EFOR-Treffen 2005

Gruppenbild EFOR-TreffenDas Treffen der europäischen Zweige vom International Fellowship of Reconciliation (IFOR) ist zu einem festen Bestandteil des „IFOR-Kalenders“ geworden. Nachdem das erste Treffen 2003 in Florence und das zweite Treffen letztes Jahr in Buch (Hunsrück) stattgefunden hat, war dieses Jahr vom 1. – 3. April wieder der Knotenpunkt in Buch das Ziel der fünfzehn VertreterInnen der anwesenden europäischen IFOR-Zweige (Schweden, Norwegen, zwei Zweige aus den Niederlanden, Österreich, Wales, deutschsprachige Schweiz, Italien, IFOR und Deutschland). Für Deutschland nahmen Miriam Klemm und Volker Grotefeld an dem Treffen teil.

Als Einstieg diente dieses Jahr ein Training, dass von zwei Mitarbeiterinnen des Women Peacemaker Programms (WPP) von IFOR zum „Engendering der Friedensbewegung“ durchgeführt wurde. Dabei sollte einerseits auf die Geschlechterfrage(n) in der Friedensbewegung aufmerksam gemacht werden (wie auf der VB-Jahrestagung 2004). Zudem sollte aber auch die Arbeit des sehr erfolgreichen WPP den TeilnehmerInnen der Tagung näher gebracht werden.

Am Freitagabend fand dann der wohl spannendste Teil des Treffen statt: die Berichte der Arbeit aus den einzelnen Zweigen. Es ist für alle Anwesenden immer wieder ein Erlebnis, von der Vielfalt der Arbeit zu hören und das unglaubliche Engagement in den einzelnen Zweigen zu erfahren.

Am Samstag wurde in Arbeitsgruppen zu Themen gearbeitet, die im Vorfeld der Tagung von den Zweigen vorgeschlagen wurden. Dies waren u. a. die De-/Militarisierung Europas / EU-Verfassung, Friedenserziehung, IFOR-Arbeit in Osteuropa, Islamophobia in Europa und Friedensmissionen in Konfliktregionen.

Bei der ArbeitDa derzeit auf internationaler IFOR-Ebene über die zukünftige Strategie von IFOR beraten wird, war ein wichtiges Thema am Samstagabend die Frage, warum wir als Einzelne überhaupt Mitglied im Internationalen Versöhnungsbund sind. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Strategiediskussion noch zu zahlreichen, intensiven Debatten führen wird, da durch die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und sicherlich auch die Sprachprobleme unterschiedliche Vorstellungen in den Ländern – aber natürlich auch in den einzelnen Zweigen – vorhanden sind.

Der Sonntagmorgen stand dann ganz im Zeichen der praktischen Umsetzung der Beratungen in den Arbeitsgruppen. Dabei wurde u. a. eine „Buch Erklärung 2005“ beschlossen, in der die VertreterInnen der europäischen IFOR-Zweige den Rat der Europäischen Union auffordern, das Waffenembargo gegen China nicht aufzuheben. Eine Aufhebung des Embargos würde insbesondere angesichts der kürzlich erfolgen Ermächtigung der chinesischen Regierung durch den Volkskongress, Taiwan anzugreifen, falls sich der Inselstaat unabhängig erklärt, ein falsches Signal senden und den Konflikt anheizen.

Weiter wurde beschlossen, dass das nächste EFOR-Treffen vom 21. – 23. April 2006 (1. Wochenende nach Ostern) wieder in Florenz stattfindet. Schwerpunkt des Treffens wird die Vorbereitung auf den alle vier Jahre stattfindenden IFOR-Council sein, der sich im Oktober 2006 in Japan trifft. David Mumford, der Internationalen Koordinator, hat dabei alle Zweige aufgefordert, sich bereits jetzt Gedanken zu machen, wer aus den jeweiligen Zweigen für die Arbeit in den internationalen IFOR-Gremien zu Verfügung stehen könnte.

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