Kirche des Friedens werden – was bedeutet das?

Vortrag in Kassel für den Impulstag zur friedensethischen Orientierung der evangelischen Kirche von Kurssen-Waldeck am 18. Juli 2015

"Für eine „Kirche des Friedens“ gibt es kein vorgegebenes Modell in der Geschichte der evangelischen Landeskirchen in Deutschland.

Es gilt eher das Gegenteil: im Augsburger Bekenntnis von 1530, welches bis heute zu den Bekenntnisgrundlagen der lutherischen und unierten Kirchen gehört, grenzen sich die evangelischen Kirchen der Reformation ausdrücklich von den Gruppen und Gemeinden der Täufer ab, die den Kriegsdienst und den Treueid auf die Obrigkeit verweigern.

Die z.T. aus dieser Täuferbewegung hervorgegangenen „historischen Friedenskirchen“ (Mennoniten, Church of the Bretheren, Qäker) bilden mit ihrem sehr klaren Friedenszeugnis am ehesten noch ein gelebtes Modell für eine Kirche des Friedens, allerdings mit deutlichen strukturellen Unterschieden zu den Volkskirchen (Freiwilligkeit, Erwachsenentaufe, Autonomie der einzelnen Gemeinden, Freikirchliche Selbstfinanzierung ohne staatlichen Kirchensteuereinzug).

Nach dem 16. Jahrhundert wurden diese Gruppen und Gemeinden aus Deutschland vertrieben. Im Gegensatz zu England und Nordamerika hatte deshalb der religiös begründete Pazifismus auf dem europäischen Kontinent keine Heimat mehr.

Ein neues Beispiel für den Versuch, trotz volkskirchlicher Struktur inhaltliche Schritte in Richtung auf die Haltung der Friedenskirchen zu gehen, bietet die Badische Landeskirche mit ihrem landeskirchenweit diskutierten Positionspapier vom 03.04.2012 und dem von der Landessynode schließlich am 24.10.2013 verabschiedeten Diskussionspapier..."

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