„Aufbruch zur Friedenskirche“

Veranstaltung des Internationalen Versöhnungsbundes zum Gedenktag am 28.10.2012 in Berlin

Mahnwache zur Aktion

Was geht uns der Krieg eines römischen Kaisers vor 1700 Jahren an? Es war der Anfang staatlicher Machtpolitik im Zeichen des Kreuzes, obwohl Kaiser Konstantin weder zur Kirche gehörte noch sich an Jesus orientierte. Sein Sieg schien ihm Recht zu geben. So wurde das Kreuz mit Beteiligung der Kirche ein Kriegszeichen, von den Kreuzrittern über das Eiserne Kreuz der preußischen Könige bis zu den Panzern und Briefbögen der Bundeswehr.

Das ist natürlich das Gegenteil von dem, was Jesus seiner Gemeinschaft mit auf den Weg gegeben hat. Seine Botschaft hieß: Selig, die keine Gewalt anwenden, denn die werden die Erde besitzen. Die großen Kirchen rechtfertigen dagegen bis heute Rüstung und Krieg und billigen schweigend, wenn das Militär weiter das Kreuz Jesu, Zeichen seiner gewaltlosen Liebe, zum Zeichen staatlicher Gewaltpolitik macht.

Darum hat der Internationale Versöhnungsbund am Jahrestag, dem 28.10.2012, in Trauer erinnert an die von Christen verübten Gewalttaten in 1700 Jahren und Christen eingeladen, sich wie die historischen Friedenskirchen dem gewaltfreien Weg Jesu anzuschließen.

mit PlakatenDie Prozession vom Berliner Dom zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche machte Halt an der Neuen Wache, dem Brandenburger Tor, dem Rufer-Denkmal und dem Verteidigungs-Ministerium. Diese Orte stehen, wie auch Anfangs- und Endpunkt des Weges, für die Verbindung von Thron und Altar, für Kirche und Krieg bzw. rufen zum Friedensengagement auf. Der Kreis an jeder Station endete mit dem Kanon „Dona nobis pacem“ und dem Satz von Mahatma Gandhi: „Es gibt keinen Weg zum Frieden – Frieden ist der Weg“.

Der Gottesdienst, begleitet von Flügel und Saxofon, konzentrierte sich in Predigt, Lesungen, Gebeten und Liedern auf den Ruf Jesu zur gewaltfreien Liebe, den er an seine Gemeinde gerichtet und ihr aufgetragen hat. Er klang aus mit dem stehend gesungenen „We shall overcome“.

Nach dem Gottesdienst konnten alle, die noch wollten, sich bei Suppe zum Gespräch in kleinen Gruppen zusammen finden. Gleichzeitig war es möglich, im Raum Tafeln der Wanderausstellung „Der Weg der Gewaltlosigkeit – Von der Bergpredigt bis zur Gegenwart“ anzuschauen, die der Ökumenische Arbeitskreis Prenzlauer Berg (www.oekumene-im-prenzlauer-berg.de) in Berlin zum 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution erarbeitet hat. Sie ist weiter auszuleihen.

Leo Petersmann

(Aufruf mit weiteren Texten zum Thema)

 

Bischof mit Kreuz

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