Presseerklärung: Versöhnungsbund fordert Entschädigungen für Opfer des Irak-Krieges

Freising. Der deutsche Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes fordert nach dem Abzug der US-Truppen aus Irak und dem offiziell von Präsident Bush verkündeten Ende des Krieges Entschädigungen für die Bevölkerung des Zweistromlandes von den beiden hauptverantwortlichen Ländern USA und Großbritannien.
 
Mit massiven Kriegslügen wurde die Intervention begründet, die offenbar die Kontrolle über die riesigen Ölvorräte Iraks als eigentliches Hauptziel hatte.
 
Mehr als 100 000 Menschen wurden in Irak seit 2003 getötet, viele Tausende an Körper und Seele verwundet.  Die angerichteten Verwüstungen an der Infrastruktur des Landes liegen im mehrstelligen Milliarden US-Dollar-Bereich. Noch auf Jahrzehnte hin werden Generationen an den Folgen des Krieges, so zum Beispiel an den Dekontaminierungen durch abgereichertes Uran, zu leiden haben.
 
Angesichts der massiven Menschenrechtsverletzungen wie im Gefängnis Abu Graib oder Kriegsverbrechen wie in Falludscha fordert der Versöhnungsbund die Regierungen in Washington und London auf, einen Fonds bereit zu stellen, um die irakischen Opfer dieses Krieges zu entschädigen. Dessen Höhe sollte in einem angemessenen Verhältnis zu den Kosten des Krieges stehen, die allein für die US-Regierung auf mindestens 800 Milliarden US-Dollar beziffert werden.
 
Dem Internationalen Versöhnungsbund, dessen Wurzeln auf das Jahr 1918 zurück gehen, gehören in rund 40 Staaten der Erde etwa 100 000 Mitglieder an. Der Verband hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen.