Anti-Bias Schnupperkurs: Leben in struktureller Gewalt – was macht das mit mir?

Logo Anti Bias Netzmit Žaklina Mamutovič,  und Annette Kübler vom anti-bias-netz und Lucas Johnson von ifor

am 9.12 und 10.12.2016 in Berlin

Egal ob wir auf die Wahl in Amerika oder auf die Erfolge der AfD hier gucken, dass Rassismus ein Thema ist mit dem man sich beschäftigen sollte, wird schmerzlich klar.

Und damit wollen wir am 9. und 10. Dezember in Berlin starten. In einem Anti Bias Seminar werden wir uns mit diskriminierenden Strukturen, sowie mit Rassismus in Deutschland und bei uns selber auseinander setzen. Ein Schwerpunkt ist dabei auch die Hetze gegen Muslime, die zur Zeit immer mehr Auftrieb gewinnt.

Gewalt, von der wir profitieren, verlieren wir oft aus dem Blick. Oft erschrecke ich dann: kann ich meiner Wahrnehmung trauen? Wie haben Gewaltverhältnisse und alte Geschichten über „andere“ auch meine Wahrnehmung geprägt?

"Die weiße Mehrheitsgesellschaft, die lange von einer Gewalt profitierte, die sie auf anderen Kontinenten exekutierte, lernt nun das Gruseln. Dies sei „ein blutiger Sommer“, schrieb der Spiegel (zu den Anschlägen in Deutschland, 32/16). Was gäbe man in Aleppo um einen solchen Sommer. Was gäbe man in vielen Ländern der Welt um einen solchen Sommer. Wir bekommen in diesen Tagen vielleicht eine Idee, was Bedrohung und Machtlosigkeit bedeuten – ein Grundgefühl, mit dem Millionen Menschen außerhalb Europas Tag für Tag leben." (taz, 8/16)

Eine massive Gewalt dieser Monate ist die Hetze gegen Menschen, die geflüchtet sind und gegen Menschen, die dem Islam zugeschrieben werden. Die Auswirkungen der geschürten Ängste „vor dem Terror“, „vor dem muslimischen Mann“, „vor verschleierten Frauen“ ist auch in gesellschaftskritischen Kreisen zu spüren.

Ausgehend von eigenen Fragen und Unsicherheiten versuchen wir in 1,5 Tagen Perspektivenwechsel – über den eurozentrischen Tellerrand hinaus. Wir möchten Gewalt-Bewusstsein stärken und tradiertes kollektives Wissen dekonstruieren, das in Medien, Schule und Kultur weitergegeben wird. Eine wichtige Herausforderung ist, in den Blick zu nehmen, wie wir selber – ohne es aktiv zu wollen - in alltäglichen antimuslimischen Rassismus verstrickt sind. Jenseits moralisierender Bewertungen möchten wir Handlungsfähigkeit stärken. Wir reflektieren, wie dominanten Mythen und strukturelle Gewalt die eigene Wahrnehmung verzerren können.

Die 1,5 Tage sollen ein Einstieg sein, um Raum zu schaffen für marginalisierte Wissensbestände und um Strategien zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen.

Kosten: 50 Euro, Ort: Berlin, Zeit: 9.12., 14-18 Uhr und 10.12., 10-18 Uhr
Anmeldung bei: Samya.Korff@gmail.com

 

Unterstützt vom

Termin: 

09.12.2016 bis 10.12.2016