Benjamin Pütter Zum 150. Geburtstag von Mahatma Gandhi / Hintergründe zur aktuellen Golkrise / Aktion: Kein Krieg gegen Iran

Mi, 25/09/2019 - 20:02 - Clemens Ronnefeldt

Liebe Friedensinteressierte,

im Rahmen von Transparenz TV und der Sendereihe „Friedensfragen mit Clemens Ronnefeldt“ sende ich nachfolgend eine Inhaltsangabe und den Link zu folgender Sendung:

Heute, Mittwoch, 25.9.2019 - 20.30 Uhr:

Thema: Zum 150. Geburtstag von Mahatma Gandhi Studiogast: Benjamin Pütter

Am 2.10.1969 wurde Mohandas Karamchand Gandhi geboren. Den Ehrentitel „Mahatma“ (große Seele), den ihm seine Anhänger erst später gegeben haben, lehnte er selbst ab. Die Sendung wird sein Leben von der Kindheit in Indien über sein Studium in London bis zu seiner Rechtsanwalt-Tätigkeit in Südafrika nachzeichnen.

Im Alter von 45 Jahren machte er sich auf nach Indien und wurde zum Anführer einer breiten Bewegung, die 1947 zur Unabhängigkeit von England führte.

Auf dem steinigen Weg dorthin machte Gandhi viele „Experimente mit der Wahrheit“, wie er selbst es nannte. „Auge um Auge macht die ganze Welt blind“, ist einer seiner berühmtesten Sätze.

Im Interview wird auch das Verhältnis zu seiner Frau Kasturba beleuchtet. Beide hatten im Alter von jeweils 13 Jahren geheiratet. Ohne die große Unterstützung von Kasturba, die auch ins Gefängnis mit ihrem Mann gegangen und ihn in seinen Aktionen beraten hat, hätte Gandhi vermutlich nicht zu einer der größten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts werden können.

Die Kraft der Liebe und der Wahrheit, die Gandhi zentral wichtig waren in seinem Einsatz, gepaart mit der Bereitschaft, seinen Gegnern immer wieder zu vertrauen und ihn ihnen das Gute zu sehen, sind zeitlos und auch heute höchst aktuell.

Mit Chat heute, 25.9.2019, 20:30 Uhr : https://youtu.be/ZkYKAtt6IJ8

Dauerhaft nach heute, 22.00 Uhr: https://youtu.be/kdDiqN8exjI

—————————————————————

Passend zum Thema der Sendung möchte ich auf diese Veranstaltung hinweisen:

http://www.gandhi-symposium.info/

Veranstalter: Friedensstadt Linz (Österreich) Etwas tun! Aber wie? Symposium zur aktiven Gewaltfreiheit aus Anlass von Gandhis 150. Geburtstag Ein Beitrag zur Entpolarisierung

Freitag 27. und Samstag 28. September 2019

mit einem parallel stattfindenden Schnupper-Training für gewaltfreie Aktionen und einem anschließend am 29. September stattfindenden Fachkolloquium.

P.S.: Hinweis von C. Ronnefeldt: Mit Stand heute, 25.9.2019, sind noch 20 Plätze frei.

————————

Vor dem Hintergrund der heute in New York geführten Gespräche angesichts der Eskalation in der Golfregion sende ich eine chronologische Zusammenschau ausgewählter Beiträge:

https://de.qantara.de/inhalt/iran-konflikt-vorboten-des-grossen-krieges

8.9.2019

Iran-Konflikt Vorboten des großen Krieges? (…) „Trump redet, Netanjahu handelt und der Iran verliert seine ‚strategische Tiefe‘“, schrieb die Zeitung Al Sharq al Awsat Ende Juli. ‚Strategische Tiefe‘ ist eine Umschreibung für einen Puffer aus iranischen Verbündeten in Syrien, Irak und Südlibanon. Die Genugtuung in diesen Zeilen ist unübersehbar. Die in London erscheinende arabische Tageszeitung gehört dem saudischen Königshaus. Sie erscheint in fast allen arabischen Hauptstädten und gilt als einflussreich und meinungsbildend.

Im Visier standen offenbar iranische Berater in den Stützpunkten sowie große Lager mit ballistischen Raketen, die kurz zuvor aus dem Iran eingetroffen waren. (…)

Aus iranischer Sicht viel gefährlicher ist jedoch, dass der Irak in einem möglichen Krieg nicht mehr neutral bleiben will.

----------------

https://www.zeit.de/news/2019-09/17/merkel-deutschland-steht-auf-seite-der-deeskalation-in-golfregion

17. September 2019, 15:48 Uhr Merkel: Deutschland steht auf Seite der Deeskalation in Golfregion Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel hat die Notwendigkeit einer politischen Lösung für den Iran-Konflikt sowie von Mäßigung angesichts der jüngsten Eskalation in der Golfregion betont. Deutschland werde «immer auf der Seite der Deeskalation stehen und sehr deutlich machen, dass langfristige Lösungen nur politisch möglich sind», sagte sie nach einem Gespräch mit dem jordanischen König Abdullah II mit Blick auf Luftangriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien. «Wir bevorzugen einen diplomatischen Prozess, versuchen den auch voranzutreiben», sagte Merkel zum Iran-Konflikt.

—————————————

https://www.spiegel.de/plus/jemens-rebellenfuehrer-mohammed-ali-al-houthi-im-interview-a-00000000-0002-0001-0000-000166040395

"Der Spiegel", 21.9.2019:

Interview mit Mohammed Ali al-Houthi, Chef des sog. Obersten Revolutionskomitees der Huthis in Jemen: „Das war eine Abschreckungsoperation. Wir wollen die Aggression eindämmen und die Regierung in Riad warnen. Sie lassen kein Verbrechen aus, sie bombardieren Zivilisten, Märkte, Hochzeiten. Sie machen vor nichts halt, sogar unser einziges Öl-Export-Terminal in Ras Issa haben sie zerstört. Und die Gegenseite wird unterstützt mit Einkünften aus dem Verkauf von saudi-arabischem Öl“. (…)

„Auf Saudi Aramco zu zielen ist unsere größte Chance, um die Aggression gegen uns zum Stillstand zu bringen. Würden wir nicht bombardiert, griffen wir niemals zu solchen Mitteln“.EndFragment EndFragment

---------------

https://de.qantara.de/content/iran-verurteilt-angekuendigte-us-sanktionen

20.9.2019

(…) Die Regierung in Riad und die verfeindeten Huthi-Rebellen im Jemen widersprachen sich in ihren jeweiligen Darstellungen, wer für die Angriffe auf die Ölraffinerien am Wochenende verantwortlich gewesen sei. Saudi-Arabien präsentierte Trümmerteile und Videoaufnahmen, die eine iranische Verwicklung belegen sollen. Demnach wurden iranische Drohnen des Typs "Delta Wing" sowie "Ja Ali"-Marschflugkörper eingesetzt. Insgesamt seien 25 Flugkörper und Raketen beteiligt gewesen. "Der Angriff kam aus dem Norden und wurde fraglos vom Iran unterstützt", sagte ein Militärsprecher. (…)

Die Huthis dagegen sprachen von einer neuen Generation eigener Drohnen. Es seien neue Drohnen der Typen "Kassef 3" und "Samad 3" eingesetzt worden, erklärte ein Sprecher der Rebellen. Diese seien mit "normalen und Düsentriebwerken" ausgestattet und könnten so weit nach Saudi-Arabien vorstoßen. (…)

----------------

https://www.spiegel.de/politik/ausland/stena-impero-iran-verkuendet-freigabe-von-britischem-tanker-a-1288150.html

Montag, 23.09.2019 12:57 Uhr

Der seit Mitte Juli in der Straße von Hormus beschlagnahmte britische Öltanker "Stena Impero" darf laut iranischem Präsidialamt in Teheran ablegen. Die juristischen Untersuchungen seien abgeschlossen und die Verstöße des Schiffes "verziehen", sagte Regierungssprecher Ali Rabiei. (…)

----------

https://www.spiegel.de/politik/ausland/deutschland-frankreich-und-grossbritannien-machen-iran-fuer-angriff-verantwortlich-a-1288259.html

Montag, 23.09.2019 23:09 Uhr

Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben erstmals Iran für die Angriffe auf die wichtigsten Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht. "Für uns ist deutlich, dass Iran Verantwortung für diesen Angriff trägt", hieß es in einer am Rande der Uno-Vollversammlung veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung, der französischen sowie der britischen Regierung. (…)

Auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte nach einem Gespräch mit ihrem US-Kollegen Mark Esper in Washington eine iranische Verantwortung für die Attacken in Saudi-Arabien angedeutet. "Der Verdacht, dass es sozusagen in welcher Form auch immer eine iranische Beteiligung gibt, wird meiner Ansicht nach international geteilt", sagte die CDU-Chefin kurz vor ihrem Rückflug. Kramp-Karrenbauer betonte allerdings, dass die Hinweise, allen voran die Reste der eingesetzten Waffen, noch weiter analysiert würden. Dazu seien internationale Ermittler vor Ort. (…)

————

https://de.qantara.de/inhalt/us-sanktionen-gegen-iran-der-irak-als-letzter-dominostein-des-drucks

23.9.2019

(…) Der Irak spielt bei der Rettung der iranischen Wirtschaft momentan eine Schlüsselrolle. Diese Rolle bleibt erhalten, solange die USA den Irak von den Sanktionen gegen den Iran ausnehmen. (…)

(…) Wieso sind die USA daran interessiert, dass dieser schmale Weg dem Iran offen bleibt?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die politische Lage im Iran und die problematischen Beziehungen des nordirakischen Kurdengebiets zur Zentralregierung in Bagdad vor die Augen führen. Der politische Einfluss des Iran im Irak beschert der Islamischen Republik wirtschaftliche Vorteile – genauso wie die irakische Abhängigkeit vom Iran für Teheran vorteilhaft ist. Aus diesem Grund kann der Irak nicht einfach mit Druck aus Washington zur Distanzierung vom Iran gezwungen werden.

(…) Sollte der Irak weiterhin schweigen und die dem Iran nahe stehende Miliz Al-Haschd al-Schaabi ihre jetzige Funktion verlieren beziehungsweise sich in das irakische Militär integrieren, würde der US-Plan aufgehen. Dies wäre die Frucht der US-Politik des Wegschauens bei den anhaltenden Beziehungen zwischen dem Iran und dem Irak.

Dies zeigt, wie eng die iranischen und US-amerikanischen Interessen mit der irakischen Politik und Wirtschaft verflochten sind, so dass Bagdad nicht ohne Weiteres die Seite wechseln kann. Mit der Zeit wird sich jedoch herausstellen, ob der Irak der letzte Dominostein der Sanktionen gegen die Islamische Republik sein wird, oder ob die Islamische Republik das Blatt wenden und das Kippen der Dominosteine stoppen kann.

——

https://www.sueddeutsche.de/politik/iran-merkel-macron-johnson-un-vollversammlung-1.4613704

24. September 2019, 18:42 Uhr UN-Generalversammlung: Europäer beziehen Position gegen Iran - Der britische Premier Johnson ist davon überzeugt, dass Iran für die Attacken auf die saudischen Ölanlagen verantwortlich ist.

- Mit seinem Vorpreschen bringt Johnson Frankreichs Präsident Macron und Kanzlerin Merkel unter Zugzwang.

- US-Außenminister Pompeo dankt per Twitter "unseren engen Freunden Großbritannien, Frankreich und Deutschland für ihre klare Aussage zu Irans alleiniger Verantwortung für diesen Akt des Krieges gegen Saudi-Arabien“.

(…) Dass man die Hoffnung auf Fortschritte dennoch nicht fahren lassen will, zeigen zwei Termine von Kanzlerin Merkel: Sie traf Trump und Rohani zu Gesprächen, danach nannte sie die Aufhebung von Sanktionen als Gesprächsgrundlage mit Iran unrealistisch.

———

https://www.spiegel.de/politik/ausland/emmanuel-macron-wirbt-fuer-gespraeche-zwischen-washington-und-teheran-a-1288473.html

Mittwoch, 25.09.2019 07:35 Uhr

(…) Nach getrennten Treffen mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani und dem amerikanischen Amtsinhaber Donald Trump hat sich der französische Präsident Emmanuel Macron für direkte Gespräche zwischen Iran und den USA ausgesprochen. "Ich glaube, dass die Bedingungen für eine schnelle Rückkehr zu Verhandlungen geschaffen wurden", sagte er nach den Treffen. (…)

Bundesaußenminister Heiko Maas ist ebenfalls in New York und hat sich dort mit seinen Kollegen aus Iran und Saudi-Arabien getroffen. Zunächst traf er sich mit dem saudi-arabischen Staatssekretär für Auswärtiges, Adel al-Dschubair, und dann mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Sie sprachen über die sich zuspitzende Krise in der Golfregion.

Am Mittwoch nimmt Maas an einem Treffen der Staaten teil, die das Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe unterzeichnet haben.

———

Am 2. September 2019 hat der "Radio Lora“- Redakteur Harald Will in München ein 50-Minuten-Interview mit Hintergründen zur aktuellen Kriegsgefahr in der Golfregion mit mir geführt: http://www.dfg-vk-bayern.de/muenchen/friedensforum.html

————

Die folgende Unterschriftenaktion möchte ich zum Mitmachen empfehlen:

https://www.friedenskooperative.de/kein-krieg-gegen-iran Jetzt unterschreiben: „Kein Krieg gegen Iran - Verhandeln statt eskalieren!“ Derzeit spitzt sich die Lage zwischen den USA und Iran zu. Es besteht die Gefahr, dass die Spannungen zu einer folgenschweren Eskalation bis hin zu einem Krieg mit unabsehbaren globalen Folgen führen. Statt Kriegsdrohungen braucht es dringend Gespräche, um den Konflikt zu lösen. Das Nuklearabkommen (JCPOA) mit Iran muss Bestand haben.

Daher fordere ich die Bundesregierung sowie alle Abgeordneten des Bundestages auf:

- Treten Sie aktiv für eine zivile Lösung ein und wenden Sie sich gegen jegliche Eskalation und Aggression im US-Iran-Konflikt.

- Schließen Sie jede deutsche Unterstützung für einen Krieg gegen Iran und erst recht eine deutsche Beteiligung daran unmissverständlich und grundsätzlich aus. Auch von US-Stützpunkten in Deutschland, wie z.B. von der Airbase Ramstein oder dem EUCOM in Stuttgart, darf kein Krieg ausgehen.

- Setzen Sie sich dafür ein, insbesondere mit Hilfe der europäischen Partner, dass das Nuklearabkommen mit Iran erhalten bleibt und wieder von allen Seiten anerkannt und weitergeführt wird. Dafür muss das Angebot der Beendigung der Sanktionen gegen Iran gemacht werden. Notfalls muss das Abkommen auch ohne die USA fortgesetzt werden.

Hier geht es zur Unterschrift: https://www.friedenskooperative.de/kein-krieg-gegen-iran

Alle Beiträge von Clemens Ronnefeldt finden sich in unserem FriedensBlog.