Buchvorstellung: Wolfgang Ischinger: "Welt in Gefahr" / LMD: Asymmetrische Berichterstattung / Die Zeit: Asylpolitik: Heiße Luft

Mi, 04/09/2019 - 19:07 - Clemens Ronnefeldt

Liebe Friedensinteressierte,

im Rahmen von Transparenz TV und der Sendereihe „Friedensfragen mit Clemens Ronnefeldt“ sende ich nachfolgend eine Inhaltsangabe und den Link zu folgender Sendung:

Heute, Mittwoch, 24. Juli 2019 - 20.30 Uhr:

Frank Farenski im Dialog mit Clemens Ronnefeldt: Buchvorstellung: Wolfgang Ischinger, „Welt in Gefahr“.

Wolfgang Ischinger, ehemaliger Botschafter in Washington und London, seit 2008 Cheforganisator und Moderator der Münchner Sicherheitskonferenz, hat 2018 sein Buch „Welt in Gefahr“ veröffentlicht. Darin beschreibt er aus seiner großen Erfahrung heraus die wichtigsten politischen Entwicklungen seit der deutschen Wiedervereinigung.

Wolfgang Ischinger war u.a. auch am Dayton-Friedensschluss für den Balkan beteiligt und an Arbeitsgruppen, die sich mit dem Ukraine-Konflikt beschäftigen.

Als überzeugter Transatlantiker betont er in seinem Buch die Notwendigkeit einer starken NATO und befürwortet die Erhöhung des Bundeswehretats.

Er bezeichnet es als Fehler, Russland aus der G-8-Staatenverbund ausgeschlossen - und gerade in Krisenzeiten westlicherseits den Dialog abgebrochen statt genutzt zu haben.

Zentrale Passagen zeigen, dass er die Kritik Russlands an der Politik des Westens kennt - und gleichzeitig die russischen Ängste angesichts der Nato- Osterweiterung und der Verlegung von Nato-Soldaten an die russische Grenze dennoch für „konstruiert“ hält - während er die Ängste der Menschen in den baltischen Staaten vor Russland als berechtigt ansieht.

Zentrale Passagen des Buches werden Frank Farenski und Clemens Ronnefeldt im Gespräch vorstellen und kommentieren.

Mit Livechat heute um 20.30 Uhr: https://youtu.be/qNniZ1GSZRw

Dauerhaft nach heute 22.00 Uhr: https://youtu.be/GNfosrIZCIs

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Zum Thema das Buches hier ein Grundsatzartikel über die Bedeutung der Medienberichterstattung:

https://taz.de/Aus-Le-Monde-diplomatique/!5616677/

Aus Le Monde diplomatique

Asymmetrische Berichterstattung

Wenn Iran eine US-Drohne über dem Persischen Golf zerstört, warum hinterfragt kaum jemand die Legitimität der US-Militärpräsenz?

Man stelle sich vor, eine iranische Drohne würde über Florida abgeschossen oder ein paar Kilometer vor der US-Küste. Niemand würde über den exakten Abschussort diskutieren, vielmehr würden sich alle fragen, was diese Drohne dort zu suchen hatte – 11.000 Kilometer entfernt von Teheran.

Als Iran am 20. Juni eine US-Drohne zerstörte, knapp außerhalb der Landesgrenze (Pentagon-Version) oder innerhalb des iranischen Luftraums (Teheran-Version), fragte kaum jemand nach der Legitimität der US-amerikanischen Militärpräsenz am Golf. Diese asymmetrische Berichterstattung der westlichen Medien, die sich daran orientiert, ob das Land, das internationales Recht verletzt, eine (gute) Demokratie oder ein (böser) autoritärer Staat ist, bleibt heute völlig unwidersprochen.

Wenn man in der aktuellen Eskalation „Iran permanent als atomare oder sonstige Bedrohung darstellt, vermittelt man die Botschaft, dass man das Land angreifen müsse“, warnt Gregory Shupak. Für den Medienwissenschaftler an der Guelph-Humber-Universität in Toronto ist das Gegenteil der Wahrheit viel näher: dass nämlich „die USA Teheran bedrohen und nicht umgekehrt“. (…)

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Vor dem Hintergrund der jüngsten AfD-Erfolge bei Wahlen sende ich diesen Artikel als Argumentationshilfe:

https://www.zeit.de/2019/34/asylpolitik-bamf-bremen-bescheide-betrug-fluechtlinge?utm_source=pocket-newtab

Asylpolitik: Heiße Luft

Es habe in Bremen massenhaft Asylbetrug gegeben, hieß es vor einem Jahr. Nun fallen die Vorwürfe in sich zusammen.

Von Martin Klingst

14. August 2019, 16:58 Uhr

Vom Vorwurf des massenhaften Asylmissbrauchs und der Komplizenschaft, genauer gesagt der "bandenmäßigen Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragstellung“, bleibt nichts übrig. Im Gegenteil, die Hauptbeschuldigten haben rechtmäßig gehandelt.

Das jedenfalls haben ihnen die Verwaltungsgerichte Hannover und Minden inzwischen mehrfach bescheinigt, die Urteile liegen der ZEIT vor. (…)

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