gefechtsübungszentrum.

Seit 2012 wurden bis heute rund 140 Millionen Euro allein für den Aufbau einer kompletten Stadt mit mehr als 500 Gebäuden investiert, um den Häuserkampf in dicht bebautem Gebiet zu üben. Bis zu 1500 Soldaten können dabei gleichzeitig über Sensoren und Kameras nachverfolgt werden.

Nicht nur Bundeswehrsoldaten, sondern auch andere Nato-Staaten nutzen diese größte Anlage ihrer Art in Europa für Kriegsübungen im urbanen Raum.

Naturschutzverbände wurden am Planungsverfahren nicht beteiligt. Über eine frühe Klage des NABU-Sachsen-Anhalt aus dem Jahre 2013 wurde erst 2017 entschieden.

Malte Fröhlich wird die entscheidenden Stationen der langen Geschichte von Schnöggersburg erläutern und am Ende auch auf aktuelle Friedensaktivitäten vom 11.-16. September 2020 eingehen.

Heute, 2.9.2020 um 20.30 Uhr mit Livechat und danach dauerhaft unter:

https://www.youtube.com/watch?v=3Eha1jh9Wto

oder

https://www.facebook.com/friedensfragen/?modal=admin_todo_tour

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Weitere Informationen zu den geplanten Aktionen vom 11.-16.9.2020 unter

http://www.offeneheide.de/

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Welche Folgen die Ausbildung ausländischer Militärs in Deutschland haben kann, zeigt der nachfolgende Artikel.

https://www.n-tv.de/politik/Mali-Putschist-in-Deutschland-ausgebildet-article22000242.html

Donnerstag, 27. August 2020 Studienzentrum in Bayern

Mali-Putschist in Deutschland ausgebildet

Vor wenigen Tagen übernehmen Militärs die Macht in Mali. Während viele Bürger die Junta unterstützen, erkennt die EU die Putschisten-Regierung nicht an. Wie nun bekannt wird, gibt es allerdings durchaus eine Verbindung zwischen den Anführern des Umsturzes und Europa, genauer gesagt: Deutschland.

Die Frage steht bedrohlich im Raum: Hat die EU die Militärputschisten im westafrikanischen Mali selbst ausgebildet und Milliarden-Investitionen in den Aufbau einer stabilen Regierung in dem westafrikanischen Land damit über den Haufen geworfen? Denn die Entmachtung des malischen Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta in der vergangenen Woche hat die Sicherheitslage in der gesamten Sahelregion aus den Angeln gehoben. (…)

Ausgerechnet der Junta-Anführer, Colonel Assimi Goita, genoss neben einer Ausbildung in Florida auch Unterstützung in Deutschland - und zwar am George Marshall Center für Sicherheitsstudien in Garmisch-Partenkirchen. Schwerpunkt: Sondereinsätze im Anti-Terrorismus. (…)

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Im Sommer 2020 wollten afrikanische Länder ihre Währung CFA und deren Bindung an den französischen Franc loswerden - der Plan wartet weiter auf seine Umsetzung und wäre ein großer Beitrag zu mehr Gerechtigkeit und Frieden in Afrika:

https://www.sueddeutsche.de/politik/koloniales-erbe-ein-schein-von-unabhaengigkeit-1.4971837

19. Juli 2020, 18:39 Uhr Koloniales Erbe:

Ein Schein von Unabhängigkeit

Westafrikanische Länder wollen ihre Währung CFA endlich loswerden, die sie an die alte Kolonialmacht Frank­reich bindet. Ein neues gemeinsames Zahlungsmittel ist geplant. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht.

(…) Im Wahlkreis des früheren Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing wird hinter roten Backsteinmauern und hohem Stacheldraht der CFA gedruckt. Das Akronym steht für "Franc de la Coopération Financière en Afrique". Lange bedeutete CFA allerdings Colonies Françaises d'Afrique: französische Kolonien Afrikas. Der CFA war als Kolonialwährung geschaffen worden. Und obwohl einige ehemalige Kolonien in diesem Jahr 60 Jahre Unabhängigkeit von Frankreich feiern, druckt ihre Währung nach wie vor die Banque de France, Tausende Kilometer von Westafrika entfernt.

Viele würden den CFA gerne loswerden - und mit ihm das koloniale Erbe. Die Financial Times nannte es daher den "westafrikanischen Brexit", was der Präsident der Elfenbeinküste Alassane Ouattara und sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron im Dezember in Abidjan bekannt gaben: Acht westafrikanische Länder wollten von 1. Juli an eine neue gemeinsame Währung einführen. Doch daraus wurde erst einmal nichts.

Bereits im Jahre 2016 berichtete das Foreign Policy Journal über e-mails von Hillary Clinton. Diese beinhalteten u.a., dass durch den Sturz von Präsident Gaddafi 2011 die Einführung einer eigenen afrikanischen Währung mit dem Ziel der Ablösung des CFA verhindert werden sollte:

https://www.foreignpolicyjournal.com/2016/01/06/new-hillary-emails-reveal-true-motive-for-libya-intervention/ Hillary Emails Reveal True Motive for Libya Intervention

Jan 6, 2016

(…) Newly disclosed emails show that Libya’s plan to create a gold-backed currency to compete with the euro and dollar was a motive for NATO’s intervention.

(…) The Threat of Libya’s Oil and Gold to French Interests Though the French-proposed U.N. Security Council Resolution 1973 claimed the no-fly zone implemented over Libya was to protect civilians, an April 2011 email [archived here] sent to Hillary with the subject line “France’s client and Qaddafi’s gold” tells of less noble ambitions.

The email identifies French President Nicholas Sarkozy as leading the attack on Libya with five specific purposes in mind: to obtain Libyan oil, ensure French influence in the region, increase Sarkozy’s reputation domestically, assert French military power, and to prevent Gaddafi’s influence in what is considered “Francophone Africa.”

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Nachfolgend eine gute Nachricht:

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/abkommen-in-sudan-frieden-an-zwei-fronten-16931652.html

Abkommen in Sudan: Frieden an zwei Fronten

31.08.2020

(...) In der südsudanesischen Hauptstadt Juba haben am Montag fünf verschiedene sudanesische Rebellengruppen einen Friedensvertrag mit der Regierung aus Khartum geschlossen. Mehr als ein Jahr lang hatte die neue sudanesische Regierung mit den Rebellen verhandelt.

Immer wieder waren die Gespräche unterbrochen worden, flammten in verschiedenen Landesteilen Kämpfe auf. Nun bat Ministerpräsident Abdallah Hamdok die verschiedenen Rebellengruppen, die Waffen niederzulegen und nach Khartum zu kommen.

Es geht um zwei Konflikte, die die Regierung mit dem Abkommen beilegen möchte: einen in Darfur, den anderen im Süden Sudans. (…)

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Und zum Schluss noch eine Aktion zum Mitmachen:

Pax Christi Rhein Main hat die nachfolgende Mitmachaktion gestartet zur Beendigung der unerträglichen Zustände auf den griechischen Inseln:

https://kein-weihnachten-in-moria.de/mitmachen

Lassen Sie uns gemeinsam dafür eintreten, dass die Menschen in den Flüchtlingslagern aus ihrer schrecklichen Lage befreit werden und »Kein Weihnachten in Moria« mehr verbringen müssen.