"Die Hotspots der Weltkrisen" - Mein Interview von Franz Alt / Buchvorstellung: M Lueders, Armageddon im Orient. Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt.

Do, 15/11/2018 - 22:13 - Clemens Ronnefeldt

Liebe Friedensinteressierte,

am vergangen Montag, 12. November, wurde ein Interview gesendet, das Dr. Franz Alt mit mir zum Thema „Die Hotspots der Weltkrisen“ geführt hat.

Darin liegt der Schwerpunkt auf dem Thema Klima- wandel und dessen Herausforderungen für konsequentes Friedenshandeln:

https://www.youtube.com/watch?v=SAvIuojvYsw

Das Interview nimmt Bezug auf das Anfang Oktober 2018 gesendete Interview von Dr. Franz Alt mit mir zum Zusammenhang von Ressourcenkriegen, Klimawandel und Friedensengagement:

https://youtu.be/ThQ_fqwvQIw

————

Nachfolgend sende ich eine ausführliche Buchvorstellung:

Michael Lüders, Armageddon im Orient. Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt, München 2018, 265 Seiten, Verlag C.H.Beck, 14,95 Euro.

von Clemens Ronnefeldt

Nach den beiden Bestsellern "Wer den Wind sät" (derzeit in 27. Auflage!) und "Die den Sturm ernten" hat Dr. Michael Lüders, Islamwissenschaftler und Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft als Nachfolger des verstorbenen Peter Scholl-Latour, ein neues Werk vorgelegt, das seine jüngste "Trilogie" abrundet. Viele Fakten sind darin zusammengefasst und in einen Deutungsrahmen gesetzt, die ansonsten nur sehr schwer in dieser Fülle zu finden sind und das Buch zu einer Fundgrube werden lassen für alle, welche die neuesten Entwicklungen in der Krisenregion, insbesondere im Verhältnis Iran und Saudi-Arabien, aber auch die Verstrickungen der USA und Israels in diesen Konflikt, verstehen möchten.

In seinem ersten Kapitel macht der Autor deutlich, dass es nicht die religiösen Fragen sind, die Sunniten (wie mehrheitlich in Saudi-Arabien) und Schiiten (wie mehrheitlich im Iran) trennen, sondern machtpolitische. Während beide Hauptrichtungen im Islam Jahrhunderte lang untereinander auch geheiratet hätten, seien durch den seit langem in Saudi-Arabien vorherrschenden Wahhabismus "die Wurzeln für jene hasserfüllte Ablehnung des Schiitentums durch radikale Sunniten“ (S. 23) gelegt worden, welche das grundlegende Verhältnis zu Iran bis heute bestimme, ein Hass, dem der Autor auch "eine psychopathologische Komponente“ (S. 28) bescheinigt - die es in dieser extremen Ausprägung umgekehrt so nicht gäbe.

Zu Saudi-Arabien

Historische Ereignisse wirkten bis heute nach: Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unterwarfen Wahhabiten mit ihren Beutezügen die arabische Halbinsel und plünderten sogar darüber hinaus die den Schiiten heilige Stadt Kerbela im Irak. In den 1910er und 1920er Jahren wurden von einer Eliteeinheit ("Ikhwan") des Staatsgründers Ibn Sauds mehr als ein Viertel der damaligen Bevölkerung - weit über eine Million Menschen vertrieben, mehrere Zehntausend getötet oder verstümmelt. Lüders folgert: "Weltbild und Vorgehen der Ikhwan zeigen deutliche Parallelen zum 'Islamischen Staat' und anderen gewaltbereiten Dschihadisten von heute. Ibn Sauds Gotteskrieger sind, wenn man so will, das Original“ (S. 33).

1932 wurde von Ibn Saud das Königreich Saudi-Arabien in Absprache mit den Briten ausgerufen. Wichtigste Einnahmequelle sei zunächst die Besteuerung von Pilgern auf ihrem Weg nach Mekka und Medina gewesen.

1943 unterzeichnete US-Präsident Franklin Roosevelt die "Executive Order 8926": "Die Verteidigung Saudi-Arabiens ist lebensnotwendig für die Verteidigung der Vereinigten Staaten“ (S. 38f). Damit sei die bis heute gültige Grundlage der Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien gelegt worden: Die USA erhalten Erdöl zu Vorzugspreisen, dafür liefert die Regierung in Washington Waffen und sorgt so für den Machterhalt des Könighauses - und die fließenden US-Dollars würden immer wieder in einem Kreislauf gehalten: "Kronprinz Mohammed Bin Salman kündigte bei seinem Besuch in Washington im März 2018 Investitionen in Höhe von 400 Milliarden US-Dollar im Laufe der nächsten zehn Jahre an" (S. 72) - die in us-amerikanische Staatsanleihen und US-Unternehmensbeteiligungen gehen sollen.

Zu Iran

Bis zum Zweiten Weltkrieg hätten, so der Autor, die Briten mit dem Verkauf von Erdöl aus Iran einen Gewinn von "etwa 800 Millionen Pfund Sterling" gemacht, die nach Großbritannien geflossen seien - während im Iran "lediglich 105 Millionen Pfund" geblieben wären (S. 43).

Nach dem Sturz des demokratisch gewählten iranischen Ministerpräsidenten Mossadegh durch eine britische und us-amerikanische Geheimdienstaktion 1953 sowie der Einsetzung des Schahs durch die westliche Politik sei ab 1977 eine "bemerkenswerte" Kooperation zwischen Israel und Iran entstanden, in deren Verlauf im Iran "israelische Experten dort sogar eine Anlage für Raketentests und eine Fabrik (bauten), in der die von Israel gelieferten Teile zusammen gesetzt wurden. Der Iran erhielt so wesentliches Knowhow für die Entwicklung seiner eigenen Raketentechnologie. Diese von Israel weiterentwickelte Rakete mit einer Reichweite von 320 Kilometern konnte theoretisch auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden - was die damals Beteiligten sehr wohl wussten" (S. 47).

Es sind solche Details, die vor dem Hintergrund der aktuellen Kündigung des iranischen Atomabkommens durch die US-Regierung noch zusätzliche Brisanz erhalten.

Auch nach dem Sturz des Schahs 1979 durch die iranische Revolution und dem darauf folgenden von Saddam Hussein begonnenen achtjährigen Krieg 1980 bis 1988 zwischen Irak und Iran "engagierte sich Tel Aviv auf Seiten Teherans. (...) Zwischen 1980 und 1983 hat Teheran gemäß des Jaffa-Instituts für Strategische Studien für rund 500 Millionen US-Dollar Waffen in Israel eingekauft. Bezahlt wurde überwiegend mit iranischen Öllieferungen. Um die Geschäfte besser zu koordinieren, entstand eigens ein Verbindungsbüro auf Zypern" (S. 53).

Bezüglich der US-Politik folgert der Autor: "Die Amerikaner verkaufen nukleare Technologie an den Iran unter dem Schah. Noch Jahrzehnte später drohen sie mit Krieg, um rückgängig zu machen, was sie selbst eingeleitet haben" (S. 56).

Zum Verhältnis Iran-Saudi-Arabien-Israel

Weil die Saudis "bis vor zwei Generationen quasi im Mittelalter gelebt" hätten, sei "ihr Selbstwertgefühl gegenüber dem geschichtsträchtigen Iran", so Michael Lüders "entsprechend gering": "Saudis und Iraner bewegen sich in verschiedenen Geisteswelten. Provokant gesagt: Die Iraner spielen Schach, die Saudis Monopoly" (S. 77).

Der Autor spart nicht mit Kritik an die Regierung in Teheran: "Die Menschenrechtslage im Iran ist vielfach prekär, nach China werden dort die meisten Menschen hingerichtet" (S. 79) - verweist aber auch darauf, dass in Saudi-Arabien und vielen anderen Staaten der Region ähnliche Verhältnisse bezüglich der Menschenrechte anzutreffen seien.

Im direkten Vergleich zwischen Saudi-Arabien und Iran wagt Michael Lüders die These: "Ungeachtet aller Repression gibt es im Iran heute sehr viel mehr gesellschaftliche Freiräume, sehr viel mehr Kunst und Kultur, sehr viel mehr Rechte für Frauen, deutlich weniger staatlich verordnete Religion im Alltag als in Saudi-Arabien" (S. 79). Und: "Verglichen mit Saudi-Arabien ist der Iran geradezu ein Vorbild an Gewaltenteilung" (...) "Iranische Politik bewegt sich im Rahmen staatlicher Institutionen, in Saudi-Arabien dagegen ist die einzige staatliche Institution von Bedeutung der König" (S. 82).

Da vermutlich alle "Vergleiche hinken", wäre der Autor bezüglich solcher Passagen weniger angreifbar, wenn er auf diese verzichten würde - insbesondere vor dem Hintergrund der Niederschlagung der so genannten „Grünen Revolution“ von 2009, deren Führungsspitze immer noch unter Hausarrest steht.

Die Einstellungsänderung zwischen Israel und Iran macht Michael Lüders an zwei Zitaten deutlich: Noch 1987 hatte der damalige israelische Verteidigungsminister Jitzhak Rabin gesagt: "Iran ist Israels bester Freund, und wir haben nicht die Absicht, unsere Haltung in Bezug auf Teheran zu verändern, weil Khomeinis Regime nicht ewig währen wird" (S. 85). Fünf Jahre später sagte der gleiche Jitzhak Rabin, nun als Ministerpräsident, die Islamische Republik sei eine Bedrohung für Israel, die Region und die ganze Welt (S. 86) - eine Einstellung, die bis heute von Präsident Netanyahu geteilt wird.

Verpasste Friedenschancen zwischen Iran und USA

Auf Seite 89 fasst Michael Lüders das umfassende Verhandlungsangebot zusammen, dass der iranische Präsident Mohammed Khatami im Jahre 2003 zur Verbesserung der Beziehungen mit den USA der Regierung in Washington unterbreitet hatte: "volle Transparenz und Garantien, dass der Iran nicht den Besitz von Massenvernichtungswaffen anstrebt; entschiedenes Vorgehen gegen alle Terroristen auf iranischem Boden, allen voran Al-Qaida, umfassende Kooperation und Informationsaustausch in allen terrorbezogenen Fragen; 'Koordination mit iranischem Einfluss', um den Irak politisch zu stabilisieren und dort ein demokratisches System zu schaffen, das alle religiösen und ethnischen Gruppen einbezieht; die Beendigung jedweder 'materieller Unterstützung' für palästinensische Oppositionsgruppen (Hamas, Islamischer Dschihad etc.), insoweit sie von iranischem Boden aus operieren; Druck auf diese Gruppen, keine Anschläge auf Zivilisten in Israel innerhalb der Grenzen von 1967 zu verüben; Anerkennung der Zweistaatenlösung im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern; Transformation der libanesischen Hisbollah in eine rein politische und soziale Organisation. Im Gegenzug verlangten die Iraner ein Ende aller Sanktionen, das Recht auf friedliche Nutzung der Atomenergie, die Anerkennung ihrer legitimen Sicherheitsinteressen sowie die Beendigung aller amerikanischer Versuche, den Iran zu destabilisieren" (S 89f.).

Wäre bereits damals Barack Obama und nicht George W. Bush US-Präsident gewesen, wobei letzterer nach der Irak-Invasion 2003 auch Pläne für einen Regimewechsel in Iran und daher kein Interesse an dem umfassenden iranischen Angebot hatte, wäre dem Nahen und Mittleren Osten sehr viel Blutvergießen erspart geblieben. Aber "auch unter Obama (gingen) die Planungen für einen möglichen Angriff auf den Iran zunächst weiter. Kurz bevor George W. Bush sein Präsidentenamt übergab, hatte er noch im Januar 2009 Gelder in Höhe von 300 Millionen US-Dollar bewilligt, für verdeckte Aktivitäten gegen den Iran" (S. 115).

Zum aktuellen politischen Verhältnis USA und Saudi-Arabien

Eine Schlüsselrolle in der Region kommt nach Michael Lüders dem Casino-Milliardär Sheldon Adelson zu: "Im Mai 2016 erklärte Adelson, der laut Forbes über ein Vermögen von 37 Milliarden US-Dollar verfügt, dass er für Trumps Wahlkampf mehr als 100 Millionen US-Dollar spenden werde. Zur Begründung nannte er dessen Unterstützung für Israels Sicherheit, Ängste vor dem Iran und Trumps Erfahrung als CEO. Am Ende wurde es wohl weniger, aber auch die größte Einzelspende zur Finanzierung der Feierlichkeiten zu Trumps Amtseinführung stammte von Adelson, fünf Millionen US-Dollar. Adelson ist nicht nur ein maßgeblicher Königsmacher in den USA, sondern auch in Israel" (S. 119). Er gelte auch als enger Vertrauter und Unterstützer von Präsident Netanyahu.

Eine weitere Schlüsselrolle komme dem Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner, zu: "Erwiesen ist, dass Kushners gute Beziehungen zu MBS (Anm. von C. Ronnefeldt: Mohammed Bin Salman) den saudischen Großeinkauf amerikanischer Rüstungsgüter anlässlich des Besuches von Trump in Riad maßgeblich beflügelt hat. (...) Trump jedenfalls betreibt acht Unternehmungen in Saudi-Arabien, die Luxusimmobilien entwickeln. Im August 2016 erklärte er vor Anhängern in Alabama: 'Saudi-Arabien, ich verstehe mich mit allen von denen. Sie kaufen Apartments von mir. Sie geben mir 40 Millionen Dollar aus, 50 Millionen. Warum sollte ich sie nicht mögen? Ich mag sie sehr gerne'." (S. 129).

Im Mai 2017 wurden "gleich nach Trumps Ankunft (...) Verträge über Rüstungseinkäufe im Wert von 110 Milliarden US-Dollar unterzeichnet, verbunden mit Absichtserklärungen über weitere Einkäufe von insgesamt 350 Milliarden US-Dollar im Verlauf von zehn Jahren: Das wohl größte Waffengeschäft in der Geschichte der Menschheit, wenn es in dieser Größenordnung tatsächlich zustande kommt" (S. 133).

Zur Gefahr eines Krieges zwischen Saudi-Arabien und Iran und zum inneren Machtkampf in Saudi-Arabien

Michael Lüders zitiert Mohammed Bin Salman mit einer Aussage vom März 2018, "ein Krieg gegen Iran 'könnte in 10 bis 15 Jahren erfolgen'. Daraufhin reagierte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums mit den Worten, der Kronprinz solle 'besser nicht mit dem Tod um die Wette würfeln'" (S. 136).

Die Affäre um die Ermordung das saudischen Journalisten Jamal Khashoggi und die mögliche Verantwortlichkeit des saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman (MBS) sind auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass MBS im Oktober 2017 im Zuge einer Antikorruptions-Kampagne "mehr als 200 saudische Multimillionäre und vor allem -Milliardäre im Luxushotel Ritz Carlton in Riad einsperrte. (...) Sie wurden über Wochen festgehalten und erst freigelassen, nachdem sie erhebliche Teile ihres Vermögens an den Staat abgetreten hatten, bis zu 70%. (...) Nach Informationen der in London erscheinenden arabischen Zeitung Al-Quds wurde Generalmajor Ali al-Qahtani im Ritz Carlton zu Tode gefoltert. Der Sekretär des Privatbüros von Prinz Turki Bin Abdallah, dem Sohn des vormaligen Königs Adallah (...) starb demzufolge an einem Genickbruch. (...) Trump twitterte am 7. November 2017: 'Ich habe das allergrößte Vertrauen in König Salman und den Kronprinzen von Saudi-Arabien, sie wissen genau, was sie jetzt tun ... Einige von denen, die sie jetzt hart angehen, haben ihr Land seit Jahren 'gemolken'' " (S. 138).

Jemen, Syrien und das Ende des Atomabkommens

Weitere Kapitel behandeln die Zerstörung des Jemen, den Machtkampf in Syrien nach dem sich abzeichnenden Sieg der Regierung Assad mit Hilfe Russlands, Irans und der Hizbollah - und wie die aktuelle US-Regierung zur Politik des versuchten Regimewechsel in Iran übergegangen ist nach dem Ende des Atomabkommens.

Ausblick

In seinem Schlusskapitel "Was tun? Ein Ausblick" bilanziert der Autor im Hinblick auf die USA: "Eine Weltmacht, die ihre Kräfte schwinden sieht, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Sie kann sich der Realität verweigern und sich dem eigenen Niedergang mit allen Mitteln entgegenstemmen. Militärisch, aber auch mit Hilfe von politischem Druck, etwa der öffentlichkeitswirksamen Dämonisierung ihrer Rivalen; ebenso kann sie Wirtschaftssanktionen als Waffe einsetzen. Das ist der Weg, den die USA gegenwärtig gehen, unter Zuhilfenahme von Scharfmachern wie John Bolton und Mike Pompeo. Die Alternative zum Kurs der Konfrontation wäre Pragmatismus. Die Einsicht, dass bedingungslose Härte im Zweifel den eigenen Niedergang noch beschleunigt. Anstatt den gesamten Kuchen auch weiterhin, beinahe um jeden Preis, gegen andere zu verteidigen, bestünde eine zukunfts- und friedensfähige Politik darin, diesen Kuchen mit anderen zu teilen lernen. Miteinander zu reden, Deals zu machen, Kompromisse einzugehen" (S. 233).

Anzumerken wäre an dieser Stelle, dass nach den beiden verlorenen Kriegen in Irak und Afghanistan die USA schon seit geraumer Zeit nicht mehr "den gesamten Kuchen" verteidigen können, sondern in das entstandene Machtvakuum im Nahen und Mittleren Osten längst auch andere Akteure eingetreten sind, so z.B. in Syrien die russische Regierung.

Michael Lüders verweist am Ende auch darauf, dass den Preis für die weitere Eskalation im Nahen und Mittleren Osten nicht nur die Menschen vor Ort zahlen werden, sondern auch Europa, wohin noch mehr Menschen auf der Flucht vor Gewalt und Krieg fliehen werden - und nicht in die USA.

Mut zum Handeln

Auf seiner letzten Seite möchte der Autor Mut zum Handeln machen, "einzugreifen, Sand ins Getriebe zu streuen. Sich zu vernetzen und zu handeln. Warum nicht, beispielsweise, die Chefredaktionen mit Leserbriefen bestürmen und nach Inhalten verlangen? Den Phrasendreschern in Politik und Publizistik den Spiegel vorhalten? Immer in dem Bewusstsein, dass es unter den Entscheidungsträgern wie auch in den Medien genügend Gleichgesinnte gibt, die nur darauf warten, dass sich etwas ändert. Weg von den Nichtigkeiten, weg vom Herdentrieb. (...) 'Sich fügen heißt lügen'" - mit diesem Zitat von Erich Mühsam endet das Buch.

Erste Kritiker an diesem neuen Buch monieren, dass der Autor sich allzu sehr auf die westliche Politik fokussiert und interne Konfliktfaktoren in der arabischen Welt oder andere Mächte vernachlässigt.

Michael Lüders, der in Deutschland und damit in der von ihm kritisierten westlichen Welt lebt, hat - wieder einmal - ein äußerst lesenswertes Buch geschrieben, dem eine große Verbreitung zu wünschen ist.

Clemens Ronnefeldt, Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes

Alle Beiträge von Clemens Ronnefeldt finden sich in unserem FriedensBlog.