Iran und Israel: Hat der Krieg schon begonnen? - Presse-Zusammenstellung von C. Ronnefeldt

Liebe Friedensinteressierte,

während an Weihnachten der Friedensbotschaft aus Bethlehem gedacht wird, steht die Region Naher und Mittlerer Osten derzeit am Rande eines Krieges, von dem nicht eindeutig ist, ob er sogar bereits schon begonnen wurde.

In Syrien reißt die Gewalt nach mehr als 5000 Toten (UN-Angaben) nicht ab, in Ägypten ist eine zweite Phase der Revolution - wieder mit vielen Toten -  im Gange, weil das Militär seine Macht und Privilegien nicht abgeben möchte.

Im Irak entflammt nach dem Abzug der US-Truppen die Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten in einem Ausmaß, das erschreckend ist und destabilisierend wirkt.

Nachfolgend habe ich einige Pressemeldungen zusammen gestellt, die Aufschluss über die Hintergründe der Spannungen zwischen Iran und Israel geben, die Situation im israelisch-palästinensischen Konflikt behandeln sowie die innenpolitische Situation in Israel beleuchten. Alle drei Konfliktebenen sind
eng miteinander verwoben, der Ausgang dieser Konflikte für die gesamte Region von Bedeutung.

Die einzelnen Artikel im Überblick:

1.  Süddeutsche Zeitung, 22.12.2011, Geheimer Krieg gegen Iran.  Von Paul-Anton Krüger http://www.sueddeutsche.de/politik/mysterioeser-angriff-auf-militaerbasi...


2.  Süddeutsche Zeitung, 22.12.2011, Konflikt zwischen Israel und Iran. Waffenbrüder gesucht. Von Peter Münch und Christian Wernicke http://www.sueddeutsche.de/politik/konflikt-zwischen-israel-und-iran-waf...


3.  Süddeutsche Zeitung, 6.12.2011, Antidemokratische Gesetze in Israel. Medien? Aktivisten? Staatsfeinde! Von Peter Münch  http://www.sueddeutsche.de/politik/anti-demokratische-gesetze-in-israel-...


4.  Die Welt, 17.12.2011, Die Angst der Israelis vor den radikalen Siedlern.   Von Michael Borgstede
http://www.welt.de/politik/ausland/article13772358/Die-Angst-der-Israeli...


5. Publik-Forum, 16. Dezember 2011, "Zeitbombe in Jerusalem".  Von Johannes Zang http://www.publik-forum.de/archiv/zeitbombe-in-jerusalem-print


6. Die Zeit, 10.11.2011, ISRAEL-POLITIK. An den Grenzen der Freundschaft. Irans Bombenpläne, die Palästinenser und die arabische Revolution: Deutschland muss seine Israel-Politik überdenken.  Von Jörg Lau http://www.zeit.de/2011/46/Israel


Liebe Friedensinteressierte,

was die derzeitige Situation im Nahen und Mittleren Osten so brisant macht, ist auch die Tatsache, dass sie vor dem Hintergrund einer globalen Wirtschaftskrise abläuft: Die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtete:

"IWF-Chefin Christine Lagarde hat zum Schulterschluss gegen eine drohende globale Wirtschaftskrise aufgerufen. (...) Lagarde verglich die Situation mit den 1930er Jahren, bevor die Welt in den Zweiten Weltkrieg verfallen sei, als Rückzug, Protektionismus und Isolation  die internationale Politik bestimmt hätten." http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-12/lagarde-frankreich-banken

"Empört Euch!", "Engagiert Euch!", lauten die Bücher-Botschaften von Stephane Hessel. Die Occupy-Bewegung zeigt, dass es auch in den westlichen Staaten noch Protestpotential gibt, dessen Anwachsen im neuen Jahr 2012 zu wünschen ist, um Alternativen aufzuzeigen zu Ungerechtigkeit und Krieg.

Der Region Naher und Mittlerer Osten ist eine sofortige Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen und Mittleren Osten zu wünschen, um die weitere Eskalation zu verhindern. Wenn die Regierungen selbst nicht die Initiative dazu ergreift, könnten die Zivilgesellschaften der jeweiligen Staaten sie dazu auffordern.

Themen dieser dringend notwendigen Konferenz könnten u.a. sein:

1. Einrichtung einer ABC-Waffenfreien Zone von Israel bis Pakistan
2. Begrenzung der Reichweiten von Raketen und Trägersystemen, Abrüstung
3. Wirtschaftliche Stabilisierung der Region
4. Menschenrechte/Frauenrechte
5. Wasser und Erneuerbare Energien
6. Interreligiöser Dialog
7. Vertrauensbildende Maßnahmen

Ich wünsche - trotz der zu Sorgen um den Frieden Anlass gebenden Inhalte dieser langen e-mail - schöne Weihnachtstage und ein gutes neues Jahr 2012

Mit freundlichen Grüßen

Clemens Ronnefeldt,
Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des Internationalen
Versöhnungsbundes